Wasserstrassen-Häuser sind gerettet und werden zur Genossenschaft

Der Baurechtsvertrag ist unterzeichnet: Im Januar geht die Häuserzeile an die Wohngenossenschaft Gnischter über und wird auch teilweise saniert. Weiterhin ungewiss ist aber die längerfristige Zukunft des Eckhauses Nummer 39.

Nun ist der Erhalt dieser Häuser so gut wie gesichert: Ab Neujahr gehören sie zur Wohngenossenschaft Gnischter. Der Baurechtsvertrag wurde am 18. November unterschrieben.

Seit fast fünf Jahren kämpft ein Verein für die Erhaltung der Häuser an der Wasserstrasse im St. Johann. Am Mittwoch wurde ein Baurechtsvertrag unterschrieben, gemäss dem die Häuserzeile im Januar an die Wohngenossenschaft Gnischter übergeht.

Das Bangen um die lange Zeit umkämpfte Häuserzeile an der Wasserstrasse hat wohl ein Ende: Die Erhaltung der mittlerweile stadtbekannten Gebäude im St. Johann-Quartier ist unter Dach und Fach. Die Häuser gehen am 1. Januar 2016 im Baurecht an die Wohngenossenschaft Gnischter über. Die entsprechenden Verträge wurden am Mittwoch unterschrieben. Demnächst werden sie noch vom Regierungsrat abgesegnet werden müssen.

Somit sind 42 Wohnungen vor dem Abbruch gerettet. Der Baurechtsvertrag umfasst die Häuser 21–37. Ungewiss ist aber noch immer die längerfristige Zukunft des Eckhauses Nummer 39: Dafür wurde lediglich ein Vertrag über fünf Jahre vereinbart, da der definitive Entscheid über die Erweiterung des Volta-Schulhauses noch nicht gefallen ist. Der Bebauungsplan Volta Ost sieht nämlich diese Ecke als mögliche Reserve für die Erweiterung des Pausenplatzes und einen Durchgang zur Voltastrasse vor.

Das Haus Nummer 39 hat aber gute Karten: «Momentan steht das Lysbüchel-Areal als Standort für ein neues Schulhaus im Vordergrund», sagt Daniel Gelzer, Verantwortlicher für die Integration der Wasserstrassen-Häuser bei der Wohngenossenschaft Gnischter. Wahrscheinlich werde der Platz also nicht mehr gebraucht. Gelzer ist daher zuversichtlich: «Wir hoffen sehr, dass auch dieses Haus in fünf Jahren mittels ordentlichen Baurechtsvertrags an die Genossenschaft übergeht». 

Tiefe Mietpreise trotz geplanten Sanierungen

Bei der Noch-Eigentümerin Immobilien Basel-Stadt ist die Mietsituation etwas unübersichtlich: Nach Aussagen von Daniel Gelzer sind einige Wohnungen untervermietet von Leuten, die vor Jahren ausgezogen sind. Die Namen sind bekannt, doch neu sollen alle dort tatsächlich Wohnenden und Mieter angemeldet sein. Ebenfalls sollten sie künftig einen Anteilschein erwerben. Gleichzeitig bestimmen aber die Bewohner über den Ausbau und die Renovationen. Demnächst werden die Dächer und Fenster sowie die elektrischen Installationen saniert.

Daniel Gelzer versichert aber, dass die Genossenschaft die Mietpreise trotz dieser Renovationsarbeiten tief halten wird: Eine Zweizimmerwohnung kostet rund 500 Franken pro Monat. Es handelt sich dabei um Wohnungen ohne Zentralheizung und mit Gemeinschaftsbad.

Langes Warten auf den Baurechtsvertrag

Mit den neuen Baurechtsverträgen geht nun ein mehrjähriges Warten dem Ende entgegen. Der Verein Wasserstrasse kämpft seit fast fünf Jahren für die Erhaltung der Häuser und hatte in der Wohngenossenschaft Gnischter eine Partnerin gefunden, die im Herbst 2011 in Verhandlungen mit Immobilien Basel-Stadt eintrat. Diese war schon damals bereit, eine Absichtserklärung zur Übergabe der Häuser im Baurecht an eine bestehende Genossenschaft zu unterzeichnen.

Eigentlich hatten die Beteiligten also gehofft, diese Verträge bereits zwei Jahre früher abzuschliessen. Das Ganze zog sich aber in die Länge, da das Schicksal der Häuserzeile eng mit der Planung des ganzen Stadtteils verknüpft war: Die Erweiterung des Schulhauses, die Weiterentwicklung des IWB-Fernheizkraftwerkes Volta und die Zukunft des dortigen Öllagers erforderten Abklärungen. Diese Entscheide gipfelten im Bebauungsplan Volta Ost, der im März 2015 vom Grossen Rat verabschiedet wurde. Dieser ebnete schliesslich den Weg für die Ausarbeitung der Baurechtsverträge, die schliesslich am 18. November unterzeichnet werden konnten. 

Konversation

  1. Das freut mich sehr! In der Wasserstrasse lebt das St. Johann definitiv viel stärker, bunter und sozialer als im schwarzen Block oder auf dem Vogesenplatz…. und zu einem Bruchteil des Preises. Wäre schön, wenn die Stadtplaner sich das zu Herzen nehmen würden!

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