Starke Schule beider Basel trennt sich bereits wieder von VPM-Gründer

Der Bericht der TagesWoche, dass sich das Komitee Starke Schule beider Basel für seine Expansion in die Stadt ein Gründungsmitglied der Psychosekte VPM an Bord holte, hat Folgen: Die Vereinigung hat die Zusammenarbeit mit dem besagten Mitglied beendet.

Das Komitee Starke Schule beider Basel steht nach dem Bericht der TagesWoche in der Stadt Basel bereits wieder ohne Kopf da.

(Bild: Hans-Jörg Walter / Nils Fisch)

Der Bericht der TagesWoche, dass sich das Komitee Starke Schule beider Basel für seine Expansion in die Stadt ein Gründungsmitglied der Psychosekte VPM an Bord holte, hat Folgen: Die Vereinigung hat die Zusammenarbeit mit dem besagten Mitglied beendet.

Die Schulreform-Skeptiker von Starke Schule Baselland haben ihren Feldzug gegen den Lehrplan 21 auf Basel-Stadt ausgeweitet. Wie die TagesWoche berichtete, hat sich das Komitee für diesen neuen Kampfplatz mit einem Mitgründer der ehemaligen Psychosekte VPM verstärkt.

Das ist bereits wieder vorüber. Am Mittwoch früh teilte das Komitee mit, dass sich die betroffene Person, der Gymnasiallehrer René Roca, «per sofort aus der Starken Schule beider Basel zurückzieht».

«Die Vorstandsmitglieder der Starken Schule beider Basel kannten die Geschichte und die dahintersteckende Ideologie dieses ehemaligen Vereins VPM bis zum vergangenen Montag nicht», heisst es in einer später versandten Ergänzung zur kurzen Medienmitteilung des Komitees.

Starke Schule wusste von nichts

Sonderlich viel Recherchearbeit hätten sich die Vorstandsmitglieder aber nicht machen müssen. Roca weist auf der Website seines «Forschungsinstituts direkte Demokratie» offen auf diese Vergangenheit hin: «Ich gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern des Vereins zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis (VPM), der 1986 gegründet und 2002 wieder aufgelöst wurde», schreibt der Aargauer Historiker, der als Geschichtslehrer am Basler Gymnasium am Münsterplatz arbeitet.

Das Komitee starke Schule will sich nun nach eigenen Angaben nicht mit einem Bezug zur umstrittenen Psychosekte belasten. Dem Verein würden sektiererische und autoritäre Machtstrukturen vorgeworfen. «Unabhängig davon, ob diese Vorwürfe an den Verein VPM begründet oder unbegründet sind: Es schadet dem Mitte-links-Komitee Starke Schule beider Basel, wenn ein ehemaliges Mitglied dieses massiv kritisierten Vereins VPM bei der Starken Schule aktiv ist», lässt das Komitee als Begründung verlauten.

 

Konversation

  1. Die TagesWoche betreibt keine Hexenjagd, sie hat lediglich verbreitet, was der kurzzeitige Stadtbasler Delegierte der Starken Schule und Aargauer Vorkämpfer gegen den Lehplan 21 auf seiner Website freimütig deklariert. Nämlich dass er Mitgründer des höchst umstrittenen VPM war. Das Komitee Starke Schule hat seine eigenen Konsequenzen daraus gezogen. Anders als entsprechende Komitees in Zürich und im Thurgau.

    Dass sich ehemalige VPM-Aktivisten stark gegen die Schulreformen engagieren, kommt nicht von ungefähr. Die Vereinigung kämpfte in den 1990er-Jahren mit nicht nur legalen Mitteln gegen eine kolportierte Unterwanderung der Gesellschaft und der Schule durch die Linke, Homosexuelle und Drogensüchtige.

    Wer mehr über den VPM erfahren möchte, findet im Internet viele seriöse Quellen. Etwa diesen Artikel aus der „Zeit“:
    http://www.zeit.de/1993/43/warnung-vor-einer-psychosekte

    Oder hier eine ganze Linksammlung:
    http://www.pewid.ch/VPM/VPMstart.html

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    1. Das scheint mir aber eine etwas zu stark vereinfachte Polemik, die Sie hier betreiben, Herr Spirgi. « Ich ha jo nur gseit dass… und das ist ja ohnehin schon bekannt»
      NUR,…. Mit Ihrer Zusatzbemerkung, – Das Komitee Starke Schule hat seine eigenen Konsequenzen daraus gezogen. Anders als entsprechende Komitees in Zürich und im Thurgau.- haben Sie darauf hingewiesen, dass Herr Roca eigentlich nicht tragbar sei. NEIIIN, natürlich haben Sie das nicht so geschrieben, sie haben nur darauf hingewiesen dass,……!
      Wenn nicht Hexenjagt, dann halt schmuddelig.
      Im Übrigen habe ich noch kaum sachbezogene Beiträge, zu dem Thema, in der Tageswoche lesen können, es wird vor allem auf die Personen gezielt.

      Ich merke, die Tageswoche braucht dringend Unterstützung, denn:» Mit Ihrer Unterstützung ermöglichen Sie guten Journalismus.» ist zu lesen. 😉

      PS, Ihr solltet Euren Haus-Troll (unten) etwas im Zaun halten, er müllt das Forum voll. Oder ist das erwünscht?

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  2. @Dänny
    Sie verdrehen da aber etwas, möglicherweise unbewusst. Ich kenne z.B. Herrn Wiedemann noch aus seiner Zeit als Lehrer in Allschwil und er ist auch immer noch Lehrer. Auch Herr Roca ist Lehrer. UND… es geht um Schule und nicht um Buchhaltung. Ihr Einwand» ……Da es hier um sein Engagement für (oder genauer gegen) die Schule geht» kann ich nicht nachvollziehen. Was heisst , (oder genauer gegen)? Ich sehe nichts, was bei der Starken Schule gegen die Schule sein soll. Warum soll sich nicht gerade ein Lehrer kritisch zur Schule äussern? Die Starke Schule vertritt lediglich eine andere, wie aber auch ich der Meinung bin falsche Ansicht, wie Schule umgesetzt werden soll. Daraus kann ich jedoch nicht ableiten, dass Roca oder Wiedemann gegen die Schule seien. Es ist aber auch eine Tatsache, dass es Schul-intern nicht wenige gibt, die meinen «sie» seien Schule. Dass diese grundsätzlich von Kritik angepisst sind ( wie es Knackeboul ausdrücken würde), durfte ich schon einige Male erleben.

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  3. Inwiefern „Hexenjagd“?

    Warum sollte eine Zeitung nicht über die von Roca nicht verheimlichte Hintergrundgeschichte berichten?

    Roca weist offen auf seine Vergangenheit hin. Die TaWo berichtet darüber. In keinem Satz eine kritische Bemerkung, inwiefern sich das auf seinen Unterricht auswirken soll. Also nicht auf den Mann geschossen, wie das wohl in einem anderen Medium geschehen wäre.

    Und wenn eine Organisation wie die Starke Schule, die immerhin einen wichtigen Pfeiler unserer Gesellschaft – die Bildung – verändern möchte, dann ist es doch auch völlig legitim, ja ein Muss, dass sich die Medien kritisch mit dieser Organisation auseinandersetzen.

    Wo Sie da eine Hexenjagd sehen (wollen), ist mir schleierhaft.

    —-
    nur um klar zu stellen:
    ich bin kein überzeugter Gegner der Starken Schule und in gewissen Punkten sogar einverstanden mit der Kritik am neuen Lehrplan.

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  4. @Arnold: Wenn sie chröttli als Troll warnehmen, fehlt ihnen möglicherweise ein lokal ausgeprägtes Humorverständnis, dafür können sie nichts. Aber ich kann die Polemik einfach nicht sehen; Spirgis Artikel ist sauber gemacht. Tawo hat Fakten recherchiert, die andere Lokalmedien nicht auf dem Radar hatten und hat einen Artikel dazu veröffentlicht. Ich sehe nichts schmuddeliges dabei und vermute ein zweites Mal, dass sie sich mit dem genius loci ein bisschen schwer tun.
    Ps: Dass chröttlis Kommentare manchmal anstrengend zu lesen sind, ist dadurch gerechtfertigt, dass es chröttli auch etwas Hirnschmalz gekostet hat, sie zu verfassen.

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    1. @Peter Pfenninger
      Dass Sie mir das Fehlen, des» lokalen» Humorverständnisses unterstellen, betrübt mich nicht so wirklich. Zudem ist das ja auch nur Ihre subjektive Momentaufnahme.
      Was Ihre Annahme über meine Beziehung zum genius loci betrifft, könnten Sie, von Ihrem Gesichtsfeld aus betrachtet, durchaus recht haben. Ich gump nit!
      In der Sache (Kommentar von Herrn Spirgi) habe ich mich, in dem von Ihnen kritisierten Post, erklärt. Und warum dürfen Sie nicht anderer Meinung sein? Wie sagte doch früher die Verkäuferin im ACV, wenn man sich über die angegammelte Ware beschwerte? Bis heute hat noch niemand reklamiert.
      Und noch abschliessend zu Chrötlli. Es sind meine wunden Oberschenkel, die mich zur Chröttli kritischen Äusserung zwangen, vor allem der mit dem «Wiedehopf» der war wirklich sack stark, da merkt doch jeder, dass das lustig ist, oder? Und auch dä vo ähnedrah, meint: «das ist sicher echter Baselerischer Humor»! Doch weniger wäre manchmal mehr http://www.tageswoche.ch/user/active , oder auch die billigsten Pralinen bringen einem zum Kotzen, wenn man zu viel davon frisst.

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  5. Dass René Roca Mitbegründer einer Psychosekte war, überrascht mich sehr. Ich selbst war vor einigen Jahren Schülerin am Gmynasium am
    Münsterplatz und hatte bei ihm Geschichtsunterricht, sowohl regulären als auch das frei wählbare Ergänzungsfach. Nun studiere ich (auch dank ihm) selbst Geschicht. Ich und viele andere SchülerInnen haben ihn stets als sehr engagierten, begeisterungsfähigen und fachkundigen Lehrer wahrgenommen, von übermässig autoritärem Auftreten keine Spur. Politisch hat er uns sehr viel über das Schweizerische System beigebracht und Diskussionen gefördert, blieb aber selbst stets neutral. Ich als sehr links eingestellte Person würde ihn wohl – wenn ich müsste – als politisch mitte-rechts einordnen, eine rechtskonservative Einstellung würde mich sehr wundern. Ich bin daher auch etwas irritiert, dass er für die Schweizerzeit schreibt… Wie kritikwürdig seine Einstellung und sein Engagement in dieser Sache auch sein mögen, bei seiner Tätigkeit als Lehrperson dringt jedenfalls nichts sektiererisches, autoritäres oder indoktrinatorisches durch, im Gegenteil lehrte uns Herr Roca, selbstständig und kritisch zu denken und uns politisch eine eigene Meinung zu bilden, wobei er vor Extremismus und Fanstismus jeglicher Couleur warnte.

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  6. das alles stimmt überhaupt nicht: in jungen jahren wurde ich in der schule nämli links unterwandert – bekommt man alleine kaum mehr los.

    ich fordere jetzt auch so eine halbstarke schule, wo man bis ins hohe alter beim eigenen lehrer nachsitzen darf.

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    1. (ich hab nochmals rasch bei @esther abgespickt: eine gute idee, diese leseanleitung, schafft quasi eine ideale wind-wind-situation 😉 – darum extra für die frischluftfraktion, mit filmzitat von ava gardner: «witz – lachen!»)

      ein sackstarker lehrer, dieser wiedehopf

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