DJ Michael Flume und sein Meisterfilm – da fällt uns das Kinn ab vor Staunen

Der Basler DJ Michael Flume hat einen Stummfilm produziert – und träumt schon von einem Oscar. Denn sein Streifen gewann an den Laiffa, am Himpff und am Beliff. Noch nie gehört? Eben.

Machte einen Stummfilm und redet nun viel drüber: Michael Flume, Schnauzträger.

Die gute Nachricht vorne weg: Michael Flume hat sein Repertoire erweitert und einen Film fabriziert. Die schlechte Nachricht: Der Film ist bereits abgedreht und wird Flume folglich nicht davon abhalten, im Mai einen weiteren FCB-Meistersong zu komponieren.

Flume ist also wieder da. Unser Mann in New York ist einer der wichtigsten Basler Exportschlager nach Arthur Cohn (unser Mann in Hollywood) und Ritalin (unsere Pille im Kinderzimmer). Star-DJ in Neu York war er laut Selbstdeklaration, experimentierlustiger Fotoartist sei er, FCB-Meisterliederkomponist ist er leider auch. Und neuerdings eben: Filmemacher.

Sein Werk trägt den Namen «The Story of L’Homme de Cirque», ist eine niedliche Hommage an den Zirkusmann David Dimitri und noch mehr eine an den Stummfilm. Der Plot in aller Kürze: Dimitri (bekannt aus David Dimitri) und Almi (bekannt als 50 Prozent von Almi und Salvi) zanken sich um die Gunst einer Frau. Gedreht wurde am Andreasplatz, Nebenrollen nahmen Basler Prominente wie Theaterbetreiber Helmut Förnbacher ein. Im Nachgang hat Flume den ganzen Film einmal durch die Ruckelmaschine gejagt.

Raus kam nicht nur ein Stummfilm – es wurde ein 18-fach preisgekröntes Meisterwerk. So stehts jedenfalls auf der Packungsbeilage, was einen durchaus in Staunen versetzt, nachdem man sich den Trailer zu Gemüte geführt hat. Flume jedenfalls schwebt auf Wolke sieben. «Ich erlebe ein Märchen», jubelt er in der «bz Basel». Vor zwei Jahren hatte er die Idee für den Stummfilm, dann das Drehbuch geschrieben, Regie hat er auch geführt, den Film natürlich eigenhändig geschnitten. Alles hat der Hansdampf in allen Basler Gassen selber gemacht. Mit beachtlichem Ergebnis: «Nun habe ich mit 18 Preisen international abgeräumt.»

Michael Flume ist sich sicher: «Hollywood wird Almi anrufen!»

Abgeräumt hat er etwa an den Laiffa, selbst am Himpff kamen sie nicht an ihm vorbei. Weiter ging die Trophäenjagd in London, wo er am Beliff die Konkurrenz abtischte. Es ist ein irrer Traum, den Michael Flume gerade durchwacht. Er ist sich sicher: «Hollywood wird Almi anrufen!» Wieso auch nicht? Und wieso sollte sich Hollywood nicht ihn, Michael Flume, angeln? Auf «Telebasel» richtete er bereits einen Antrag an Jack Nicholson, den dieser kaum verpasst haben dürfte. Ausserdem stehen die Oscars vor der Tür. Flume zeigt sich selbstbewusst: «Klar habe ich Ambitionen.»

18 Awards, das ist der Durchbruch im ersten Anlauf. Durchmarsch, direkt rein in die grossen Studios. Laiffa, Himpff und Beliff im Handstreich genommen, was kann Michael Flume da noch stoppen?

Vielleicht die Realität. Seine Auszeichnungen sind so etwas wie die Cumuluspunkte der Filmindustrie. Man bezahlt und kriegt ein paar Awards auf dem Konto gutgeschrieben. Es gibt sie zu Dutzenden und Hunderten, man kann sie sich auf spezialisierten Websites nach Bedarf zuwählen, bezahlt eine Gebühr und erhält irgendwann Post, ob man etwas gewonnen hat. Zu diesem System finden sich einige Publikationen, welche solche «Festivals» in die Nähe von Scam, neudeutsch für billigen Betrug, rücken.

Können so viele Lorbeer-Kränze lügen?

Medienberichterstattung zu Veranstaltungen wie den «Los Angeles Independent Film Festival Awards» (Laiffa) gibt es durchs Band keine. Wer dort nach welchen Kriterien entscheidet, ist unklar. Klar ist nur: Alles kostet. 200 Wörter Begründung fürs Abschneiden? Macht 69 Dollar zuzüglich Mehrwertsteuer. Qualifizierte Begründung: 119 Dollar.

Die Awards werden monatlich verliehen – in Dutzenden von Kategorien. In den Fachgremien dieser selbsternannten Festivals finden sich Persönlichkeiten wie jene Komparsen aus Haifischfilmen, die gleich am Anfang vom Haifisch gefressen werden, um den Plot anzukurbeln.

Angemeldet für die Berlinale

Ob die prämierten Filme jemals irgendwo gezeigt werden, weiss keiner. Das immerhin weiss man von Michaels Flumes «L’Homme de Cirque», der läuft am 11. Dezember im Küchlin über die Leinwand. Und danach vielleicht in Berlin. Flume nämlich ist auf den Geschmack gekommen und will es jetzt ins Hauptprogramm der Berlinale schaffen. Angemeldet habe man sich bereits dafür, erklärt sein PR-Beauftragter. Ob der Film in den Wettbewerb aufgenommen werde, wisse er natürlich nicht. Aber immerhin so viel: «Wir haben eine Bestätigung der Anmeldung erhalten.»

Das wär natürlich was: Michael Flume erobert Berlin und kommt ganz gross raus. Jack Nicholson bettelt um eine Nebenrolle. Almi löst Daniel Craig als James Bond ab. Helmut Förnbacher eröffnet ein Krimitheater am Broadway.

Träumen darf man ja. Und ansonsten darauf hoffen, dass YB bald die Meisterschaft klarmacht.

Konversation

  1. Es gibt die Creator und es gibt die Hater. Die Creator erarbeiten etwas, sie ersinnen, kreieren, geben etwas von ihrer Phantasie an alle anderen.
    Die Hater versuchen ihr unkreatives Leben zu erhöhen, indem sie die Creator runter machen. Haters are going to hate, creators are going to create. In diesem Sinne Renato Beck go on hating und hoffentlich Michael Flume go on creating!

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  2. Wenn man gut ist braucht es in der satten CH leider viel zu viel TAMTAM damit Hinz und Huntz erwachen. Jerry Lewis muss doch ersetzt werden. Wir sind gespannt ob Almi im Englisch gut mitgemacht hat oder ob Flume in Hollywood die Stummfilme wiederbeleben will. Cohn wird sicher helfen. Und Minu wird dann bei jedem Oscar Reportagen schreiben.

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  3. Flume-Immer ein paar Ideen weiter. Allen kommerziellen und ideellen Erfolg mein Namensvetter. Damit Du nicht mehr so viel herumrennen musst.

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