Schmuck aus Muttermilch ist Pflicht für jedes anständige Mami

Am 17. September beginnt die internationale Stillwoche 2016. Das sollten Sie würdigen. Wir empfehlen, einen Anhänger aus Muttermilch um den Hals zu tragen. Wenn Sie Pech haben, beginnt er irgendwann zu stinken, aber das Risiko nehmen Sie bestimmt gerne in Kauf.

Zum Anbeissen: Schmuck aus Muttermilch.

Am 17. September beginnt die internationale Stillwoche 2016. Das sollten Sie würdigen. Wir empfehlen, einen Anhänger aus Muttermilch um den Hals zu tragen. Wenn Sie Pech haben, beginnt er irgendwann zu stinken, aber das Risiko nehmen Sie bestimmt gerne in Kauf.

Muttermilch ist das Allertöllste auf der Welt! Sie schützt das Buschi vor Magen-Darm-Infektionen und verhindert, dass Mutter und Kind dick werden. Die Mamis in Mamiforen nennen die Milch deshalb auch liebevoll «Mumi».

Diesen Kosenamen hat sie verdient, schliesslich soll sie obendrauf die Mutterkindbindung («Mukibindung») stärken, ebenso wie die soziale Kompetenz der Kinder: Sie schlagen weniger drein und pflegen gute Freundschaften, wenn sie grösser werden.

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Wow! Das können Antibiotika und Mutter Teresa zusammen nicht leisten. Deshalb fordere ich, dass Muttermilch heilig gesprochen wird. Das Problem ist nur, dass Heilige tot sein müssen und die Milch quicklebendig ist – bis zu 700 Bakterienarten haben Mikrobiologen gezählt. Und je länger der Saft lebt, desto lebendiger wird er. Bis er versiegt, dann ist er weg – ohne Überreste, die man in einen Sarg stecken und anbeten könnte.

20 Milliliter pures Glück

Doch, halleluja, zum Glück gibt es eine wunderbare Möglichkeit, die Mumi – Gott habe sie selig – zu mumifizieren. Und zwar in Form von Schmuck. In England hängen sich Mütter schon länger Perlen aus Muttermilch an die Ohren oder um den Hals.

Nun gibt es auch Internetanbieterinnen in der Schweiz, zum Beispiel hier oder hier. Man schickt 20 Milliliter Muttermilch in einem Plastiksäckchen per Post ein, wartet vier bis sechs Wochen und – tataa – schon kommt die Milch als Schmuckstück retour (ab 95 Franken).

Das Rezept ist geheim

Jetzt wollen Sie natürlich wissen, wie man aus flüssiger Muttermilch eine harte Perle macht. Die TagesWoche hat das Telefon in die Hand genommen und versucht, es für Sie herauszufinden. Doch mit der Mumimumifizierung ist es ein bisschen wie mit Schoggikuchen: keine Hausfrau, die etwas auf sich hält, gibt ihr Rezept her.

Muttermilch hart werden zu lassen, ist nämlich tricky: Wenn man es falsch macht, fängt der Schmuck nach einer Weile an zu stinken oder fällt sogar auseinander. Wer ein Rezept kennt, das funktioniert, hat deshalb einen Marktvorteil; der Schmuck ist gutes Business und die Wartelisten der Anbieterinnen sind lang.

So viel fanden wir aber heraus: Einige Mumi-Schmiedinnen erhitzen die Milch mit Essig, so dass sich das Fett von der Flüssigkeit löst. Dann mischen sie die Fettmasse mit Harz und UV-Stabilisator und giessen sie in eine Form, wo sie hart wird. Am Schluss kommt noch eine Schutzglasur drüber. Anmächelig! 

Ein Häschen für das Kind

Sehr beliebt sind Mumi-Kettchen in Form von Herzchen oder Tierchen. Diese lassen die Mütter auch gerne für ihr Kind anfertigen, damit es später eine schöne Erinnerung an die Stillzeit hat.

Armes Häschen, bist du krank?

Armes Häschen, bist du krank?

Mumischmuck ist übrigens nicht immer weiss, mal ist er grünlich, mal gelblich, mal heller oder dunkler – je nach Muttermilch, halt. Das Schöne daran: So wird jedes Stück zum Unikat.

PS: Falls Sie zu den Frauen gehören, die Mühe mit dem Stillen haben, weil die Brustwarzen bluten und die Milch sich staut und es sich anfühlt, als hätten Sie tausend Messer in der Brust, wenn das Kind trinkt: Reissen Sie sich zusammen! Es ist kein Zufall, dass – kaum haben Sie den Säugling mit Blut und Schweiss aus sich rausgepresst – schon eine Pflegerin an Ihrem Bett steht und Ihnen sagt, dass sie unbedingt stillen müssen, unbedingt, unbedingt!

Ärzte und sogar die Weltgesundheitsorganisation sind sich einig: «Stillen ist die beste Möglichkeit, dem Kind einen guten Start ins Leben zu geben.» Also tun Sie es, für Ihr Kind.

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In der Schweiz fertigen zwei Anbieterinnen Muttermilch-Schmuck an: Mumiskreation und Creabeads. In Deutschland gibt es noch mehr Anbieter, doch je länger der Postweg, desto lebendiger die ungekühlte Muttermilch.

Konversation

  1. Warum so ein Theater um das Stillen. Und ja, offenbar kann man auch die Muttermilch auf ewig festhalten, nicht nur in Form des gestillten Sprösslings, sondern auch die Milch an und für sich.

    Also, die Muttermilch ist die ideale natürliche Nahrung für jeden neugeborenen Erdenbürger. Egal wo und zu welcher Tages- oder Nachtzeit immer keimfrei bereit in der idealen Temperatur.
    Die moderne Zeit gibt uns immer bessere Möglichkeiten uns davon zu emanzipieren. Es sollte wirklich jeder Frau freigestellt sein, auf welche Art sie ihre Neugeborenen zu Beginn ernähren will.

    Ich hatte selbst zwei Mädchen und habe beide gestillt. Bei beiden war das sehr verschieden.
    Vor allem die Jüngere war von Beginn weg sehr emanzipiert. Sie hat mit extremer Entschiedenheit alles ausgespuckt, was nicht von der Brust kam, bis sie jährig war. Da hat sie dann gleich mit der normalen Nahrung begonnen. Und sie hat alle tierische Nahrung verweigert bis gegen die Pubertät hin – also wirklich alles, Fleisch, Fisch, Milch, Milchprodukte, Eier (habe ich nichts vergessen?)

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    1. „unanständige Mamis geben muss“…
      können sie dies als „Schwulenpapst“ wie sie in Basel
      genannt werden Begründen?

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  2. Meine Mutter hat mich über zwölf Monate gestillt und deswegen wurde ich hochintelligent.

    Ich kann diese Methode nur weiter empfehlen: Alles andere ist Wunschdenken.

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  3. Werte Frau oder Herr Pfefferstreuer, ich bin nicht für Erdbestattung, zwar auch nicht dagegen, mir ging es aber eher um die Asche, die in Urnen in Stuben aufbewahrt wird, als Zeichen einer Präsenz, die es aber gar nicht gibt.. Wie es die Zeit des Stillens nicht mehr gibt, wie schön die Milchperle auch aussieht..

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  4. Schon verrückt aus was man alles Geld machen kann gell? Und alles, weil man unvergessliche Momente f e s t h a l t e n möchte, die aber nicht festzuhalten sind, genau so wenig wie die Erinnerung durch Urnenasche an einen einem nahe stehenden Verstorbenen..

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    1. werter Herr
      in ihrem Beruf haben sie ja, genau damit zu tun.
      mit dem satz der Urnenasche komme ich nicht klar,
      bevorzugen sie Erdbestattung.
      zudem ist es doch so, dass die psyche beim ableben von
      lieben menschen durchstartet. womit ich meine
      vergangenes, erinnern und gegenwärtiiges vergengenwärtigen.

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    2. @Piet Westdijk
      Unvergessliche Momente braucht man nicht noch zusätzlich festzuhalten. Festhalten muss man eigentlich nur, was man sonst vergisst.

      Und was hat jetzt meine Asche, wenn ich verstorben bin, damit zu tun. Sterbe ich, bin ich dann mal weg und mein Leib ist für mich völlig überflüssig. Die Zurückgebliebenen werden mich dort nicht mehr finden.

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