Ärger über einen neuen Namen

Das Basler Puppenhausmuseum nennt sich seit Anfang März Spielzeug Welten Museum Basel. Der Name ist lang und verwirrend, gibt es doch in Riehen seit 40 Jahren das Spielzeugmuseum. Dieses wurde mit dem Namenswechsel vor vollendete Tatsachen gestellt.

Stiftet Verwirrung: Die Umbenennung des Puppenhausmuseums.

Die Umbenennung des Puppenhausmuseums in Spielzeug Welten Museum Basel sorgt im Spielzeugmuseum in Riehen für überraschte Gesichter: Über den ähnlichen Namen wurde nicht informiert.

Die Namensänderung des Basler Puppenhausmuseums in Spielzeug Welten Museum wird mit den breiteren Themenschwerpunkten einzelner Ausstellungen begründet. So sind jährlich zwei Sonderausstellungen und eine Weihnachtsausstellung für Gross und Klein geplant. Ab April ist beispielsweise eine Ausstellung über die Bräuche und Tradition der Taufe zu sehen.

Das Unschöne an der Umbenennung: der neue Name ist einfach mit jenem des Spielzeugmuseums in Riehen zu verwechseln, das seit 40 Jahren Wechselausstellungen aus der Welt des Spielens präsentiert. Und: In Riehen wurde niemand über die Namensänderung informiert. Zufällig erfuhr man vor rund einem Monat über einen Journalisten von Radio Basilisk vom geplanten Namenswechsel am Barfüsserplatz.

Mögliche Verwirrung

Bernhard Graf, Kurator des Spielzeugmuseums in Riehen, befürchtet, dass das Publikum nun zusätzlich verwirrt werden könnte. Schon jetzt seien ab und zu Besucher am falschen Ort gelandet. Das Ergebnis der leicht verwechselbaren Namen könnte sein, dass sich die Spielzeuginteressierten den Weg nach Riehen ganz sparen, weil sie denken, das Angebot überschneide sich mit dem Spielzeug Welten Museum.

Laura Sinanovitch, Geschäftsführerin und Kuratorin des Spielzeug Welten Museums Basel, sieht das anders: «Mit dem Ausstellungsangebot ergänzen wir uns eher, als dass wir uns konkurrenzieren. Zum neuen Namen hatten wir international ein gutes Feedback, und mit unserer weltweiten Werbung kann Riehen von uns profitieren.»

Ob das so gelingt, wird sich zeigen. Im umgangssprachlichen Gebrauch geht die Tendenz doch eher Richtung Namensverkürzungen, was die Verwechslungsgefahr steigert.

Trotzdem: «Wir sind nicht beleidigt» sagt Graf am Telefon mit der TagesWoche. Die beiden Museen wollen in naher Zukunft gemeinsam an einen Tisch sitzen. Mit einem klärenden Gespräch will man über die zukünftige Arbeit im gemeinsamen Bereich diskutieren und allfällige Probleme aus dem Weg räumen.

Konversation

  1. Die Verwechslungsmöglichkeit mit dem Spielzeugmuseum ist kein Problem, sondern wohl eher ein Vorteil für beide Museen. Was mich aber ärgert, ist, dass die Bezeichnung nicht Deutsch ist. Nicht einmal „nicht korrektes Deutsch“, sondern schlicht und einfach „nicht Deutsch“.
    „Spielzeugmuseum“ oder „Puppenhausmuseum“ sind korrekte und verständliche Begriffe, selbst wenn man sie noch nie gehört hätte, würde man wissen, der erste steht für ein Museum, das Spielzeuge ausstellt, der andere für eines, das Puppenhäuser zeigt. Auch ein „Spielzeugweltenmuseum“ könnte ich mir vorstellen: Es würde nur Spielzeugwelten präsentieren, z.B. eine Legowelt, die aus mehreren Legoländern besteht, eine Monopolywelt, eine Barbiewelt, die Welt von Star Wars, usw. (Falls Frau Oeri Kontakte zu einem Platinator hat, kann sie dann auch noch Körperwelten integrieren!)
    Die drei Begriffe „Spielzeug“, „Welten“ und „Museum“ aber wie ein einerseits sexuell sehr fortschrittliches und andererseits auch noch emanzipiertes Ehetrio zu benennen, ohne irgendwelche Bindestriche, ist nur absurd.

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  2. Dass Urs Welten nicht mehr Präsident, sondern nur noch Ehrenmitglied der „Pro Innerstadt“ ist, soll doch nicht heissen, dass er in ein Museum gehört?

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