«Basler Zeitung» tritt ihre «Akte Raubkunst» breit

Die «Basler Zeitung» lässt mit ihren Vorwürfen, das Kunstmuseum Basel habe Flucht- oder gar Raubkunst-Werke aus der Sammlung Glaser erschlichen, nicht locker. Sie zitiert aktuell den TagesWoche-Kolumnisten Georg Kreis, der sich zu diesem Thema aber gänzlich anders geäussert hat. 

Wurde eine Notlage von Kurt Glaser (1879–1943) ausgenutzt?

«Akte Raubkunst ungeprüft» titelt die «Basler Zeitung» in ihrer Ausgabe vom 9. Januar 2018. Seit Ende Juni 2017 ist es der zehnte BaZ-Artikel zum 1933 getätigten Kauf von Werken aus der Sammlung Curt Glaser durch das Kunstmuseum Basel. Der sich wiederholende Tenor: Das Basler Museum habe damals die Notlage des zum Protestantismus konventierten Juden ausgenutzt.

Mit scharfem Geschütz schiesst die Zeitung vor allem gegen den ehemaligen Regierungsrat Christoph Eymann und dessen damaligen Kulturbeauftragten Michael Koechlin, die sich bereits 2008 zu Raubkunst-Vorwürfen äussern mussten. Sie hätten die Öffentlichkeit «grundlegend falsch informiert», heisst es.

«Skandalisierende Berichte»

Im Zeitungsartikel wird als wissenschaftlicher Kronzeuge der Historiker Georg Kreis zitiert, der sich im Bergier-Bericht zum Umgang der Schweiz mit Nazideutschland einst zum Thema Raub- und Fluchtkunst geäussert hatte. Es handelte sich um allgemeine Einschätzungen zum Thema.

Der Autor des BaZ-Artikels hätte aber auch eine aktuelle und vor allem spezifische Einschätzung von Kreis zur Verfügung gehabt. Allerdings hätten diese in der TagesWoche veröffentlichten Ausführungen der These der «Basler Zeitung» diametral widersprochen. 

Kreis schrieb unter anderem: «Die ‹Basler Zeitung› nutzte die Gelegenheit sogleich, um einmal mehr mit skandalisierenden Berichten von ‹Leichen im Keller› zu schreiben und damit die Aufmerksamkeit auch auf sich selber zu lenken.»

https://tageswoche.ch/gesellschaft/der-fall-curt-glaser-recht-gegen-moral/

Konversation

  1. Die Angelegenheit ist etwas delikater:
    „Mein Kampf erschien 1926, entsprechend Zitat aus Wikipedia:

    Der erste Band entstand nach dem gescheiterten Putsch am 9. November 1923 gegen die Weimarer Republik während der folgenden Festungshaft Hitlers 1924 und wurde erstmals am 18. Juli 1925, der zweite am 11. Dezember 1926 veröffentlicht.[1] Vor allem der erste Band wurde bis 1932 in der Weimarer Republik zu einem viel diskutierten Bestseller.

    Demnach wusste der Verkäufer, Herr Glaser, was da politisch anstand, wurde doch 1933 Hitler gewählt.

    Wohl auch in Basel ist dieses Buch gelesen worden.
    Mit Kenntnis dieser Zahlen wirkt der Kauf auf mich nicht einfach mehr als „Routine-Akt“.

    Andererseits war es wohl gut, Kunstwerke da aus dem Nazideutschland hinaus zu bringen.

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