Wir brauchen Kühe. Und dazu gehört das Schlachten

Eine natürliche Agrarwirtschaft braucht Tiere. Und diese Tiere müssen wir auch schlachten dürfen. Die Biologin und Autorin Florianne Koechlin mit einer Entgegnung auf das TagesWoche-Interview mit dem Tierphilosophen Markus Wild.

(Bild: PETER SCHNEIDER)

Eine natürliche Agrarwirtschaft braucht Tiere. Und diese Tiere müssen wir auch schlachten dürfen. Die Biologin und Autorin Florianne Koechlin mit einer Entgegnung auf das TagesWoche-Interview mit dem Philosophen Markus Wild.

Der Philosoph Markus Wild meint im Interview mit der TagesWoche, dass das Töten von Nutztieren Tierrechte verletze (falls es keine Alternativen gibt). Folglich sei das Töten von Kühen zu verbieten.

Das sehe ich anders.

Die Schweiz ist ein Grasland. Auf Alpweiden und in vielen Gebieten der Voralpen wächst nur Gras, andere Pflanzenkulturen können hier nicht angebaut werden. Nur Kühe, Schafe und Ziegen können Gras in wertvolle Proteine, also in Milch, Käse oder auch Fleisch umwandeln. Wir Menschen können Gras nicht verdauen. Dazu brauchen wir die Wiederkäuer. Ich gestehe, dass ich selber gerne Fleisch esse, ein, zwei oder drei Mal pro Woche. Ohne schlechtes Gewissen. Warum sollten wir diese wertvollen Lebensmittel vergeuden?

Florianne Koechlin (1948) ist Biologin und befasst sich mit neuen Erkenntnissen zu Pflanzen und anderen Lebewesen.
Ein weiterer Schwerpunkt bildet die kritische Auseinandersetzung mit der Agrogentechnik. Sie ist Autorin von Büchern wie «Zellgeflüster» (2005), «PflanzenPalaver» (2008) und «Mozart und die List der Hirse» (zusammen mit Denise Battaglia, 2012), «Jenseits der Blattränder» (Hg., 2014); www.blauen-institut.ch

Es geht aber um mehr als bloss Lebensmittel. In Ägypten besuchten wir vor ein paar Jahren das Landwirtschaftsprojekt Sekem. Sekem wird biologisch-dynamisch geführt, beschäftigt etwa 2000 Angestellte und produziert Lebensmittel, Heilkräuter und Baumwollkleidung.

Nur Kuhmist schafft guten Humus

Wir erfuhren, wie sie aus einer öden Wüste fruchtbare Oasen kreieren, ohne ein Gramm Kunstdünger und ohne Pestizide: Zuerst bohren sie nach Wasser, dann pflanzen sie im Kreis um das zukünftige Feld herum robuste Nadelbäume (Kasuarinen). In einem weiteren Schritt reichern sie den Sandboden mit viel Kompost an. Guter Kompost ist neben Wasser das Wichtigste. Er macht den Boden fruchtbar und speichert das Wasser.

Für die Kompostproduktion haben sich die Sekem-Verantwortlichen eine Wasserbüffelherde – später eine Herde Allgäuer Braunvieh – angeschafft, denn Kuhmist ist für guten Kompost unabdingbar. Nur ein Kompost mit Kuhmist ergibt im Boden einen stabilen Humus. In das Humus-Sand-Gemisch pflanzen sie die ersten, widerstandsfähigen Pflanzen: Kamille, Gerste und Klee. Später folgen Karkade, Basilikum oder Pfefferminze. Milch, Käse und Fleisch, sagten die Projektverantwortlichen, seien zweitrangig.

In Kreisläufen denken

Unsere Landwirtschaft hier funktioniert ähnlich. Natürlich können Pflanzenkulturen allein mit Kunstdünger angebaut werden, ohne Kuhmist und ohne Fruchtfolgen. Doch bei dieser Bewirtschaftung nimmt die Humusschicht Jahr für Jahr ein wenig ab. Einzig beim Biolandbau mit Wiederkäuern, wo Kuhmist zur Düngung und für den Kompost verwendet wird, kann die fruchtbare Humusschicht im Boden tatsächlich aufgebaut werden – und es gibt trotzdem einen guten Ertrag.

Das Problem in der heutigen Landwirtschaft ist die totale Trennung von Viehwirtschaft und Ackerbau, wie wir sie weltweit immer öfter antreffen. Auf der einen Seite riesige Kuhherden, intensive Schweinemast, von Hühnern gar nicht zu sprechen, wobei viel zu viel Gülle anfällt. Auf der andern Seite gigantische Monokulturen ohne Viehwirtschaft. Dort fehlt die Gülle zur Düngung der Felder. Stattdessen wird synthetischer Dünger in grossen Mengen eingesetzt.

Artgerechtes Leben bedeutet auch Töten

Die Herausforderung einer zukunftsträchtigen Landwirtschaft besteht also darin, in Kreisläufen oder Netzwerken zu denken. Wir müssen endlich aufhören, alles isoliert zu betrachten. Weder die molekularbiologische Optimierung des Systems Kuh (wie in der Industrielandwirtschaft) – noch die Forderung nach einem Tötungsverbot von Kühen (was einer Abschaffung von Kühen gleichkäme), können eine Lösung sein. Wir sind auf Wiederkäuer angewiesen. Die Frage ist, wie wir mit ihnen umgehen.

Damit sind wird beim grossen Tabuthema: dem Schlachten.

Anet Spengler Neff wohnt in Arlesheim und hat eine zwölfköpfige Schafherde. Jeden Frühling tollen hier auf der Weide eine Handvoll übermütiger Lämmer herum – ein herzerwärmender Anblick. Ich fragte sie, wie sie es über sich bringen könne, Schafe zur Schlachtung zu bringen, wo sie doch so mit ihnen verbunden sei.

Sie sagt, ihr sei wichtig, dass ihre Schafe ein gutes Leben – also ein artgerechtes Leben – führen können, dafür trage sie die Verantwortung. «Es kommen immer wieder junge Schafe nach, jeden Frühling. Ich muss dafür schauen, dass die Herde als Ganzes – vergleichbar mit einem grossen Organismus – in Balance ist, so dass die Tiere so gut wie möglich leben. Das bedeutet letztendlich, dass ich auch die Verantwortung für den Tod einiger Tiere habe, immer wieder.»

Kälber aus Mutterkuh-Haltung, die nach der Geburt öfters gestreichelt werden, sind bei der Schlachtung deutlich ruhiger.

Und sie fährt fort: «Bevor ich ein Schaf schlachten lasse, rede ich mit ihm, sage ihm, dass es schnell gehen wird. Das Schaf mag mich verstehen oder auch nicht – meine langjährige Erfahrung ist, dass das Schaf mich dann ruhig zum Metzger begleitet.»

Anet Spengler Neff ist Wissenschaftlerin am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick. Ihr Team konnte nachweisen, dass Milchkühe, die eine gute Beziehung zum Bauern haben, weniger Ausweichverhalten gegenüber den Menschen zeigen und seltener an Euterentzündungen leiden.

Ohne Kühe keine Vielfalt in den Alpen

Weiter zeigte sich, dass Kälber aus Mutterkuh-Haltung, die in den ersten Tagen nach der Geburt öfters gestreichelt werden, ihr Leben lang zutraulicher und bei der Schlachtung deutlich ruhiger sind. Dadurch ist ihr Fleisch zarter, denn die Tiere hatten weniger Stress. Das FiBL-Team arbeitet nun mit Schlachthöfen zusammen, um herauszufinden, wie sich der letzte Gang für die Tiere möglichst schonend und stressfrei bewerkstelligen lässt.

Ihr Grundanliegen ist: Wie können wir den Wiederkäuern ein möglichst gutes, also artgerechtes Leben gewähren? Und weil der Tod zum Leben gehört: Was können wir beim Schlachten verbessern, wie diesen letzten Schritt stressfrei gestalten?

Wir brauchen Kühe, wir brauchen Geissen und Schafe. Wir brauchen sie, um Gras in wertvolle Lebensmittel zu verwandeln, den Boden gesund zu halten und Humus aufzubauen. Wir brauchen sie auch, um die Alpen mit ihrer kulturellen und ökologischen Vielfalt zu erhalten.

Als Kind besuchte ich in den Ferien in den Bergen jeden Abend unseren Nachbarbauern, um die Milch zu holen, und blieb oft lange Zeit bei den Kühen. Das war nicht bloss unterhaltsam, es hat mich geprägt. Auch das ist wichtig. 

––
An der Universität Basel läuft derzeit in englischer Sprache die Vortragsreihe «Tierethik im Wandel».  

Konversation

  1. Schade, dass die Autorin des Artikels die Relitäten völlig ausser acht lässt und einer Bauernromantik à la Migros-Werbespot verfällt. Von der TagesWoche ist mensch eigentlich mehr Qualität gewohnt.

    Wer sich für Fakten interessiert, ist die Replik von Markus Wild sehr empfohlen: http://sentience.ch/2014/10/2794/

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  2. Das Argument, dass wir Tierprodukte brauchen, weil sonst das viele Gras nicht richtig verwertet werden könnte, scheint auf den ersten Blick einzuleuchten. Wenn man aber die Zahlenverhältnisse betrachtet, sieht es schon ganz anders aus. Nur ein sehr kleiner Teil des Fleisches und der Milchprodukte wird mit Schweizer Gras produziert. Eine detaillierte Betrachtung ist hier zu finden: http://sentience.ch/2014/04/weil-die-schweiz-ein-grasland-ist/

    Mit der aktuellen Grasfläche müsste die Menge von Fleisch, Milch und Eiern sehr viel kleiner sein als das, was heute konsumiert wird, es gäbe noch 385g Fleisch pro Person und Woche (dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass der grösste Teil des Fleisches, das in der Schweiz konsumiert wird, von Tieren stammt, die kein Gras fressen). Aktuell ist es mehr als das Dreifache (etwa 1 kg pro Woche, und dafür sind sehr viele Futtermittelimporte nötig).

    Ein grosser Teil der Grasflächen in der Schweiz könnten auch für die Produktion pflanzlicher Lebensmittel benutzt werden oder wieder zu Wald werden (was für die CO2-Bilanz noch besser wäre). Wenn nur Naturwiesen und Alpweiden berücksichtigt werden, kommt man auf gerade noch 7.85 kg Fleisch pro Person und Jahr. Ein grosser Teil der Nahrungsmenge ist das nicht, und es wäre kaum ein Problem, darauf ganz zu verzichten – jedenfalls ein viel kleineres Problem als die aktuellen Fleischmengen, für welche sehr grosse Mengen von Futtermitteln importiert werden müssen.

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  3. Ich esse Fleisch, weil es mir schmeckt! Weil, es ist Tradition und mein Darm will es auch so, sagt die Wissenschaft! Fleisch essen: für mich ein liberales Statement: leben und leben…ääh… auf jeden Fall, ich hab’s gern und ich stehe dazu! Den moralischen Zeigefinger soll man verbieten! Die Verbotskultur: verbieten! Ausschaffen, das Pack! Da, das ist mal ein Argument.

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  4. Was die gewürzte Kürze anbelangt gebe ich Ihnen sogar recht: Argumente haben längere Beine als abgelaufene Sprichwörter und die gekürzte Würze bekommt ihnen schlecht.

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  5. @Wild
    „-Vielen Dank für das Bereitstellen des Links zum „Fleischatlas“. An diesem hilfreichen „Atlas“ habe ich mich auch schon orientiert.-“
    ja herr Wild warum erwähnen sie diesen nicht selber… sie schreiben doch
    ellenlange kommentare äh eher artikel..
    in der kürze läge die würze!

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  6. @ Pablo de Pubol

    Vielen Dank für das Bereitstellen des Links zum „Fleischatlas“. An diesem hilfreichen „Atlas“ habe ich mich auch schon orientiert.

    Ich möchte Ihren Beitrag zum Anlasse nehmen, auf drei Dinge zu reagieren, die mir in diesen und anderen Diskussionen öfters aufgefallen sind.

    1/ Was mich irritiert ist das Wort „missionieren“ im Beitrag von Pablo de Pubol und anderen. Der „Fleischatlas“ zeigt doch, wie real und katastrophal die Auswirkung des Fleischkonsums für Tier, Umwelt und Mensch sind. Wenn etwas so verheerende Auswirkungen hat, dann kann man nicht mehr von „missionieren“ sprechen. Es ist, als würde man jemandem sagen, der eine Krankheit bekämpft, einen Krieg oder eine Umweltkatastrophe verhindern möchte oder einen Wirtschafts- oder Politikskandal aufdecken will, er solle aufhören zu missionieren. Hier reden wir nicht von „missionieren“, weil wir es mit echten Problemen und echten Skandalen zu tun haben. Die Fleischproduktion ist ebenfalls ein echtes Problem und ein echter Skandal. (Auch zeigt der Fleischatlas, wie grotesk die Idee ist, dass Vegetarier/innen zu Umweltproblemen beitragen, weil sie Tofu essen – viele sind übrigens nicht besonders scharf auf Tofu. Ganz im Gegenteil, der Fleischverzehr ist es, der zu massiven Umweltproblemen.) Aber selbst wenn Fleisch umweltverträglich wäre, es bleibt das Problem, was dadurch mit Tieren geschieht.

    2/ Immer wieder sagen Leute: „Ich finde Fleisch gut, ich esse mit Genuss und Vergnügen Fleisch!“ Blickt man in den Fleischatlas, so sieht man, dass die Fleischproduktion zu gigantischem Tierleid, zu Ungerechtigkeit gegenüber Menschen, zur Verschwendung von Ressourcen und zu massiven Umweltproblemen führt. Es ist also als würde man sagen: „Ich finde gigantisches Tierleid, Ungerechtigkeit gegenüber Menschen, Verschwendung von Ressourcen und massive Umweltprobleme super, und ich trage mein Teil mit Genuss und Vergnügen dazu bei!“ Ist das nicht eine fragwürdige Haltung? Natürlich werden einige antworten, dass sie auf gutes Fleisch achten, Biofleisch, Glücksfleisch. Man soll versuchen ehrlich zu sein. Mehr als einmal sass ich mit Familien am Tisch, an dem die Eltern sagten: „Wir essen ganz selten Fleisch, und dann nur Bio.“ Und die Kinder ergänzten: „Ja, und wir nehmen jeden Tag Wurstbrote in die Schule mit.“

    3/ Es mag sein, dass wir Fleisch seit Jahrtausenden essen. Das wir aber jeden Tag Fleisch in diesen Mengen zur Verfügung haben, ist ein wirklich neues Phänomen. Dazu musste im Laufe des 19.Jh. die Tierhaltung zur Massentierhaltung werden, gigantische Schlachthöfe mussten eingerichtet und Vertriebswege etabliert werden. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jh. war das voll etabliert. Die Ernährungsideologie dahinter war, dass Fleisch Kraft gibt, gesund sei und männlich sei. Fleisch ist das Vorzeigenahrungsmittel unserer Leistungsideologie. Mit Fleisch kann man zeigen, das man jemand ist. Vor dem 19. Jh. war Fleisch eine Speise, die sich nur wenige leisten konnten. Die Ideologie ist also nicht der Fleischverzicht, sondern ganz im Gegenteil der Fleischverzehr. Fleisch ist die Glaubenssache, nicht Vegetarismus. Und man muss schon seeeehr viel Glauben aufbringen, um sich die Probleme des Fleischkonsums (wie sie der „Atlas“ darlegt) nicht mehr zu Herzen zu nehmen.

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  7. Zufälligerweise bin ich über den
    Fleischatlas gestossen.
    http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/landwirtschaft/140108_bund_landwirtschaft_fleischatlas_2014.pdf
    Die ist eine umfassende info und gehört in diesen artikel.
    aber bitte liebe vegis- nehmt euch auch ander nase und
    vergesste endlich euer missionieren- nur fleisch ist alleine
    nicht die lösung aber tofu und co. auch nicht.
    zudem essen wir seit jahrtausenden fleisch.
    heute kommen eine vielfalt von gemüsen, salaten, getreide und
    früchten dazu…

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  8. Kurzes Gedankenspiel:

    Okey wir sagen, wir stellen alle auf Veganismus/Vegetarismus um:

    Von was sollen die Leute im Engadin oder Bernbiet leben? Noch mehr Tourismusverbauungen oder ein Disneyland will ja niemand, mehr Zweitwohnungen dürfen ja zusätzlich auch nicht gebaut werden.

    Fleischverzehr ist ja bekanntlich etwas extrem Böses und Degeneriertes (ich bekenne mich schuldig), also gibt man die Haltung von Schlattiere auf, man lässt auch gute Dinge wie Bündnerfleisch, Salsiz etc. verschwinden. Stelen wir auf Vegan um, dann gibt es gar keine Tierhaltung mehr dort. Soweit so gut.
    Nun….was machen die Bauern dort? Soja anbauen, im Hochgebirge, auf über 1800m? Statt Gülle streuen wir dann halt Kunstdünger.
    Wir züchten mittels der Gentechnik halt Pflanzensorte, die dem rauhen Klima trotzen…ach kacke, Gentechnik ist ja auch extrem böse.

    Hmm…ist glaub nicht „unser urbanes“ Problem, die Ladleute sollen nicht so dumm tun, sie sollen sich lieber den moralischen Vorstellungen der mehrheitlich regierenden Veganer und Vegetarier unterwerfen. Was für ungebildete, blöde Leute das doch sind, diese Landleute!

    Ich bleibe dabei: Jeder soll sich nach seinem Gousteau ernähren, lehne aber das missionarische, religiöse Getue der „ich schränke mich aus moralischen Gründen ein-Leute“ ab. Sie sind keinen Deut besser, als die Salafisten, die überall versuchen ihren Glauben und ihre Gesetze zu implementieren oder den Leuten im Anzug, die an der Türe läuten und mit mir über Gott sprechen wollen. Die Ernährung hat den Status einer Ersatzreligion erhalten und etwa so verhalten sich dann die „Erleuchteten“.

    Esst, was ihr wollt – aber lasst mich damit in Ruhe und hört auf, dies anderen veruschen aufzuzwingen. Schliesslich missioniere ich auch nicht umher mit meinem Glauben und lass die anderen Leute damit in Ruhe.

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    1. Lieber Georg

      Was machen eigentlich die armen Waffenproduzenten, wenn es keinen Krieg mehr gibt?
      Was machen die armen Schlepper, wenn es keine Flüchtlinge mehr gibt?
      Was machen Ärzte, wenn es keine Kranken mehr gibt?
      Was Polizisten, wenn niemand mehr kriminell ist?
      Was macht die Feuerwehr, wenn es nie mehr brennt?
      Und o Gott, was ist bloss aus all den armen Sklavenhändlern geworden, als die Sklaven plötzlich Menschen genannt wurden?

      Zum Glück gibt es noch so viel Unglück auf dieser Welt, nicht?

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  9. Lieber Georg

    Irgendwo trifft das Thema bei Ihnen einen wunden Punkten, sonst müssten Sie nicht so viel posten.

    Bei vielleicht 3 Prozent Vegetariern und 3 Promille Veganern kann ich Ihre Aufregung nicht so recht verstehen.

    Es ist schön, dass Sie sich um die Bergbauern Gedanken machen, aber in der Realität kommt das meiste Essen aus industrieller Produktion. Und bis das Vegetariertum die Bergbauernexistenzen gefährdet ist noch ein sehr langer Weg.

    Für mich gibt es 2 Ebenen:
    Auf der indivuellen Ebene frage ich mich, ob mein Genuss das Leben eines Tieres wert ist (das bedingt natürlich, dass eine bezüglich Nährstoffen ausreichende vegetarische Alternative zur Verfügung steht). Das ist auch eine Frage meiner Haltung zu meinen Mitwesen.
    Auf der allgemeinen oder gesellschaftlichen Ebene frage ich mich, welche Auswirkungen mein Fleischkonsum hat. Und hier hat eine Reduktion des gesamten Fleischkonsums noch lange eine vollumfänglich positive Wirkung, bis man sich dann irgendwann die Frage stellen muss, was mit unseren Alpweiden geschieht.

    Zuletzt: Der (Lakto-)Vegetarismus hat eine mehr als zweitausend Jahre alte Tradition im alten Greichenland (Pythagoreer) und im alten Indien (Joga). Er ist also mehr als ein modischer Furz oder gar eine Fanatikerveranstaltung.

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