Rund die Hälfte der Erdbeeren ist futsch

Die Ernte leidet auch in der Region Basel: Beim Gemüse und den Kartoffeln sieht’s nach dem nasskalten Wetter enttäuschend aus. Während die Erdbeeren verschimmeln, gibt es immerhin noch einen Hoffnungsschimmer für die Kirschen.

«Ein Jahr zum Vergessen»: Rund die Hälfte der Erdbeeren sind verfault oder verschimmelt – so etwa in Füllinsdorf.

(Bild: ENNIO LEANZA/Keystone)

Die Ernte leidet auch in der Region Basel: Beim Gemüse und den Kartoffeln sieht’s nach dem nasskalten Wetter enttäuschend aus. Während die Erdbeeren verschimmeln, gibt es immerhin noch einen Hoffnungsschimmer für die Kirschen.

Ein Coupe Romanoff mit regionalen Erdbeeren wird diesen Sommer wohl wenig reichhaltig sein. Paul Kellerhals seufzt: Der Beeren- und Obstbauer beim Kreuzfeldhof in Füllinsdorf musste unzählige verschimmelte und verfaulte Erdbeeren aussortieren. Die starken Niederschläge und der Pilzbefall haben rund die Hälfte seiner Ernte zunichte gemacht. «Das ist ein Jahr zum Vergessen», sagt Kellerhals. Dabei spricht er von einer der schlimmsten Erdbeerensaisons seiner Karriere.

Generell haben die Felder der Region Basel unter den starken Niederschlägen gelitten. Wer etwa beim Birsmattehof in Therwil ein Gemüsekorb-Abo hat, wird das auch feststellen: «Es sieht aschgrau aus», sagt Alexander Tanner, Co-Betriebsleiter beim Biobetrieb. Der Lichtmangel hat dem Erntegut zugesetzt. Der verregnete Frühsommer hat auch mehr Schnecken und Pilze aufs Feld gelockt. «Die lange Durchnässung belastet unsere Böden», sagt Tanner. Dadurch sei die Mineralisierung der Pflanzen gehemmt. Beim Birsmattehof habe man daher mit erheblichen Verzögerungen bei den Erntephasen zu kämpfen.

Heugras, Mais und Rüebli gehen baden

Nicht alle Kulturen sind davon gleich betroffen: «Beim Salat sieht die Lage relativ gut aus», sagt Tanner. Allerdings befürchtet er, dass beim Blumenkohl und den Kartoffeln rund die Hälfte verloren geht. Er rechnet auch mit weniger Karotten, sofern das in nächster Zeit nicht wettgemacht werden kann. Das Wetter bedeutet für den Birsmattehof auch einen erhöhten Personalaufwand: «Für die Unkrautregulierung muss nun vermehrt von Hand gejätet werden.»

Einen deutlichen Schaden beim Kartoffelanbau sieht auch Hans Rüssli vom Schweizerischen Bauernverband. Vor allem empfindliche Kartoffelsorten hätten unter Kraut- und Knollenfäule gelitten. «Das wird keine Riesenernte», prophezeit Rüssli. Der Mais befinde sich ebenfalls im Rückstand, vor allem auf den Feldern mit stehendem Wasser. Immerhin gibt’s hier noch eine Chance: Wird’s nochmals richtig warm im Sommer, könnte sich der Mais noch erholen.

Entwarnung bei den Kirschen

Hans Rüssli erwartet zudem für den kommenden Winter eine geringere Milchproduktion: «Das zum Teil geschmacklich und qualitativ minderwertige Heugras schmeckt den Kühen nicht.» Weniger schlimm als erwartet sei jedoch die Kirschenernte vom Regen betroffen. Der Ertrag der eben jetzt gestarteten Ernte scheine gut auszufallen.

Dies stellt auch Andreas Buser fest: «Die witterungsgeschützten Kulturen haben das Wetter nicht schlecht überstanden», sagt der Agronom und Leiter der Abteilung Spezialkulturen im Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain in Sissach. Ein wenig anders sehe es bei den Hochstamm-Kirschen aus: Diesen hätte jedoch weniger der nasse Sommerbeginn, sondern vielmehr der kalte Frühling zugesetzt – mit deutlich weniger Fruchtansatz nach der Blütezeit.

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