Messe Basel will ein neues Parkhaus bauen

Die Messe Basel gibt eine «Testplanung» für ein neues Parking in Auftrag. Damit will sie Grundlagen für den Entscheid schaffen, ob das bestehende Parkhaus durch einen Neubau mit Parking, Hotelbetrieb und Wohnungen ersetzt werden soll. Der Präsident der grossrätlichen Verkehrskommission ist irritiert.

Die Messe möchte das Muba-Parkhaus am liebsten ersetzen. (Bild: Hans Jörg Walter)

Die Messe Basel gibt eine «Testplanung» für ein neues Parking in Auftrag. Damit will sie Grundlagen für den Entscheid schaffen, ob das bestehende Parkhaus durch einen Neubau mit Parking, Hotelbetrieb und Wohnungen ersetzt werden soll. Der Präsident der grossrätlichen Verkehrskommission ist irritiert.

Noch ist das neue Messezentrum nicht einmal fertig gebaut, bereitet sich die MCH Messe Basel schon auf ihre nächste Baustelle vor: Das Unternehmen hat eine «Testplanung» für ein neues Messeparking in Auftrag gegeben. Damit sollen laut Mitteilung Grundlagen für den Entscheid geschaffen werden, ob das «sanierungsbedürftige Parkhaus durch einen Neubau mit Parkhaus, Hotelbetrieb und Wohnungen» ersetzt werden soll. Mit einem derartigen Neubau könnte «für das Messegelände sowie das gesamte Quartier eine weitere markante Aufwertung» geschaffen werden, heisst es weiter. Die Finananzierung würde zu 100 Prozent privat erfolgen.

Beim Messeplatz sollen weiterhin 1’200 bis 1’400 Parkplätze zur Verfügung stehen. Mit den Testplanungen beauftragte die Messe die Basler Planungsbüros «Buchner Bründler Architekten», «Morger Dettli Architekten AG» und «Herzog & de Meuron». Letztere bauem bereits das neue Messezentrum.

«Keine feine Art»

Die Ergebnisse der Testplanungen sollen im Sommer 2013 vorliegen. Dann wird das derzeit in der Kritik stehende Unternehmen entscheiden, ob es das Neubauprojekt weiterverfolgen und einen Architekturwettbewerb durchführen will. Es deutet jedoch einiges darauf hin, dass die MCH Group mit dieser Testplanung Fakten schaffen will, um den Neubau realisieren zu können. Das jetzige oberirdische Parking scheint nicht mehr zum pompösen, neuen Messezentrum zu passen.

Im Abstimmungskampf um den Kredit für das neue Messezentrum im Jahr 2008 war nicht von einem Neubau des Messeparkings die Rede. Die MCH Group wollte das Fuder damals wohl nicht überladen. Denn Parkhäuser sind in Basel eine äusserst heikle Angelegenheit. Etwas irritiert über die neuen Pläne des Unternehmens reagiert denn auch Michael Wüthrich, Präsident der grossrätlichen Verkehrskommission: «Jetzt ist der Messeplatz zugebaut. Man sagte uns damals, dass man das jetzige Parking nicht abreissen könne. Aber kaum hat die Messe  etwas erreicht, kommt schon das nächste Projekt.» Er fühle sich über den Tisch gezogen, das sei keine feine Art der Messe Basel, sagt der Grüne. Dennoch: «Scheusslicher als das jetzige Parking kann das neue ja nicht werden.»

Konversation

  1. @Fritz Hochhuth: Vielen Dank für Ihre Aufklärungsarbeit. Ich habe mich gefragt, wie schnell dieser HdM-Klotz offenbar diskussionslos ‚durchgewunken‘ worden ist, dass der alte Messe-Kopfbau (samt ‚L’Escale‘ mit den wunderschönen alten Bäumen davor) einfach so verschwinden konnte. Vom einstigen offenen, luftigen Flair den Platzes ist nichts übriggeblieben, der Himmel ist verbaut – Sonnenuntergänge mit Sicht über den Claraplatz, den Rhein bis ins Grossbasel nun definitiv Vergangenheit.

    So, und jetzt soll auch noch das – in meinen Augen städtebaulich durchaus interessante, weil durchdachte – MUBA-Parkhaus verschwinden, mit seinen markanten Spiral-Auffahrten, der von aussen ablesbaren Funktionalität und seinen auf Menschenmass gebrachten Proportionen. Die Sicht von der Rosentalanlage her erinnert mich immer an das elegante dänische Bang-und-Olufsen-Design aus den 70ern. Im Rahmen dessen, was Parkhausdesign leisten kann, ein durchaus bemerkenswerter Bau, der seinen Zweck bestens erfüllt.

    Hier ist die Denkmalpflege gefordert, sonst haben wir – mit Ausnahme der Lonza-Hochhauses im Grossbasel – bald keine gelungenen architektonischen Zeitzeugen mehr aus den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts.

    NB: Liebe Grüne: Nein, ich habe kein Auto.

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  2. In der Sonntagsschule sang ich als kleines Mädchen mit Inbrunst:“Danket, danket dem Herrn, denn er ist sehr freundlich…“ Inzwischen ist mein Anforderungsprofil für Lobhudeleien doch einiges über “
    Freundlichkeit“ hinausgewachsen.
    @Herrn Hochhuth: Ihnen danke ich wirklich. Dafür dass Sie die vielen Mosaiksteinchen über die Jahre genau betrachtet und gesammelt haben und der Leserschaft nun ein recht genaues, leider aber wenig schmeichelhaftes Bild zeichnen können über diese Vorgänge. Das braucht auch Mut, denn Sie machen sich im besten Fall unbeliebt. Das Cüpli haben Sie definitiv verdient :-))

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  3. Liebe Messe und liebe Chemie, danke dass es Euch gibt und dass wir uns dank Euren Steuern doppelt so viele Staatsangestellte und Sozialhilfeempfänger leisten können, wie zum Beispiel Baselland … und natürlich eine rotgrüne Regierung. Ohne Euch wäre dies alles undenkbar. Danke.

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  4. Carl Fingerhuth schrieb in der NZZ vom 5.1.2013 zum Messe-Neubau: „Was früher eine eindrückliche Linie (nämlich die Achse Mittlere Brücke-Badischer Bahnhof) war, ist jetzt eine unverständliche Sequenz von zwei zufälligen Strassenräumen“ – Was so verheerend begann, geht verheerend weiter.

    Die Messe wollte das Parkhaus nicht in ein Neubauprojekt einbeziehen, weil die Kosten für ein neues, unteririsches Parkhaus mit 60-80 Mio Franken zu hoch seien, weil sich keine zusammenhängende Ausstellungfläche ergäbe und auch ein „dornenreiches“ (Zitat Bericht BRK) Bewilligungsverfahren hätte durchgestanden werden müssen. Hätte die Messe damals auf die städtebaulich schlechte Lösung der Querung und des Verlustes eine Platzes verzichtet, würde sie heute nicht mit dem Abbruch des bestehenden und dem Neubau eines unterirdischen Parkings mit Hotel und Wohnungen kommen.
    Dies zum Vorteil für die Stadt Basel.

    Hat die Messe damals schon im Hinterkopf die zweiteilige Variante gehabt und dies beharrlich verschwiegen? Wer weiss mehr?

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