Das Kulturfloss setzt dieses Jahr auf ruhigere Konzerte

Vom 24. Juli bis 11. August legt das Kulturfloss zum 13. Mal bei der Mittleren Brücke in Basel an. Eine Plattform für Nachwuchskünstler möchte Kapitän Krattiger nicht mehr bieten.

Verspricht ein bunter Abend zu werden: Das Kulturfloss am Kleinbasler Rheinufer (Bild: zVg)

Vom 24. Juli bis 11. August legt das Kulturfloss zum 13. Mal bei der Mittleren Brücke in Basel an. Eine Plattform für Nachwuchskünstler möchte Kapitän Krattiger nicht mehr bieten.

Seit dem Jahr 2000 geht das Kulturfloss alljährlich am Kleinbasler Rheinufer vor Anker, um die Stadtbewohner an seinem musikalischen Beutezug teilhaben zu lassen. Dieses Jahr holen Kapitän Tino Krattiger und seine Besatzung einige namhafte Künstler an Bord, unter anderem den Schweizer Rapper Baze, Stiller Has und Polo Hofer.

Erwünscht ist eine gemütliche Atmosphäre

Wie im letzten Jahr ist Heinz Darr für das Line-up verantwortlich. Dem ersten Offizier war es wichtig, diesmal «ruhigere Acts für eine gemütliche Atmosphäre zu engagieren», wie er an der Präsentation des Programms am Montagvormittag sagte.

Dementsprechend werde viel akustische Musik dabei sein. Ein Zugeständnis an die lärmempfindlichen Flussbewohner sei das allerdings nicht. Tino Krattiger, Leiter und Produzent von «Im Fluss», pflegt inzwischen «ein gutes Verhältnis zu den Anwohnern. In dieser Hinsicht hatte das Floss eine Vorreiterposition zur Konfliktbewältigung mit klagenden Rheinbewohnern».

Kein Platz für Newcomer

Liess das Floss zu Jungfernfahrt-Zeiten noch einige junge Newcomer-Bands das Deck betreten, so scheinen diese inzwischen über die Planke gesprungen zu sein. «Wir bieten tatsächlich keine Newcomer-Plattform mehr.» erklärt Tino Krattiger. «Über die Jahre fiel uns auf, dass wir ein anderes Klientel als junge Leute anziehen. Und auch wir sind älter geworden.» Ähnlich sieht das Heinz Darr: «Für dieses Jahr wollten wir eine erkennbare Programmstruktur bieten können, die breit gefächert ist, ohne beliebig zu wirken. Und ich denke, das ist uns mit Acts wie Shilf, Vintage Trouble und TAFS auch gelungen. Aber es ist halt kein Jugendprogramm mehr, sondern eher für Leute über 25 Jahren». Leichtmatrosen werden also keine mehr angeheuert, es wird auf altgediente Seebären gesetzt.

Erhalten bleibt die Apèro-Plattform an Land. Neu sorgt das Eiscafé «Acero» mit einem Stand am Ufer für genügend Vorrat an Speiseeis und Panini. Der RFV (ehemals Rockförderverein, seit kurzem nurmehr Abkürzung) bietet dem Kulturfloss wie immer tatkräftige Unterstützung mit einer kleinen Besatzung regionaler Bands und Radio Virus sendet das Konzert von den TAFS live über den Äther. Ob Kapitän Krattinger und seine Crew mit der Kursänderung weiterhin, wie sie behaupten, der Sommer sein werden, oder damit Schiffsbruch erleiden, weiss nur Poseidon.

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