Pegoraro weist Vorwürfe der Gemeinde Allschwil zurück

Die Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro reagiert auf Kritik, nach Giftfunden im Lörzbach falsch vorgegangen zu sein. Ein von der Gemeinde Allschwil gefordertes Fisch- und Tränkverbot am mit Deponierückständen belasteten Grenzbach wird vorerst nicht verhängt. 

Sabine Pegoraro nimmt das AUE in Schutz. (Bild: Keystone)

Die Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro reagiert auf Kritik, nach Giftfunden im Lörzbach falsch vorgegangen zu sein. Ein von der Gemeinde Allschwil gefordertes Fisch- und Tränkverbot am mit Deponierückständen belasteten Grenzbach wird vorerst nicht verhängt. 

In einer Antwort auf eine dringliche Interpellation des SP-Landrats Andreas Bammatter weist Pegoraro den Vorwurf zurück, dass das ihr unterstellte Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) die Gemeinde Allschwil nicht über brisante Deponiegift-Funde im Lörzbach informiert habe.

Bammater fragte mit Bezug auf die Giftfunde: «Muss immer erst Herr Forter und dann die Gemeinde Allschwil aktiv werden, bis sich das AUE und der Regierungsrat des Themas ernsthaft annehmen?»

Der Basler Umweltaktivist Martin Forter hat am Dienstag publik gemacht, dass seit fast 40 Jahren grosse Mengen des Krampfgifts Hexachlorcyclohexan (HCH) in Hagenthal-le-Bas unter freiem Himmel gelagert werden. HCH, ein Abfallprodukt des Insektenvernichtungsmittels Lindan, wird über die Nahrungskette weitergegeben und kann beim Menschen schwere Schäden am zentralen Nervensystem verursachen. Über den Grenzfluss Lörzbach kann das Gift bei Allschwil und Schönenbuch auch auf Schweizer Boden gelangen.

Pegoraro schreibt nun: «Die Analyseberichte sind bei den regelmässigen Sitzungen zwischen dem AUE und den Gemeinden Schönenbuch und Allschwil übergeben und besprochen worden. Allschwil hat also seit 2005 Kenntnis davon, dass im Lörzbach HCH nachgewiesen worden ist. Das AUE BL weist deshalb die Vorwürfe der Gemeinde Allschwil, nicht informiert worden zu sein, entschieden zurück.»

Der Allschwiler Gemeinderat hatte nach Forters Enthüllung scharf kritisiert, nicht über die Situation am Lörzbach in Kenntnis gesetzt worden zu sein, obwohl das AUE spätestens seit eigenen Untersuchungen des Bachwassers 2005 über die Kontamination Bescheid wusste.

Auf die Forderungen aus Allschwil geht Pegoraro zumindest teilweise ein. Das AUE hat bei der französischen Aufsichtsbehörde DREAL um ein Treffen gebeten. Ein Fisch- und Tränkverbot am Lörzbach wird hingegen vorerst nicht verhängt, da in der Fischerei Schonzeit sei und die Kühe ohnehin im Stall seien.

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