Uni Basel warnt vor chinesischer Medizin

Die Verbreitung von Arzneimitteln aus anderen Kulturkreisen birgt auch Gefahren. Das belegt eine neue Studie der Universität Basel.

Viele pflanzliche Arzneimittel der chinesischen Medizin wie Evodia sind wissenschaftlich kaum untersucht. 

Alternative Medizin klingt immer gut: ganzheitlich, natürlich und auch ein bisschen mysteriös. Die traditionelle chinesische Medizin etwa schwört auf Whu Zhu Yu, die giftigen Früchte der Stinkesche (Evodia rutaecarpa), um Kopfschmerzen, Übelkeit und menstruelle Beschwerden zu behandeln.

In Europa gelangen Stinkesche-Präparate relativ unkontrolliert auf den Markt, etwa in Form von Tee. Auch im Internet kann die Arzneipflanze leicht bezogen werden, schreiben Forscher der Universität Basel in einer neuen Studie. Und das ist ein Problem: Die Pflanze enthält nämlich Substanzen, die Herzrhythmusstörungen und Kammerflimmern auslösen können. Schlimmstenfalls führt das zum Herztod.

Da loben wir uns doch die Homöopathie: Die bewirkt medizinisch nämlich nachweislich gar nichts.

Universität Basel: Substanz aus der Chinesischen Medizin kann Herzrhythmusstörungen auslösen

Konversation

  1. Es gab früher in Hong Kong spezielle Apotheken für chinesische Medizin (ev. heute noch), die wie unsere damaligen Pharmazien für jede Beschwerde ein Mittel hatten. Allerdings dauerte die Ausbildung Jahre (fast eine Dekade). Heute ist das Problem doch eher, dass wir irgendwo im Internet irgendwelche Stoffe bestellen können, ohne dass wir den Stoff verstehen, noch der Lieferant weiss, was man für ein Problem hat. Das ist natürlich auch bei Ibuprofen so 🙂
    Fazit: Es ist nicht die (Chinesische) Medizin per se, sondern unser Konsumverhalten.

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  2. Dabei haben wir doch seit Jahrhunderten erprobte einheimische Bio-Medizin, aus uralten Traditionen und in der Zusammensetzung immer noch geheim: Appenzeller und Zuger Kirsch!
    Wenn es der Appenzeller nicht schafft, dann halt noch zwei Gläser Kirsch hinterher, danach sind ALLE Probleme (zumindest zeitweise) vom Tisch.
    Einziges Problem: Das könnte etwas teurer sein, als die chinesischen Kügelchen.

    Heilung? Das war damals auch schon etwas schwierig.

    Aber so eine hübsche dicke Katze, äh Kater im Kopf am nächsten Mogen ist doch auch was wert, oder?

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  3. Korrekterweise müsste der Titel lauten: Uni Basel warnt vor Stinkesche-Präparaten, oder noch besser: vor übers Internet bezogenen Stinkesche-Präparaten. Natürlich liest sich das weniger interessant. Da aber die Chinesische Medizin ein extrem weites Feld ist, sollte man sich schon die Mühe machen, das Problem etwas genauer zu lokalisieren. So wird ja eine Karambolage bei Schweizerhalle auch nicht betitelt mit: Auffahrunfall in Europa. So aber kommt die Stinkesche-Sache daher. Interessanterweise hat die Uni Basel meines Wissens noch nie gewarnt vor Ibuprofen oder Irfen, extrem beliebte Schmerzmittel, die für zahllose Herztode und tödlich verlaufende Magenblutungen verantwortlich sind. Und zwar in der kontrollierten und in Apotheken rezeptfrei bezogenen Form. Sollte einem zu denken geben…

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