Krude BaZ-Kampagne gegen Regierungsrat Wessels

Der «Basler Zeitung» scheint fast jedes Mittel recht zu sein, um dem Vorsteher des Basler Bau- und Verkehrsdepartements, Hans-Peter Wessels, ans Schienbein zu treten. Eine gross aufgemachte «Enthüllung» um eine Stockholmreise des Departementskaders erweist sich nun aber als journalistischer Rohrkrepierer.

Die von der «Basler Zeitung» veröffentlichte «Teilnehmerliste» wurde vom Bau- und Verkehrsdepartement als Gästeliste des Weihnachtsessens identifiziert. (Bild: Ausschnitt «Basler Zeitung»)

Der «Basler Zeitung» scheint fast jedes Mittel recht zu sein, um dem Vorsteher des Basler Bau- und Verkehrsdepartements, Hans-Peter Wessels, ans Schienbein zu treten. Eine gross aufgemachte «Enthüllung» um eine Stockholmreise des Departementskaders erweist sich nun aber als journalistischer Rohrkrepierer.

Die «Basler Zeitung» und der Vorsteher des Basler Bau- und Verkehrsdepartements (BVD), Hans Peter Wessels: Das ist alles andere als eine freundschaftliche Beziehung. «Wenn die Tageszeitung von Christoph Blocher alles unternimmt, um mich in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen, dann fasse ich dies als grosses Kompliment für meine Politik auf», sagte der Regierungsrat in einem Interview mit der TagesWoche.

Diese Woche hat die «Basler Zeitung» den BVD-Vorsteher mit neuen «Komplimenten» eingedeckt. «Auf Staatskosten mit Partnern nach Stockholm», lautete die Schlagzeile des Frontaufhängers der Zeitung vom 18. Februar. In diesem Artikel berichteten die Lokalredaktoren Daniel Wahl (der für diese Recherche seine arg persönlich gefärbte Kampagne gegen den Sexunterricht an einer Binninger Schule unterbrach) und Aaron Agnolazza (Riehener SVP-Einwohnerrat und Auns-Mitglied) über ein geplantes Kaderseminar der BVD-Geschäftsleitung kommenden Mai in Stockholm, für das ein Budget von 13’000 Franken bereitgestellt worden sei.

Widerlegte Behauptungen

So weit entspricht der BaZ-Bericht den Tatsachen. Bei allen weiteren Behauptungen haben sich die Verfasser des Artikels offensichtlich auf Informationen eines Insiders verlassen, der sich als wenig zuverlässig erwies, und diese mit eigenen «Recherchen» ergänzt, die weit an den Fakten vorbeizielten. Dies betrifft insbesondere den Hauptvorwurf, dass die Geschäftsleitung mit Partnerbegleitung auf Staatskosten nach Schweden reise und sich dort in einem Hotel unterbringen lasse, das 370 Franken für eine Nacht im Doppelzimmer verlange.

In einer ausführlichen Medienmitteilung stellte das Bau- und Verkehrsdepartement unter anderem richtig, dass die Partnerinnen und Partner der Geschäftsleitung keineswegs an der Klausurtagung vom 7. bis 9. Mai 2014 teilnehmen würden und dass der bezahlte Zimmerpreis lediglich 172.45 Franken, also weniger als die Hälfte der genannten Summe, betrage. Die von der BaZ als Beweis veröffentlichte «Teilnehmerliste» – es handelt sich laut Aussagen des Departements in Tat und Wahrheit um die «Einladungsliste zum Weihnachtsessen 2013» – wurde schliesslich als peinlicher Blindgänger blossgestellt – zumal auf der Liste auch die Namen zweier Kadermitarbeiter aufgeführt sind, die mittlerweile nicht mehr für das BVD tätig sind.

Die BaZ beharrt auf ihrer Darstellung

Auf Anfrage der TagesWoche bekräftigte der Departementsvorsteher Hans-Peter Wessels, «dass unsere Kaderklausuren keine Plauschreisli sind und dass diese selbstverständlich jeweils ohne Partnerinnen und Partner stattfinden». Dies entspreche den Kaderklausuren der vergangenen Jahre, die unter anderem nach Genf und Freiburg i.Br. geführt hätten. Präzisierend fügte er hinzu, dass sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Stockholm-Aufenthalt über das auf die Tagung folgende Wochenende «auf eigene Kosten» verlängern würden und dabei ein Partner – «natürlich privat berappt» – in die schwedische Hauptstadt nachreise.

Die «Basler Zeitung» liess sich trotz der Richtigstellung nicht von ihren «Enthüllungen» abbringen. Am 19. Februar veröffentlichte sie unter dem Titel «Schwedenreisli ein Fall für die GPK?» eine Folgegeschichte, die sie mit Statements von verschiedenen Grossräten garnierte, die sich, ohne sich um die tatsächliche Faktenlage zu kümmern, leichtsinnig aufs Glatteis führen liessen: «Das BVD dementiert in einer gestern verschickten Medienmitteilung die Darstellung der BaZ vom 18. Februar. Die Redaktion hält an ihrer Darstellung fest», heisst es im Artikel.  Eine Haltung, die Daniel Wahl in seiner knappen Mailantwort auf eine entsprechende Anfrage der TagesWoche bekräftigte.

Neue Beweise blieben trotz Ankündigung aus

Eine kühne Vorgehensweise, könnte man meinen. Gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von SRF bekräftigte Martin Wagner, Rechtsanwalt der «Basler Zeitung»: «Unsere Quellenlage ist wasserdicht, unser Bericht ist wahr in allen Teilen.» Ohne Details zu verraten, kündigte er im Radiobericht auf den 20. Februar die Veröffentlichung weiterer Beweise an.

Nach diesen sucht man in der heutigen Ausgabe vergeblich, sieht man einmal von der vagen Behauptung ab, dass die Geschäftsleitung irgendeinmal übereingekommen sein soll, die Flugkosten für Partner privat begleichen zu lassen, um allfällige Vorwürfe zu entkräften. Vielmehr gräbt die «Basler Zeitung» nun eine vergangene Stockholm-Reise der Geschäftsleitung des Tiefbauamtes aus dem Jahr 2011 aus, die mit der kritisierten geplanten Reise der übergeordneten Geschäftsleitung des gesamten Departements nur gerade so viel zu tun hat, dass sich die schwedische Hauptstadt wegen verschiedener Projekte, die ähnlich gelagert sind wie aktuelle Basler Vorhaben, als Reiseziel anbietet.

Weil sich die «Basler Zeitung» beharrlich weigert, die Richtigstellung zu veröffentlichen, prüft das BVD nun rechtliche Schritte, wie Departementssprecherin Jasmin Fürstenberger gegenüber dem «Regionaljournal Basel» ausführte.

Der Vollständigkeit halber: Das Baudepartment hat uns auf Anfrage die Kopie eines internen Emails zugesandt, welches belegen soll, dass die von der BaZ als Teilnehmerliste der Stockholmreise ausgegebene Namensliste der Einladung zum letzten Weihnachtsessen beigelegen hat.

Die Namen der Partnerinnen seien angeführt gewesen, um den Kontakt während des Essens zu erleichtern. Das Mail sowie die Gegendarstellung, welche das BVD inzwischen der «Basler Zeitung» hat zukommen lassen, finden Sie auf der Rückseite des Artikels.

Artikelgeschichte

Donnerstag, 20. Februar: Der Artikel wurde mit der Gegendarstellung des BVD sowie einer internen Email ergänzt.

Konversation

  1. …. sollte weder rechts noch links, noch sonst irgendwo in der Parteienlandschaft stehen.
    Schon im Wort „Partei“, ist ja drin, dass man für etwas Partei ergreift, also für Partikularinteressen.
    Journalisten sollen im Idealfall so objektiv und sachlich wie möglich über etwas berichten, und sich soweit als möglich in der Berichterstattung von einer eigenen Meinung distanzieren.
    Mündige Bürger wollen sachlich informiert werden und sich dann eine eigene Meinung bilden.
    So ist es auch eher gegeben, dass in den Internet-Community-Foren, dann sachliche Meinungen und Austausch stattfinden kann und weniger Schlagabtausch stattfindet.
    Somit kann eine Zeitung mit der Art ihrer Artikel viel dazu beitragen, was und auf welche Art dann in der Community geschieht.

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  2. Vieles, was Sie schreiben würde ich unterschreiben. Wie wahr!

    Was die TaWo angeht, da stelle ich schon viel zu lange eine grausame Orientierungs- und Konzeptlosigkeit fest:
    Es ist ein wenig JeKaMi. Mal sind sie ein Bitzeli politisch, dann ist Sport die Top-Meldung (Gähn), womit man dann auf Blick-Nivau herabsankt, dann wieder darf ein Praktikant über eine Tramfahrt auf dem Bruderholz berichten und sich literarischen Selbstversuchen und Ergüssen von Stilblüten hingeben und etwa zwei mal die Woche meldet sich auch die Kulturabteilung und stellt eine Liste von 7 Internet-Links zusammen: Oberflächlicher Lifestyle. Man merkt nicht, ob der Autor irgendein Studium absolviert oder geistigen Tiefgang hat und entsprechend seicht und mager ist das, was er den Lesern mitgibt. Journalistischer, feuilletonistischer Fastfood.

    Es gab aber tatsächlich immer wieder gute und scharfe politische Artikel: Von Klee, Roggenbach, Loser, Winter und Leupin. Aber viel zu selten.
    Die Zeitung hat keinen inhaltlichen Schwerpunkt, keine Hauptstossrichtung, ist aber andererseits zu klein und dünn, um den Lesern einen „Voll- und Rundum-Service“ bieten zu können. Unterm Strich ist dann also niemand zufrieden und kaum je ein Thema oder eine Sparte richtig gut dokumentiert. Wäre ich dort angestellt, ich würde mir einen Job bei einer „richtigen“ Zeitung suchen.
    Die einzige grosse Stärke der Community, wo lange Kommentare möglich sind (Danke dafür!) macht man gerade mit Feigheit und political correctness kaputt.

    Nun kommt ja die „Baselworld“ wieder auf uns zu, inclusive institutionalisiertem und von allen gewolltem Lohndumping. Damit kommen wir wieder auf die Basler Linke, vor allem die SP, zu sprechen. Die Basler SP ist eine bürgerliche Mitte-Partei.
    Man hat Frau Herzog, die Steuern für das Gewerbe und die Konzerne senken und bald auch von Bürgerlichen nach Bern gewählt werden will.
    Dann gibt es Hanspeter „Beton“ Wessels, der hemmungslos spekulative Banken- und Immobilien-Projekte wie den Claraturm promotet, aber auch gigantomanische Bauprojekte zur Steuerverschwendung wie das „Herzstück“, den Gundeli-Tunnel und grundsätzlich alles, was aus Beton, gross und teuer ist.

    Und schliesslich Chris Brutschin, der pflichteifrigst ALLES möglich macht, was Messe Chef Ueli Vischer oder auch die Roche von ihm wollen: Vor allem Lohndumping, Schwarzarbeit und das Ausbleiben von überraschenden Kontrollen auf Baustellen. immer, wenn es drauf ankäme, ist er nicht zuständig.

    Also, wozu sollte man da in Basel noch Leute von der FDP in die Regierung wählen? Die Basler SP ist doch die neue FDP und selbst grosse Teile der Grünen sind von der Macht und der „Notwendigkeit“, im Interesse der eigenen politischen Karriere mit den politischen Gegner zu kooperieren, völlig korrumpiert. Oder was glauben Sie, warum selbst eine Miriam Ballmer sich FÜR den Claraturm der UBS ausgesprochen hat?

    Und dann gibt es als vierten Mitte-Bürgerlichen noch den Herrn Stadtpräsidenten, der zufrieden damit zu sein scheint, dass er mit seiner Amtsführung möglichst niemandem auffällt und keine Zuständigkeiten wahrnimmt. Was, ausser Apéros zu besuchen und Fernreisen in „Partnerstädte“ zu unternehmen, tut er eigentlich, der grüne Vielflieger? Er kann – nach eigener Aussage – noch nicht einmal die Öffnungszeiten des Kunstmuseums beeinflussen…

    Für die BaZ stellt sich in Basel eigentlich nur das Problem, dass wir NACH AUSSEN hin nicht genug FDP- und SVP-Vertreter in der Regierung haben.
    Herr Somm ist FDP-Mitglied und versteht sich als liberal. Er kommt aus sehr gutem, reichem Hause, der Vater war ABB-Manager und -Verwaltungsrat, Atomlobbyist, VR-Kollege des Abzockers Barnevik und des zynischen Öl-Lobbyisten und Massenmörders Donald Rumsfeld. So kommt es Somm nicht und in den Sinn, dass er genau so gut in die SVP passen würde. Dafür empfindet er sich vermutlich als zu vornehm.
    Nun ist es sein Auftrag, eine bürgerliche Regierung in Basel herbei zu „bomben“, die nicht nur bei genauerem Hinsehen bürgerlich ist (so wie jetzt), sondern auch dem Namen nach und ich bin sicher, es wird ihm gelingen.

    Denn Herr Wessels wird die nächste Wahl politisch (hoffentlich) nicht überleben und er ist selbst schuld daran, nicht die BaZ. Die muss nur ein wenig in den Wunden bohren und laut heraus krakeelen, wo der Ingenieur wieder mal auf Sand gebaut hat.
    In meiner obigen Liste mit dem Titel „ja, aber …“ fehlte der Hinweis auf die Angelegenheiten der „Stadtbildkommission“, die Herr Wessels zwar entmachtet, aber dennoch nicht genügend im Griff hat.
    Mehrfach gab es da peinlichste Schüsse in den Ofen. Dass er sich beim Teil-Entmachten dann gleich selbst ermächtigt hat, ästhetische Entscheide treffen zu dürfen, war wiederum ein Fehler, denn der Mann ist Naturwissenschaftler und Baulobbyist und ist in solchen Fragen einfach nicht kompetent.
    Aber, ob ihn das anficht?

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  3. Das gehört zwar nicht in diesen Strang.
    Und. Ich diskutiere nicht gerne mit hybriden Größen ohne individuelle Biografie. Was ich fernerhin auch ganz unterlassen werde.

    Zur Sache:

    „Revision“ beruht allerdings auf Gegenseitigkeit, das heisst: Die EU (und die inzwischen 28 EU-Mitgliedsstaaten) sind die eine Seite und die Schweiz ist die andere. Eine Neufassung eines der 7 Verträge der Bilateralen I verlangt nach EU-Recht die Ratifizierung durch die EU-Gremien, das EU-Parlament und die 28 staatlich dafür vorgesehenen Institutionen (Parlamente).Und genau diese Kenntnisse hat der schweizerische Bundesrat vis-à-vis des durchsichtigen Motionsmanövers von Rhime angewandt, um den „Erfolg“ solcher Revisionsbegehren einzuschätzen. Ihre fortgesetzte Behaupterei in diesen komplexen Dingen hat mit der politischen und rechtsstaatlichen Realität nichts zu tun.

    Ansonsten hier die Direktzitate, aus ihrer Quelle):
    Art. 16 Bezugnahme auf das Gemeinschaftsrecht
    (1) Zur Erreichung der Ziele dieses Abkommens treffen die Vertragsparteien alle erforderlichen Massnahmen, damit in ihren Beziehungen gleichwertige Rechte und Pflichten wie in den Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaft, auf die Bezug genommen wird, Anwendung finden.
    (2) Soweit für die Anwendung dieses Abkommens Begriffe des Gemeinschaftsrechts herangezogen werden, wird hierfür die einschlägige Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften vor dem Zeitpunkt der Unterzeichnung berücksichtigt. Über die Rechtsprechung nach dem Zeitpunkt der Unterzeichnung dieses Abkommens wird die Schweiz unterrichtet. Um das ordnungsgemässe Funktionieren dieses Abkommens sicherzustellen, stellt der Gemischte Ausschuss auf Antrag einer Vertragspartei die Auswirkungen dieser Rechtsprechung fest.

    Art. 17 Entwicklung des Rechts
    (1) Sobald eine Vertragspartei das Verfahren zur Annahme eines Entwurfs zur Änderung ihrer innerstaatlichen Rechtsvorschriften einleitet oder eine Änderung in der Rechtsprechung der Instanzen, deren Entscheidungen nicht mehr mit Rechtsmitteln des innerstaatlichen Rechts angefochten werden können, in einem unter dieses Abkommen fallenden Bereich eintritt, unterrichtet die betroffene Vertragspartei die andere Vertragspartei im Rahmen des Gemischten Ausschusses hiervon.
    (2) Der Gemischte Ausschuss führt einen Meinungsaustausch über die Auswirkungen der Änderung auf das ordnungsgemässe Funktionieren dieses Abkommens.

    Art. 18 Revision
    Wünscht eine Vertragspartei eine Revision dieses Abkommens, so unterbreitet sie dem Gemischten Ausschuss hierzu einen Vorschlag. Die Änderung dieses Abkommens tritt nach Abschluss der jeweiligen internen Verfahren in Kraft; hiervon ausgenommen sind Änderungen der Anhänge II und III, die vom Gemischten Ausschuss beschlossen werden und sofort nach dessen Beschluss in Kraft treten können.

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  4. Lieber Herr Tanner

    Was Sie über Rechercheprojekte aus „linkem“ Verständnis heraus schreiben, sehe ich auch als Chance, journalistisch wahrgenommen zu werden.

    Wobei mir die Pauschalisierung in „Rechts“ oder „Links“, gleich noch mit dem Artikeln „die“ versehen, als viel zu bieder erscheint. Es ist – in der Deutschschweiz – das Ergebnis von Blochers Propagandasprache, ständig „die Linke“ oder „die Linken“ vorzuführen. Das ist genau so daneben, wie alles, was irgendwie etwas mit den USA zu tun hat, ständig als „imperialistisch“ zu bezeichnen.

    Es geht um aktuelle oder auch projektierte Schwerpunkte in gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und rechtsstaatlichen Phänomenen, die in der Politik eine Rolle spielen:
    Ihr Beispiel über 2 Arbeitsinpektoren für 16’000 Betriebe in Basel spricht für sich: Da setzt die Politik schlicht keinen Schwerpunkt.
    Immerhin kann ich mich daran erinnern, dass die TaWo im Zusammenhang mit dem Messeneubau ordentlich recherchiert hat. Was heute diesbezüglich fehlt: Die Fortsetzung. Das heisst: Der Skandal, der damals zu Tage trat und den die TaWo mit an die Öffentlichkeit transportiert hat, ist verblasst. Geschehen, um den Zustand im Bauvergabewesen endlich auf dem in Gesetzen vorgegebenen Niveau zu stabilisieren, ist meinem Informationsstand nach NICHTS. Dass Gesetzeseinhaltung in diesem Bereich der Wirtschaft nur mit staatlicher Kontrolle erreicht werden kann, weiss man natürlich auch in der Politik. Deshalb ist es notwendig, dass die Redaktion eines journalistisch tätigen Mediums mit dem Anspruch, den die TaWo für sich vorsieht, die Angelegenheit weiter verfolgt und immer wieder darüber berichtet.

    Etwas anderes ist es, wenn die Redaktion einer Zeitung sich mehr und mehr darauf beschränkt, gewissen Vorgaben des Zeitungsbesitzers nachzukommen, welche ohne Verfälschung von Fakten nicht umgesetzt werden können.
    Anders gesagt:
    Wenn Somm am 10. Februar 2014 einen Chefkommentar über den Ausgang der Abstimmung vom 9.Februar 2014 schreibt, in dem es von peinlichem Nachplappern und von schlichten Geschichtsfäslchungen nur so wimmelt, ist das allenfalls eine Bestätigung dafür, dass es sich bei bei der journalistischen Tätigkeit dieses Herrn und wohl auch vor allem im lokalen Teil der heutigen BaZ um reinen Kampagnenjournalismus handelt – oder um PR-Journalismus, um ein etwas freundlicheres Wort darüber einzubringen. Das muss man zwar im Interesse transparenter politischer Diskussion registrieren und kritisieren, inhaltlich aber genau so wenig ernst nehmen wie all die Siegespetarden, welche hier etwa von einem „Schaub“ abgeschossen werden. Es sind meiner Ansicht nach billige Effekthaschereien, mehr nicht.

    Die angebliche BaZ-Recherche über ein „Reisli“ von Kadermitgliedern des Basler Baudepartements nach Stockholm aber ist offensichtlich in weiten Teilen schlicht Lüge. Da wurde nicht recherchiert, sondern – im besten anzunehmenden Fall für die BaZ-Redaktion – bloss kolportiert. Im Gegensatz zu mangelnder Recherche, die ich hier – provisorisch und vorerst einmal unbegründet – als „passives“ Verhalten bezeichnen würde, ist die Verbreitung und das Beharren von Unwahrheiten, die sich als solche unzweifelhaft zu erkennen gegeben haben, eine AKTIVE Tätigkeit.
    Wer aktiv lügt, um jemandem zu schaden – beispielsweise einem politischen oder meinetwegen ideologischen „Gegner“ des Zeitungsbesitzers -, lügt eben. Nicht mehr. Nicht weniger.
    Die konkrete Lüge macht aus Sicht der BaZ-Redaktion insofern Sinn, als sie damit Stimmung gegen eine Regierung oder einen Regierungsrat machen kann, die ihrem Besitzer und seinen Redaktoren nicht passt. Und zwar auch im Sinn, dass ja „immer etwas hängen bleibt“, dass „morgen niemand mehr weiss, was wirklich war“, dass aber das Hängengebliebene nicht dem Lügner, sondern dem Verleumdeten schadet.

    Deshalb finde ich es wichtig, dass die Lüge als solche bekannt wird. Sie ist nicht „eine Meinung“, sondern eine Lüge. Jedenfalls bedeutet Meinungsfreiheit nicht Lügenfreiheit.

    (Was „Visionen“ betrifft: Mit zunehmendem Alter begreife ich den Satz von Helmut Schmidt, wonach Leute mit Visionen in der Politik krank seien, immer mehr als konkrete Aussage über IST-Zustände im politischen Nichthandeln).

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  5. Herr Rizzi,

    Ich lese unter anderem auch die „Wochenzeitung“, werde deshalb aber nicht linker. Ich lese sie, weil sie gut recherchiert ist und Sachverhalte erklärt, die ich in der Mainstream-Presse nicht finde. Gerade die „Monde diplomatique“ ist ein echter Genuss für neugierige Menschen.
    Es ist mir egal, ob eine Zeitung links ist – sie muss nur gute Arbeit leisten.
    Dass die Berichte einen Linksneigung haben, kalkuliere ich ein…

    Es wäre der „Tageswoche“ geraten, in Zukunft etwas mehr und härter zu recherchieren.
    Wieso nicht wieder das Lohndumping in der Messe aufgreifen?
    Oder erklären, wie sich die Übermacht der Pharma auf die Stadtentwicklung und -planung in Basel auswirkt?
    Oder auf mögliche Widersprüche im Leben der lokalen SVP-Granden hinzuweisen (so es sie gibt…)?
    Oder zu untersuchen, wieso im rot-grünen Basel – trotz bürgerlicher Minderheit – nur 2 (!) Arbeitsinspektoren für 16’000 Betriebe zuständig sind?
    Oder warum seit Jahren in der Sozialhilfe Basel ein katastrophales Klima herrscht, die zu einer spektakulären Fluktuationsrate führt und einem desaströsen Brain-Drain?
    DAS sind alles linke Themen, die auch mich interessieren… Und diese Themen hätten Potenzial für Scoops.

    Aber eben: Da läuft nix. Es gab mal Berichte übers Lohndumping, die brisant waren – aber das ist lange her. Gehe davon aus, dass Freunde der TaWo-Sponsorin sich da ins Zeug gelegt haben für eine „freundlichere“ Berichterstattung. Seither dümpelt die TaWo vor sich hin.

    Die 19’000 Basel-Retter hätten – da sie eh‘ meist links sind – eine Genossenschaft gründen können, 10’000 Fr. pro Nase einschiessen und dann noch den Rest von Frau Oeri finanzieren lassen können. Das hätte mehr Transparenz und Mitbestimmung ermöglicht.
    Stattdessen haben wir mit der TaWo ein Konstrukt, dass ironischerweise eine BaZ-Kopie ist: Milliardär(in) gibt Geld – seine/ihre Leute schreiben…

    Aber das ist das Problem mit den „Linken“: Sie glauben selber nicht an ihre „Visionen“. Darum verschwenden sie nie und nimmer ihr eigenes Geld in linke Projekte.
    Darum ist der Schrei nach staatlichen Interventionen der Standard bei den heutigen Linken. Sie wissen selber, dass ihre Projekte zum Scheitern verdammt ist – und lassen sich diese von den Steuerzahlern (eben: Novartis, Syngenta, Hoff-Roche, Messe Schweiz) berappen.
    Gerade die SP Basel bestätigt es doch jeden Tag: TINA!

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  6. Am 16. November 2010 wurde der Aufruf „Rettet Basel!“ gestartet, gegen die Fremdbestimmung der BaZ duch Tettamanti, Blocher & Co.

    Seitdem sind fast dreieinhalb Jahre vergangen. Mittlerweilen wissen wir, dass die BaZ Blocher gehört. Blocher hat die Baz nicht gekauft, weil ihm die Stadt am Rheinknie besonders gut gefällt. Sein erklärtes Ziel ist es, die politische Landschaft in dieser Stadt zu destabilisieren. Sein Chefredaktor und Lakai Markus Somm hat dazu den klaren Auftrag gefasst und er lässt keine Gelegeheit aus, dies zu tun.

    Die BaZ ist ein Art „Trojanisches Pferd“, an das sich leider schon viele gewöhnt haben. Quasi von innen heraus versucht die BaZ einerseits die Rot-Grüne Regierung mit Intrigen zu desavouieren und andererseits die Basler SVP zu stärken.

    Ich hoffe, dass die Tageswoche und die BZ diese Politik der Nadelstiche aufmerksam verfolgen und der Leserschaft Bericht erstatten. Das sind sie all denjenigen schuldig, die damals und heute die Aktion „Rettet Basel!“ immer noch unterstützen!

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  7. lieber herr schaub, eine rechtspopulistin, resp. deren meinung als richtig grossartig zu bezeichnen, da fehlt mir eigentlich nur obiges zitat ein. vielleicht schickt hitler ja noch ein paar grüsse aus dem jenseits. der baz kann man eigentlich nur angesichts der gegenwärtigen hasstiraden und unqualifizierten artikel empfehlen, sich zum „völkschen beobachter“ umzutaufen – gehts eigentlich noch? die gefahr die von einem solchen käseblatt ausgeht, wird unterschätzt. was ist denn eigentlich das ziel dieser zeitung, jegliche pol. kultur zu zerstören? und mal ganz nebenbei: wessels wurde zum zweiten mal gewählt. punkt, ausdruck des volkes. es ist ja erstaunlich wie man auf einem mehr vom 0.3 % behaart und das ganze schweizer volk somit instrumenatlisiertsel, aber den volkswillen in basel komplett ignoriert. „fuck the baz“ kann man da nur sagen,

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  8. Pfingst-Taliban Dani El-Wahl schreibt sich in die Herzen der Bazler,
    es ist schon fast Nacht im Klick-Journal…

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  9. … Ob Blick, TagWo, 20min, focus, Spiegel, Baz und und

    Alle können, sogar die renomierten, aus einer Mücke einen Elefanten machen. Aber macht mal aus einem Elefanten eine Mücke… selten! ihr selbsternannten Richter

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  10. Und, es ilst aufgällig, wie aggresiv die BAZ in letzter Zeit harte Positionen vertritt.
    Die Sachlichkeit bleibt leider oft auf der Strecke!

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