Private bauen in Muttenz ein Mini-Solarkraftwerk

Auf dem Dach des Hallenbades in Muttenz wird seit Kurzem Strom produziert. Private haben dort ein Solarkraftwerk gebaut.

Neun Muttenzer wollten grünen Strom und bauten sich ein eigenes kleines Kraftwerk. (Bild: Alexander Preobrajenski)

Auf dem Dach des Hallenbades in Muttenz wird seit Kurzem Strom produziert. Private haben dort ein Solarkraftwerk gebaut.

Würde die Sonne scheinen, dann liefen jetzt auf dem Hallenbad Muttenz die Drähte heiss. Seit dem 12. Juni steht dort nämlich ein kleines Solarkraftwerk. Die Photovoltaikanlage besteht aus 310 Solarpanels und liefert pro Jahr 91’000 Kilowattstunden Strom. Das reicht für 23 Haushalte.

Hinter dem Minikraftwerk steht eine private Gruppierung, die «Genossenschaft Solardächer Muttenz» mit rund 30 Mitgliedern. Getroffen haben sich die neun Gründungsgenossenschafter an einer Veranstaltung der Gemeinde Muttenz. Die damals geltenden kantonalen Bestimmungen erlaubten keine Solaranlagen auf den Dächern im Dorfkern. Also rief die Gemeinde sämtliche Liegenschaftseigentümer zusammen, um nach anderen Lösungen zu suchen. Um trotzdem grünen Strom produzieren zu können, wollte die Gemeinde das Dach des Hallenbades kostenlos zur Verfügung stellen. Dafür suchte man nach einer privaten Trägerschaft.

Noch sind die Kosten nicht gedeckt

Der Architekt Peter Issler war eines der Gründungsmitglieder der Genossenschaft. Er brachte auch das nötige technische Wissen mit. Sobald Issler und die anderen acht Gründungsgenossenschafter zusammengefunden hatten, ging es schnell. Im April wurde die Genossenschaft gegründet, im September fingen die Bauarbeiten an, unter Isslers Aufsicht.

Die Anlage kostete 240’000 Franken und noch fehlen der Genossenschaft knapp 60’000 davon. Diese Lücke habe man vorübergehend mit einem Kredit schliessen können, sagt Issler. «Wir suchen weitere Genossenschafter, die sich uns anschliessen.» Ziel sei es, den Kredit baldmöglichst zurückzuzahlen. So könnte das Mini-Kraftwerk dank der «kostendeckenden Einspeisevergütung» bald selbsttragend werden und vielleicht sogar etwas Geld abwerfen, ist Issler überzeugt. Mit diesem Förderinstrument garantiert der Bund privaten Produzenten erneuerbarer Energie einen Preis, der ihre Kosten deckt.

Neben dem ideellen Engagement winke den Genossenschaftern so sogar eine kleine finanzielle Entschädigung, sagt Issler. «Unsere Genossenschafter wollen sich aber vor allem für erneuerbare Energien einsetzen, finanziell lohnt es sich kaum.» Ist die Anlage auf dem Hallenbad komplett finanziert, kann sich Issler vorstellen, nach weiteren Standorten zu suchen.

Bereits heute gebe es im Einzugsgebiet des lokalen Stromversorgers EBM ungefähr fünf solcher privat betriebener Photovoltaikanlagen, sagt EBM-Geschäftsführer Herbert Niklaus. «Diese tragen zwischen fünf und sechs Prozent zu unserer gesamten Stromproduktion bei.»

Konversation

  1. @Frisch:
    von mir aus, dann mache ich halt Werbung. Unterschreiben tu‘ ich sie aber erst, wenn ich ENDLICH mal solide Fakten (s.o.) zu Gesicht bekomme.

    Und wenn die mich dann überzeugen können, investiere ich auch 200 Stutz…

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  2. Bevor ich mich zu jubelnder Begeisterung hinreissen lasse, möchte ich vom vorliegenden Beispiel anschauen können:
    1. eine realistische Ökobilanz
    2. das Businessmodell mit Vollkostenrechnung.

    Wir sollten die technischen Fortschritte intelligent zum Einsatz bringen, jedoch nicht blindlings auch noch subventionierte Strombauern heranzüchten.
    Das Solargeschäft ist ohne neutrale Fakten völlig intransparent.

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  3. Super Sach! Muttenz könnte Schule machen, es gibt ja noch andere öffentliche und private Gebäude mit Flachdächern! Hätte man vor 30 Jahren damit schon angefangen, tja wir hätten ein Problem weniger. Aber die Schweizer Baubrache und deren Sicherheitsfanatiker-Lobbisten im Parlament wollten lieber die Luftschutzräume in Privathäusern fördern, anstatt sowas! Somit 10’000.- Tausende von Franken über Jahrzehnte für nichts und wieder nichts investiert worden, hätte man das in Anlagen für erneuerbare Energien gesteckt, tja schade. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt! Nur weiter so Muttenz, andere werden dir folgen.

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  4. @Frisch:
    Ein ehrlicher Businessplan basiert natürlich auf unternehmerischem Mut und gesundem Optimismus. Ein solcher Plan ohne eine robuste Statistik der Sonnenscheindauer ist aber nichts als Schrott. Und so schwer kann es ja nicht sein, robuste Daten zu erhalten, schliesslich scheint die Sonne schon seit längerer Zeit auf uns herab. Deren Einstrahlung wurde immer sorgfältig vermessen. Wir wissen genug über die Mittelwerte und Streuungen, also auch über die Geschäftsrisiken.
    Anders gesagt: Ein Unternehmer muss seine Risiken nüchtern abschätzen können.
    Dass eine neue Technologie unter Umständen staatliche Starthilfe beanspruchen kann, leuchtet mir auch ein. Nur scheint mir, dass die Solarenergie längst genug Zeit hatte, um sich zu bewähren – oder halt eben nicht.
    Ein Dauerabo für Subventionen halte ich für reinen Unfug. Deutschland hat uns bereits drastisch illustriert, dass Energiepolitik nicht funktionniert.

    An einem Punkt sind wir einig: Am Schluss entscheidet die Rendite des Investors – aber bitte nach Abzug der Subventionen.

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  5. @HJM

    Das ist der Unterschied! Der Business Plan gibt einen Einblick in die optimistische Zukunft des Projektes. Ein Anteilschein gibt Ihnen die tatsächlichen Zahlen, Jahr für Jahr. Da die Sonnenscheindauer nie exakt vorausgesagt werden jann, bleibt immer ein Restrisiko!

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