Zurück an den Absender: Kanton lässt «Hauptpost»-Entscheid prüfen

Die geplante Schliessung der Hauptpost an der Rüdengasse kommt auch beim Kanton Basel-Stadt schlecht an: Das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) will den Entscheid bei der Postkommission zur Überprüfung anmelden.

Die Hauptpost heisst bald nur noch so, eine Post-Filiale wird es nicht mehr geben.

(Bild: CC / Wikipedia Commons > Mikatu)

Da hat die Schweizerische Post AG dem Kanton Basel-Stadt unerwartete und unliebsame Neuigkeiten überbracht: Die «Hauptpost» an der Rüdengasse bei der Freie Strasse soll geschlossen werden, weil der Standort nicht mehr rentiere.

Mit diesem Entscheid zeigt sich das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) in einer eilends verfassten Medienmitteilung nicht einverstanden: Die «Hauptpost» – in der Mitteilung ohne Anführungszeichen – sei ein «Wahrzeichen von Basel mit grossem emotionalem Wert» und für die Innenstadt von wichtiger Funktion. Weiter heisst es:

Der Schweizerischen Post AG wurde bereits mitgeteilt, dass das WSU als zuständiges Departement aber auch der gesamte Regierungsrat mit der Schliessung der Post Basel 1 nicht einverstanden ist.

Aus diesem Grund werde der Kanton Basel-Stadt, «gestützt auf § 34 der Postverordnung VPG», bei der Postkommission PostCom den Entscheid der Schweizerischen Post AG zur Überprüfung anmelden.

Konversation

  1. Was mich interessierte:
    Bei der SBB ist es naheliegend, dass ihre Manager am liebsten die Bahn abstossen würden und nur noch im Immo-Geschäft tätig wären (SBB = Shoppen beim Bahnhof).
    Die SBB hat riesige Grundstücke in bester Lage und daher könnte sie sich selbst dann über Wasser halten, wenn sie ihr Kerngeschäft zugunsten der Immobilienverwaltung aufgäbe.

    Bei der Post ist mir es nicht ganz klar: Auf was greift ihr Management zurück, wenn sie ihr Kerngeschäft aufgibt? Scheinbar gehört ihr ja nicht einmal die Hauptpost…
    Wie wollen diese Leute ihren Job und ihren fetten Lohn rechtfertigen, wenn sie ihre Existenzgrundlage abschaffen?

    Herzlichen Dank für horizonterweiternde Antworten!

    PS: Dass die Hauptpost in Basel – dem wirtschaftlichen Herz der Nordwestschweiz – aufgegeben wird, ist nicht akzeptabel. Basel gehört zu den Zahlern des Finanzausgleiches und eine solche Abwertung dieser Stadt kann man nicht auf sich sitzen lassen.
    Ich würde mich vom Finanzausgleich verabschieden, wenn dieser Schritt vollzogen wird. Alles muss man sich von Bern nicht bieten lassen.

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  2. Diese Argumente überzeugen mich nicht. Diese Poststelle habe ich noch nie ohne Kunden vorgefunden. Dann sind da noch die Postfächer und der Postomat. Was mir aufgefallen ist: Es sind immer viele Schalter offen. Vielleicht sind die Personalkosten zu hoch und nicht die „zurückgehende“ Kundschaft.

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  3. Gemäss § 34 der Postverordnung VPG gibt das dann zuerst eine Gesprächsrunde, anschliessend eine «Empfehlung» der PostCom, und dann kann die Post, entschuldigung, ich meinte natürlich die «Post AG», trotzdem entscheiden, was sie will. Im Endeffekt wird also die Schliessung um höchstens ein Jahr aufgeschoben. Staatsbetriebe «auslagern» ist doch etwas tolles. (Toll ist hier für einmal im ursprünglichen Sinn gemeint.)

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    1. Ehrlicherweise müsste man allerdings noch erwähnen, dass die Liegenschaft nicht der Post gehört, sondern der Axa Winterthur. Wäre noch interessant zu wissen, wieviel Miete die Post allmonatlich abdrücken muss.

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  4. Gut WSU! Das Problem ist natürlich, dass die Post NIE hätte privatisiert werden dürfen. Sie zeigt jetzt die Manieren einer privaten Firma, die nur auf Rendite fokussiert ist und schon gar nicht auf das Interesse der Bevölkerung.. Gibt es jetzt ein Schalter bei Ramstein-Optik oder in der COOP-City?

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    1. Was für ein Quatsch. Sie wissen so gut wie ich, dass die Schliessungen von Poststellen in erster Linie mit dem Aufkommen von E-Mail und E-Banking zu tun haben. Würden Sie denn lieber die alten Poststellen in ein Kunstlichtmuseum des 20. Jahrhunderts umwandeln, wo alle paar Stunden mal ein Kunde eine 50er-Marke kauft?

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