Die Künstler der Klingentalkirche tun sich zusammen – und suchen gemeinsam nach einem Atelierhaus

Seit einigen Tagen hängt an der Klingentalkirche das wohl grösste Such-Inserat von Basel: Die Künstler des Hauses suchen gemeinsam nach einem neuen Atelierplatz.

Suchen dringend ein neues Atelier-Zuhause: Die Künstler der Klingentalkirche werden geschlossen gehen, auch wenn sie sich nach der Sanierung theoretisch wieder bewerben dürften.

(Bild: Jan Hostettler)

Seit einigen Tagen hängt an der Klingentalkirche das wohl grösste Such-Inserat von Basel: Die Künstler des Hauses suchen gemeinsam nach einem neuen Atelierplatz. Unter den gegebenen Bedingungen wollen sie sich nach der Sanierung nicht mehr um ein Atelier bewerben.

Es ist kaum zu übersehen: 

«Uns Künstler-innen wurde leider gekündigt»

«Wir suchen dringend ein neues Atelierhaus ab Januar 2018»

«Bitte melden bei klingental@gmx.ch. Danke!»

Die drei Banner sind an der Vorderseite der Klingentalkirche angebracht – da, wo momentan noch rund dreissig Ateliers von Basler Künstlern beheimatet sind. Doch nicht mehr lange: Im April 2014 beschloss der Kanton Basel-Stadt im Rahmen des neuen Gesamtkonzeptes für das Kasernenareal, der Genossenschaft zu kündigen, die Mietverträge der jetzigen Künstler in der Klingental-Kirche aufzulösen, das Gebäude zu sanieren und die Mietzinse der Ateliers zu erhöhen. Ab Ende 2017 müssen die Künstler raus, einige von ihnen haben seit Jahrzehnten hier ein Atelier.

Fehlende Sicherheit für die Bewohner

Seit dieser Verkündigung hat sich einiges getan: Die Künstler haben sich nach langen Protesten zusammengerauft und beschlossen, sich gemeinsam nach einem Ersatz umzusehen. Sie wollen nach der Sanierung nicht mehr ins Haus zurück. Denn ab da gelten in der Kirche andere Regeln: Geplant ist ein Turnus, der vorsieht, dass Künstler nur für ein paar Jahre ein Atelier bewohnen dürfen, bevor sie sich wieder neu bewerben müssen.

Für viele Künstler sei das ein Leerlauf, sagt Jan Hostettler, der selbst in der Kirche ein Atelier hat: «Man weiss noch nicht, wie lange der Umbau dauern wird und wie genau das Bewerbungsprozedere aussieht. Da fehlt uns die Sicherheit.» Ausserdem seien die neuen Mietzinse für viele nicht mehr zahlbar. «Nur in einem Atelierhaus mit vielen Beteiligten können die Mieten tief gehalten werden.»

Also suchen die Klingental-Künstler und -Künstlerinnen jetzt gemeinsam nach neuen Räumlichkeiten. Bestenfalls zentral, bestenfalls ein Haus. Alle zwanzig von ihnen. Die Devise lautet solidarisch: alle oder keinen.

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Unsere Berichterstattung zum Thema:

Konversation

  1. Gottseidank müssen diese Schande Leute wie Robie Frank und all die anderen nicht mehr erleben, die im Winter jeweils Suppe kochten für die Strassenmädchen. Aber eben, sozialistisch ist nicht sozial und die Grünen sinds höchstens hinter den Ohren.

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    1. @ Hr. Seiler:
      Sie haben völlig Recht!
      Lasst darin die neue Basler Börse einbauen: Ein Kapitalismus-Tempel, der viel besser zur kapitalistischen Stadt Basel mit ihren hohen Grundstückspreisen passt!

      Was nicht schon Picasso oder Van Gogh heisst, ist nicht rentabel genug!

      Selbst bei den Rentnern wird es ja schon grenzwertig!

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    2. …oder so ein roter Tempel würde sich auch als Edelpuff eignen, wo man für mindestens einen oder auch zwei Tausender noch ein paar blaue Flecken bekommt.
      Das wäre wirtschaftlich auch adäquat-lukrativ.

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