Die Nacht der Nächte

Den klaren Favoriten sucht man vergeblich. Aber ordentlich was los ist doch an Silvester. Ein Überblick.

Familiär fröhlich: Herzschwester & Peel beehren an der «Zone 3» die Garage. (Bild: Delia Piccinato)

Den klaren Favoriten sucht man vergeblich. Aber ordentlich was los ist doch an Silvester. Ein Überblick.

Was waren das noch für Zeiten, als die Silvesterpläne schon im November Thema Nummer 1 waren! Nun, liegts am soeben überstandenen Weltuntergang, den üppigen Weihnachtstagen, oder hat uns gar die andauernde Wirtschaftskrise die Lust aufs Feiern vergällt? Fest steht, dass sich das Basler Feierprogramm im Vergleich zu vergangenen Jahren erstaunlich spartanisch präsentiert.

Zwar gibt es nach wie vor die unverdrossenen Dauerbrenner, die auf ein treues­ Stammpublikum zählen können: So etwa die «Big Bang» in der St. Jakobshalle, die neben dem ewigen Electro-House-King DJ Antoine und Hip-Hop-Legende Kool Savas auch mit den Techno-Pop-Chartstürmern Klangkarussell aufwartet. Oder die schlicht «Silvestergala» betitelte ­XL-Sause im Borderline, die mit dem anderen Techno-Hit-Lieferanten Wankelmut sowie den härteren Kalibern The Advent und Lützenkirchen auftrumpft.

Wers lieber queer und bunt feiert, prä­feriert die grosse «Cosmic Bang» für Gays & Friends im Volkshaus. Und natürlich ­locken die «Grossen Drei» unter Basels ­Silvesterklassikern: Erstens die stets überlaufene «Zone 3» im Nachtigallenwäldeli, wo auf drei Floors mit lauter Basler DJ-Grössen zu Houseclassics, Partybeats, Minimal und Techno gefeiert wird. Zweitens die «Mit Hut und Brille»-Sause, wo die Nordstern-Residents mit Maskerade, Techno, House und Disco ins neue Jahr peitschen. Und für all jene, die Reggae, Hip Hop und Funk elektronischen Takten vorziehen, bietet die «Silvester Heat»-Sause in der Kaserne mit den Goldfinger Brothers und der britischen Radio-Ikone Benji B ­einen feuchtfröhlichen Rutsch.

Ansonsten aber sucht man auf den Line-ups der Basler Clubs und Partyveranstalter vergeblich nach grossen Head­linern und ausgefallenen Konzepten – ja, es scheint fast, als hätten hiesige Party­veranstalter genug der Superlative und setzten lieber auf familiäre Atmosphäre. So etwa Das Schiff, das seinen letzten ­Jahreswechsel vor dem Club-Aus im ­Februar ruhig angehen lässt: Aufgetischt werden neben einem Gala-Dinner 80ies von Das Mandat und Funk aus der Kiste des Duos Kraut & Rüben. Noch eklek­tischer fährt das Sud, das mit Nu Disco, Break- und Tropical Cosmic Beats und den DJs Larry King, Rough J und Miajica & Chi Coraçao die Globalisierung beschwört.

Orientalische Klänge dominieren auch bei der «Türkischen Silvesternacht» im Union, derweil Freunde von Gitarren­musik sich beim Emo-Deutschpunk von Matula im «Hirschi» einfinden. Ältere ­Semester, die gerne unter sich feiern, ­bevorzugen dagegen die Danzeria in der Sichtbar oder die «Ü40-Tanznacht» nebenan im Querfeld. Und wer es ganz klassisch mag, begibt sich ins Foyer des Theaters ­Basel zur grossen Gratis-Silvesterparty, wo Regisseur Tom Ryser durch den Abend führt. Oder verweigert sich dem Party­trubel – so wie der Hinterhof, dessen Türen geschlossen bleiben.

Artikelgeschichte

Erschienen in der gedruckten TagesWoche vom 28.12.12

Konversation

  1. das jahr 2012 war auch wahrlich kein gutes jahr!
    ich finde es gut, dass vermehrt auf lokis gesetzt wird, denn mit headlinern lässt sich schlechter anstossen.
    im sinne einen guten rutsch!

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