Ärzte-Exodus im Kantonsspital Baselland

Der Chefarzt Thomas Gasser wurde vom Kantonsspital Baselland per sofort freigestellt. Insgesamt verlassen sechs von acht Kaderärzten der Urologie das Spital. 

Die urologische Abteilung des Kantonsspitals verliert sechs von acht Kaderärzten.

Es ist unruhig auf der Urologie des Kantonsspitals Baselland (KSBL). Sechs von acht Kaderärzten verlassen die Abteilung, berichtet die «bz Basel». Drei von ihnen – Thomas Gasser, Patrick Maurer und Susanna Jeney – per sofort.

Im Februar hatte das KSBL mitgeteilt, dass sich diese drei Ärzte selbständig machen und die Praxis Urologie Kirschgarten in Basel übernehmen. Die Praxis gehört bisher dem KSBL, die Übergabe sollte Ende Juli erfolgen. Die Ärzte arbeiten bereits dort, bisher als Angestellte des Kantonsspitals.

Per sofort freigestellt

Doch nun wurden sie vorgeladen und per sofort freigestellt. Für den Chefarzt Gasser bedeutet dies einen Weggang ohne Abschied nach 18 Jahren. Stellung beziehen möchte er dazu nicht. Brisant: Thomas Gasser ist nicht nur Chefarzt des Kantonsspitals, sondern auch Dekan der medizinischen Fakultät der Uni Basel. Mit dieser war seine sofortige Freistellung nicht abgesprochen.

Jürg Aebi, CEO des Spitals, äusserte sich gegenüber der bz so: Gassers Entscheid, die Klinik zu verlassen, habe bei den Klinkikmitarbeitenden «zu persönlichen Enttäuschungen und grossen Unsicherheiten geführt. Für alle Parteien war dieser Zustand nicht länger aushaltbar.»

Die Kirschgarten-Klinik wurde vorerst geschlossen. An der Urologie des Spitals in Liestal sollen bis Herbst drei neue Kaderärzte eingestellt werden.

bz Basel: «Chefarzt Thomas Gasser per sofort freigestellt – Kaderärzte ergreifen die Flucht»

Konversation

  1. Chefarzt Gasser ist Ordinarius der Urologie und Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Basel. Somit ist er « der höchste Mediziner » der Uni, der in gewissem Sinne auch die oberste ethische und fachliche Verantwortung für die medizinische Ausbildung trägt. Er plante während seiner Tätigkeit als Dekan und Chefarzt seinen Abgang, was sowohl durch sein Fehlen als auch durch seine folgende Konkurrenztätigkeit den Kliniken Basel/Liestal als auch der Universität inhaltlich und finanziell schadet. Das tönt unanständig und unehrenhaft. Oder könnte man das auch anders interpretieren?

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  2. Das tönt einmal mehr nach einem ungeschickten und schlechten Deal von CEO Aebi: Zuerst wird auf Kosten des Spitals eine Praxis aufgebaut. Wenn sie dann ohne Risiken läuft, wird sie an die beiden leitenden Mitarbeiter verkauft, die bei ihrem Abgang zudem noch ihren Patientenstamm mitnehmen….Ob das einer unabhängigen Geschäftsprüfung standhält??

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