Mieten für Altbauten steigen in Basel stärker als in Zürich und Genf

In Basel sind im dritten Quartal 2015 die Marktmieten für Altbauwohnungen stärker angestiegen als in Genf und Zürich. Das geht aus dem aktuellen Marktmietindex des Raumplanerbüros Fahrländer Partner AG hervor.

Wohnungen in gut erhaltenen Altbauten, etwa in den Baumgartnerhäusern, sind beliebt und werden teurer.

(Bild: Hans-Jörg Walter)

In Basel sind im dritten Quartal 2015 die Marktmieten für Altbauwohnungen stärker angestiegen als in Genf und Zürich. Das geht aus dem aktuellen Marktmietindex des Raumplanerbüros Fahrländer Partner AG hervor.

In Basel ist der Wohnraum knapp. Dies hat auch Auswirkungen auf die Mietpreise. So sind laut einer Mitteilung des Zürcher Raumplanerbüros Fahrländer Partner AG die Marktmieten für Wohnungen in Basel im dritten Quartal 2015 stärker angestiegen als in den traditionell teuren Regionen am Genfersee und im Grossraum Zürich. Mit einem Plus von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zeigte sich diese Entwicklung bei den Wohnungsmieten von Altbauten (Wohnungen mit Baujahr 1990 und älter) besonders deutlich.



Veränderungen bei den Marktmieten für Altbauwohnungen gegenüber dem Vorjahr

Veränderungen bei den Marktmieten für Altbauwohnungen gegenüber dem Vorjahr (Bild: Fahrländer Partner AG)

Die Marktmieten für Altbauwohnungen stiegen in Basel innert Jahresfrist um 9,4 Prozent an (Neubauwohnungen plus 4,2 Prozent). In der Genferseeregion betrug der Mietpreisanstieg bei Altbauwohnungen 6,8 Prozent, in der Region Zürich 8,2 Prozent. Unter Marktmieten sind die Mietpreise zu verstehen, die für Wohnungen bezahlt werden, die auf den Markt gelangen.

Basel noch immer günstiger als Zürich und Genf

Wie erklärt sich dieser markante Anstieg im aktuell tiefen Zinsumfeld? Basil Gilliéron von der Fachstelle Wohnraumentwicklung der Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt kann sich vorstellen, dass es gerade bei Altbauwohnungen, die auf den Markt gelangen, wegen Sanierungsarbeiten und Anpassungen an das quartierübliche Niveau auch bei tiefen Hypothekarzinsen zu signifikanten Aufschlägen kommen kann.

Gilliéron weist aber auch darauf hin, dass die Wohnungsmieten in Basel noch immer deutlich günstiger seien als in Genf und Zürich. Dies zeigte eine Untersuchung von comparis.ch, die in den letzten zwei Jahren die Wohnungsinserate von 3- und 3,5-Zimmer-Wohnungen analysiert hat. Während man für eine solche Wohnung in Zürich oder Genf über 2000 Franken monatlich bezahlt, kostet sie in Basel durchschnittlich knapp 1700 Franken.

Leerwohnungsquote vergleichbar

«Basel liegt bei den Wohnungsmieten also noch weit von Zürich und Genf entfernt», sagt Gilliéron. Durchaus mit Genf und Zürich vergleichbar sei mittlerweile aber die Leerwohnungsquote. Diese hat in Basel im Juni 2015 zwar wieder leicht zugenommen. Mit nur 0,3 Prozent liegt sie aber nach wie vor auf einem sehr tiefen Niveau.

Basel bemüht sich, Wohnraum auch für die Menschen zu schaffen, die nicht zu den Gutverdienenden zu zählen sind. Unter anderem soll das neue Wohnraumfördergesetz den Bau von preisgünstigen Wohnungen fördern, etwa im Genossenschaftsbereich. Noch zeigen die Bemühungen aber keine Auswirkungen. «Die Dynamisierung hat erst begonnen. Viele neue Bauprojekte von Genossenschaften befinden sich noch in der Projektierungsphase», sagt Gilliéron.

Auch müsse man beachten, dass Genossenschaften nicht günstiger bauen können als Private. So könne man auch nicht erwarten, dass Neubauten von Genossenschaften automatisch günstiger sind als private Neubauwohnungen. In der Regel würden Genossenschaftswohnungen erst mit der Zeit preisgünstiger als andere Neubauwohnungen.

Konversation

  1. Starke Argumentation:
    Wir bemühen uns, günstigen Wohnraum zu schaffen, indem wir Wohnungen bauen, die gar nicht günstig sind.
    Aber hey, mit der Zeit, also wenn sie nicht mehr neu sind, dann sind Genossenschaftswohnungen günstiger als Neubauten.
    Und schlussendlich zahlen die in Zürich oder Genf doch 300 Fr. mehr, also ist ja alles in Ordnung.
    Während dem wird schön weiter luxussaniert, und die Spekulanten mit Megaprojekten heiss gemacht.

    Da darf man sich Mensch mit tiefen Einkommen von der Stadtentwicklung so richtig ernst genommen fühlen. Vielen Dank.

    Danke Empfehlen (0 )
  2. Am Herrengrabenweg gibt’s einen Spengler, der sehr solide Schlösser herstellt. Vielleicht kann sich die Tawo da eines besorgen, im Troll-Keller ist eins kaputt.

    Genossenschaftliches Wohnungen = soziales Wohnen ist ein Mythos; Menschen mit geringem Einkommen können sich die Anteilscheine gar nicht leisten. Siehe die vielgelobte Erlenmatt. Inzwischen wohnen schon Expats in den Genossenschaften. Wo da der „soziale Aspekt“ ist, soll mir mal einer erklären. Für uns gibt’s irgendwann ausrangierte Schiffscontainer.

    Danke Empfehlen (0 )
  3. Genossenschaftswohnungen sind erst mit der Zeit billiger… was mache ich in der Zwischenzeit wenn ich geringverdienend und alleinstehend bin?

    Immer mehr preiswerter Wohnraum wird renoviert und doppelt so teuer weiter vermietet. Keine guten Aussichten für Geringverdienende in BS.

    Danke Empfehlen (0 )

Nächster Artikel