Der Weg zu eigenen Luftaufnahmen – Top Videobeispiele

Luftaufnahmen rücken auch für Video-Amateure in Griffweite: Mit elektrischen Multikoptern, auch Drohnen genannt. Jetzt ist das erste Modell im Handel, das aus der Schachtel geflogen werden kann und dennoch professionelle Resultate liefert.

DJI Phantom in der Schachtel (Bild: Peter Sennhauser)

Aus der Schachtel nehmen und fliegen: Kamera-Drohnen verlassen die Domäne der Bastler und stossen vor in den Elektronik- und Spielzeughandel. Wir haben es ausprobiert und die Optionen geprüft.

In meiner Jugendzeit waren ferngesteuerte Flugmodelle teuer, mussten in wochenlanger Arbeit zusammengebaut, mit einer separat für noch mehr Geld zu kaufenden Funkfernsteuerung ausgestattet und nach dem ersten Absturz repariert oder – häufiger – entsorgt werden. Heute gibt’s das Segel- und Motorflugzeuge mitsamt Funksteuerung (RC – radio controller) für zweihundert Franken im Spielwarenhandel.

Diese Entwicklung setzt sich jetzt bei den Drohnen fort. Das sind Luftfahrzeuge, die weniger Fliegen als Selbstzweck, sondern den Transport von Gerät oder Material zum Ziel haben.

Multikopter: Einfach zu fliegen

Multikopter eignen sich dafür besonders, weil sie in der Luft schweben und Manöver ausführen können, die für Vogelsicht-Videoaufnahmen und Fotos ideal sind. Gesteuert werden sie ausschliesslich durch die Drehzahl der Motoren an den vier, sechs oder acht Armen. Das übernimmt ein winziger Computer, der seinersseits Fernsteuerbefehle an die richtigen Motoren weitergibt.

Die Geräte waren seit einigen Jahren vornehmlich als Bausätze für Video-Profis und Technikfans erhältlich. Jetzt aber hat mit DJI einer der grössten Hersteller der Controller-Computer ein Komplett-System auf den Markt gebracht, das binnen Minuten flugbereit ist. Es sticht aus der rasch wachsenden Zahl an Multikoptern (zu denen auch die per iPhone gesteuerte AR.Drone von Parrot gehört) durch professionelle Elektronik heraus.

Fliegt die Drohne aus dem Empfangsbereich des Fernsteuersenders, kehrt sie selbständig zum Startpunkt zurück und landet.

Im «Phantom» für knapp 800 Franken steckt ein NAZA-Flugkontroller von DJI mitsamt Lagesensoren, elektronischem Kompass und GPS-Empfang. Dieser ermöglicht der Drohne nicht nur, auch bei Wind über einer Stelle am Boden zu schweben (der Controller gleicht Drift sofort aus), sondern bietet ein Feature, das gerade Anfängern zupass kommt: Fliegt die Drohne aus dem Empfangsbereich des Fernsteuersenders (oder schaltet man diesen aus), dann steigt sie auf 20 Meter, kehrt selbständig zum Startpunkt zurück und landet.

Eigenschaften und Erweiterungen für Drohnen

Die Flugzeit mit einer Ladung des (recht heiklen) LiPo-Akkus beträgt je nach Last und Flugstil zwischen 8 und 15 Minuten. Der Akku ist in rund 1.5 Stunden voll geladen – die Anschaffung eines zweit- oder Drittakkus empfiehlt sich gleich mit dem Kauf des «Phantom» (pro Stück rund 35 Franken).

Die (billige, aber solide) Fernsteuerung des «Phantom» hat laut Hersteller eine Reichweite von 300 Metern, Tests zeigen aber, dass der Radius durchaus einen Kilometer betragen kann. Da die Drohne in 300 Metern eh von blossem Auge kaum erkennbar ist und in der Schweiz mit Sichtkontakt geflogen werden muss, spielt das keine Rolle.

Weiterer Pluspunkt des «Phantoms» ist die mitgelieferte Aufhängung für die weit verbreitete Action-Kamera GoPro Hero. Damit sind Videoaufnahmen beim ersten Flug machbar.

DJI hat ausserdem eine eigene, hochauflösende Kamera für den «Phantom» angekündigt, die nicht nur ihr Videobild per WiFi-Funk an jedes Apple iOs-gerät schickt, sondern aus einer App heraus auch gesteuert werden kann (Schärfe, Zoom etc).

Das Videobild der GoPro kann man sich aber jetzt schon mit einer sogenannten FPV-Ausrüstung (Funksender und Videobrille mit Empfänger) senden lassen – Kostenpunkt des Sets: Ab 350 Franken.

Für ernsthafte Amateur-Filmer empfehlenswert ist ein sogenanntes Gimbal: Eine bewegliche Kamera-Aufhängung (Steadycam), welche die Neigungen des Multikopters im Flug ausgleicht und ein gleichbleibend stabiles Bild erlaubt. Die kleinen Servo-Motoren, welche die Kamera-Plattform in der Waagerechten halten, werden beim «Phantom» direkt aus dem Flugkontroller angesteuert. Kostenpunkt für ein Selbstbau-Gimbal und zwei Servos: Rund 100 Franken.

Die nächste Stufe für bessere Gimbals sind bürstenlose Motoren statt Modellbau-Servos. DJI verspricht ein speziell auf den «Phantom» zugeschnittenes Hochleistungs-Gimbal für die GoPro Hero 3. Es wird allerdings gegen 1000 Franken kosten.

Der Nachteil des «Phantom» liegt darin, dass er über diese Features hinaus kaum ausbaubar ist. Grössere und ebenso einfach zu fliegende Multikopter wie der Turbo Ace X830 bieten Flugzeiten von 20 und mehr statt der knapp zehn Minuten des «Phantom»; sie vermögen grössere Video- und auch Spiegelreflex-Fotokameras zu tragen und können mit 3-Achsen-Gimbals und einziehbaren Landegestellen ausgerüstet werden.

Und wer professionell einsteigen will, für den gibt’s die wirkliche Profi-Komplettausrüstung ab rund 15000 bis gerne auch 40000 Franken zum beispiel bei service-drone.com in Deutschland. 

Flüssige Bewegungen

Wichtigstes Zubehör für wirklich gute Videoaufnahmen bleiben aber unabhängig von der Ausrüstung die Flug- und Videofähigkeiten des Piloten oder der Pilotin. Wer erste versuche mit der AR.Drone oder auch mit dem «Phantom» gemacht hat erkennt schnell, dass flüssige, gleitende Bewegungen sehr schwierig zu fliegen sind. Gerade mit der GoPro Kamera wird man anfangs auch mit dem sogennanten «Jello» konfrontiert: das Bild wirkt, als ob die gefilmte Landschaft ein Wackelpudding wäre. Das liegt an Interferenzen zwischen den Vibrationen des Multikopters und der Bildfrequenz der Kamera.

Ferner gilt es, die Regeln des Flugrechts und des Datenschutzes einzuhalten, die wir hier aufgelistet haben. Es ist auch ratsam, sich mit den Merkpunkten des Verbands der Schweizer Modellflieger auseinander zu setzen.

Mit etwas Übung gelingen aber auch mit billiger Ausrüstung bald beeindruckende Luftaufnahmen, die durchaus nicht immer aus grosser Höhe gefilmt werden müssen: In der Werbung werden inzwischen viele einfache Kameraführungen sehr effektiv eingesetzt.

Wir haben eine Auswahl der beeindruckendsten Videos, die mit Drohnen erstellt wurden, zusammengesucht. Herausragend angesichts der einfachen Ausrüstung finde ich persönlich die Aufnahmen von Tom Hirschmann, einem Schweizer, der in Florida lebt. Zur Nachahmung in der Schweiz allerdings nicht empfohlen: Hirschmann fliegt, wenn auch offensichtlich sehr früh morgens, auch durch Städte. Viel Spass:

 

 

 

Quellen

Konversation

  1. Einerseits können sie gebraucht werden, um den eigenen Gwunder zu befriedigen. Dadurch wird aber die Priphatsphäre der Opfer tangiert.

    Ein anderer Anwendungsbereich wäre bei Einbrechern gegeben. So können sie vor dem Einbruch das Objekt gründlich erforschen.

    Oder, wie es die US-Amerikaner nutzen um Islamisten zu suchen. Auch sie überschreiten da fremdes Territorium und sollte deshalb strafbar sein. Aber wer kann schon die Amis anklagen, wegen Landfriedensbruch. Sie sind ja die Herrscher dieser Welt.

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  2. …mit einer Anti-Kamera-Drohne (sog. Akadröhn) , bestückt mit winzigen Luft-Luft Raketen (sog. Luluraks), steuerbar mit einem i-Dings, oder gleich vollautomatisch. Das gäbe doch eine hübsche Knallerei, wenn bei einer Luftraumverletzung (sog. Lurave) die feindliche Drohne abgeschossen würde. Die Profiversion enthält zusätzlich eine kleine Batterie Boden-Luft Abwehrrakten (sog. Bolufabs oder mini Patriots) bequem im Geraniumkistchen am Balkon fixierbar. Ab 2014 fliegen dann die i-Dinger gleich selber los und zerstören mit Kamera-Drohnen-Killer-Apps (sog. Kadrokapps) den Eindringling. Ach ja, Herr Martens, die analoge Pfeil-und-Bogen (sog. Pub) Version funktioniert natürlich auch….

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  3. Pit, ich kenn Dich persönlich und deshalb weiss ich, dass Du diese fliegenden Multikopter geil findest (also ich finde da eher „Blue Thunder“ geil, dasselbe Prinzip, nur schwerer…). Trotzdem wünsche ich Dir nicht, dass dieser Furz Dir mal aus Versehen an die Birne knallt.

    Weniger euphorisch betrachtet ist dieser Unsinn ein weiteres Puzzleteil auf dem Grabstein der Privatsphäre. Davon hätte ich gerne mehr gelesen von Dir…

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