Zu Besuch beim Biber und anderen kleinen Wunder der Natur

Um die unterschiedlichsten Wunder der Natur zu erleben, muss man nicht weit weg. Es reicht ein kleiner Ausflug – zum Beispiel in die Reinacher Heide.

(Bild: Esther Staub)

Um die unterschiedlichsten Wunder der Natur zu erleben, muss man nicht weit weg. Es reicht ein kleiner Ausflug – zum Beispiel in die Reinacher Heide.

Namen wie Kugelblumen, Golddistel oder Feld-Mannstreu machten gluschtig auf den Besuch des Naturschutzgebietes von nationaler Bedeutung an der Birs. Die Sektion Reinach/Aesch/Pfeffingen der Grünen hat kürzlich an einem trüben, aber trockenen Sonntag zu einer Führung durch die Reinacher Heide eingeladen. Herr Lakerveld vom Naturschutzdienst Baselland begrüsste ganze acht warm eingepackte Personen beim Treffpunkt Schwimmbad Reinach.

600 von den insgesamt 3000 Pflanzenarten der Schweiz wachsen in dieser 39 Hektar grossen Insel auf dem Gemeindegebiet von Reinach und Arlesheim. Insel deshalb, weil keine Zuwanderung von Tieren und Pflanzen mehr möglich ist. Die Grenzen sind auf der einen Seite die Autobahn H18 und auf der anderen Seite die Birs mit anschliessendem Wohngebiet. Einzig durch das Anschwemmen der Birs kann vereinzelt noch eine «auswärtige» Pflanzenart ihren Platz in der Heide finden.

Der Naturschutz Baselland kümmert sich im Auftrag der Regierung um den Erhalt dieser einzigartigen Kostbarkeiten. Pro Woche werden im Normalfall rund sieben Stunden zur Kontrolle eingesetzt. Wenn Studien oder biologische Experimente gemacht werden, erhöht sich logischerweise der Aufwand.

Dem Biber werden Grenzen gesetzt

Radfahren, Grillieren und freies Laufenlassen der Hunde ist verboten. Und daran hält sich die Bevölkerung auch. Meistens werden die Leute einsichtig in einem ruhigen Gespräch. Lediglich etwa ein Prozent hat kein Einsehen und das führt dann zu einer Anzeige. Im vergangenen Jahr aber musste zum Beispiel keine einzige gemacht werden.

Ein besonderer Gast hat letztes Jahr dafür Vertreter von Kanton, Gemeinde, Landwirtschaft und Naturschutzkommission an einen Tisch vereint. Ein Biber kam zu Besuch und hat den kleinen, schätzungsweise rund 50 Zentimeter breiten Dorfbach gestaut. Die «Staumauer» betrug 30 Zentimeter und hätte den Bach zum Überfluten bringen können. Da das Wasser aber landwirtschaftliches Abwasser mit sich führt und somit das Grundwasser hätte verschmutzen können, musste eine Lösung her. Im gemeinsamen Gespräch hat man sich darauf geeinigt, dass die erbaute Staumauer von Herrn Biber nicht höher als diese 30 Zentimeter sein darf. Und für die Nachhaltigkeit arbeitet man nun daran, dass der Bach nicht mehr verschmutztes Wasser mitführen soll. Hoffen wir, dass der Biber sich an die Bestimmungen hält.

Grosser Aufwand für die Schmetterlinge

Schmetterlinge leben nur in freien Gebieten. Also muss zu deren Schutz offenes Gelände gesichert sein. Daher müssen immer wieder Bäume und Sträucher gerodet werden. Auch den rund 300 Neophyten (eingewanderte ortsfremde Pflanzen wie etwa die Goldraute) muss Einhalt geboten werden, damit einheimische Arten ihren Platz behalten können. Da muss auch mal der Bagger her und ganze Flächen müssen abgetragen werden, um die Verbreitung durch das Wurzelwerk der Neophyten verhindern zu können. Der Biologe Lakerveld hat der kleinen, interessierten Gruppe in kurzer Zeit viel Wissenswertes vermittelt. Und wenn die Natur dann die zwei- bis dreiwöchige Verspätung aufgeholt hat, wird es wohl noch einiges mehr bei einem anderen Rundgang zu erzählen geben.

Konversation

  1. Der Biber muss dafür büssen, dass der Bach landwirtschaftliches Abwasser führt. Hoffentlich gibt es für die Landwirtschaft gleich harte Regeln wie für den Biber.

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