«Freitag» eröffnet einen Laden in Basel

Es gibt schweizweit nur fünf Freitag-Läden. Jetzt kommt ein sechster dazu – und zwar in Basel. Die TagesWoche weiss auch schon, wo.

Tasche, Rucksack, Portemonnaie findet man bald in der Mitte. Aussehen wirds allerdings kaum so.

(Bild: Karen N. Gerig / Montage: Nils Fisch)

Es gibt schweizweit nur fünf Freitag-Läden. Jetzt kommt ein sechster dazu – und zwar in Basel. Die TagesWoche weiss auch schon, wo.

Zürich hat drei, Lausanne hat einen und Davos hat einen Freitag-Store. Jetzt kommt ein sechster dazu, in Basel. «Die Eröffnung ist für die zweite Novemberhälfte geplant», bestätig Elisabeth Isenegger, PR-Chefin von Freitag Schweiz. Das genaue Datum steht noch nicht fest, da die Ladenfläche noch umgebaut wird. 

Und zwar an einem Ort, den die TagesWoche bestens kennt: im Unternehmen Mitte. Im Parterre, gleich hinter dem Café im so genannten «Glaskasten». Glaskasten deshalb, weil der Raum nur durch eine Glaswand vom Café getrennt ist. 

Bis vor Kurzem haben TagesWoche-Produzenten dort noch Artikel redigiert, danach machten die Initianten der Abstimmung über das bedingunglose Grundeinkommen den Raum zu ihrem Kampagnenbüro und jetzt ist noch das «Radio Energy» dort.

Umweltfreundliches Label

«Der Standort ist perfekt», findet Isenegger. Nicht nur, weil er so zentral liegt, sondern auch wegen der «Philosophie der Inhaber». Das Unternehmen Miete vermietet an Kulturschaffende, verzichtet auf Gewinn und betreibt das Café Mitte ohne Konsumationszwang.

Freitag gehört nicht nur zu den bekanntesten Firmen der Schweiz mit Läden von Hamburg bis Bangkok und Tokyo. Sie gilt auch als Pionierin in Sachen Nachhaltigkeit. Ihr Markenzeichen: Taschen aus gebrauchten Lastwagenplanen. Seit zwei Jahren stellt Freitag selbst kompostierbare Textilien in Europa her.




Taschen aus Lastwagenplanen – das Markenzeichen von Freitag. (Bild: Bruno Alder)

Nun ist es nicht so, dass die Basler bisher in der Stadt keine Freitag-Taschen fanden. Schon jetzt haben Läden wie Zoolose oder Doodah Freitag im Sortiment. Weshalb Freitag jetzt Basel als Ort für einen ganzen Laden ausgewählt hat, will Isenegger noch nicht verraten.

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Aktualisierung vom 1. November: Inzwischen ist klar, wenn der «Freitag Store» eröffnet – am 17. November.

Konversation

  1. Für Sonntag ist es noch früh. Im Teaser schrebt ihr: „Es gibt schweizweit nur drei Freitag-Läden. Jetzt kommt ein vierter dazu – und zwar in Basel.“
    Im Text steht dann weiter untern: „Zürich hat drei, Lausanne hat einen und Davos hat einen Freitag-Store. Jetzt kommt ein sechster dazu, in Basel.“

    Eine Aussage wird sicher richtig sein. Beide zusammen sind aber falsch.

    Jetzt aber zu Freitag selbst. Ich dachte, dass sich diese Taschen und Accessoires langsam überlebt hätten. Ganz ohne Freitag konnte ich vor einigen Jahren auch nicht. Für mein iPhone 4 hatte ich mal eine Hülle von denen. Nach dem das Display ständig durch Rückstände des Inlays der Hülle verschmutzt war, ging diese Hülle in ein anderes Leben über.

    Zwischenzeitlich hab ich ein Samsung mit Plastikhülle (die genau so teuer war, wie das Stück LKW-Plane) und meine Aktentasche ist aus hochwertigem Leder. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst älter werde? Denn preislich schenken sich die Sachen nichts.

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    1. Eine kurze Recherche ergab, dass es wohl tatsächlich fünf sind bis jetzt 🙂 Habs nun so angepasst, merci für den Hinweis!
      Schönen Sonntag noch, Karen N. Gerig

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  2. Kurz mal in die Suppe spucken!

    Dass die «Freitag»-Ladenkette eine Filiale im «Unternehmen Mitte» einrichtet ist nicht verwunderlich. Damit ist man nahe beim eigentlichen Kundensegment. Es ist auch nicht verwunderlich, dass das «Unternehmen Mitte» weiter expandiert, seine Produktpalette diversifiziert und sein Geschäftsmodell hin zu lukrativen und rein kommerziellen Mietern erweitert. Man ist ja aufgebrochen um Kohle zu machen. Tüchtig Kohle. Aber wo fliesst das viele Geld den hin? Ist die Gemeinnützigkeit ein Steuertrick, oder welche Projekte werden im Sinne der Gemeinnützigkeit mit dem Unternehmensgewinn finanziert? Das Unternehmen Mitte wurde als neue Unternehmensform 1998 als GmbH gegründet. Zur Zeit gehört die GmbH zwei Gesellschaftern. Die Behauptung steht im Raum: Die Eigentümer der GmbH partizipieren nicht am Gewinn. Das verspricht man zumindest auf der Website. Der Gewinn bleibt im Unternehmen Mitte und wird reinvestiert. Sagt man. Da würde man sich doch etwas mehr Transparenz wünschen. Zumal das Unternehmen offensichtlich mit rund 95 Angestellten als Gastro-Grossunternehmen taxiert werden muss. Mit dem ebenfalls expandierenden Vermietungsgeschäft dürfte ein ordentlicher Batzen zusammenkommen. Ob man da noch von einem gemeinnützigen Unternehmen sprechen kann?

    Die Behauptung, dass die Unternehmensphilosophie in Projekten wie der Alten Stadtgärtnerei, dem Werkraum Schlotterbeck und dem Werkraum Warteck wurzelt, ist schwer nachvollziehbar. Mit lediglich zwei Gesellschaftern ist das Modell «Unternehmen Mitte» doch meilenweit von basisdemokratischen Vorgaben entfernt und die Fokussierung auf eine reine Geldmaschine war – so wie ich dies verstanden habe – nicht ein Wesensmerkmal der erwähnten alternativen Kulturprojekte.

    Also wo ist das «Unternehmen Mitte» noch ein kulturelles und wo ein gemeinnütziges Projekt? Auch als Start-up und innovatives Jungunternehmen kann die gut geschmierte Geldmaschine ebenfalls seit langem nicht mehr antreten.
    Neue Unternehmensform? Oder habe ich etwas verpasst?

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    1. Das ist nun wirklich in die Suppe gespuckt. Wo sonst kann man auch in der Stadt in angenehmem Ambiente treffen und muss nichts konsumieren. Das tun Woche für Woche verschiedene Gruppen in der Mitte, die Tische sind sauber wie auch die Toiletten. All das kostet Geld und muss finanziert sein. Mehr echten Gemeinnutz kann ich mir kaum vorstellen.
      Basisdemokratie braucht es dazu nicht. „Basisdemokratie“ bedeutet meist, dass demjenigen

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    2. (…) „Basisdemokratie“ bedeutet in der Praxis meist, dass sich derjenige – Macker -, der zu jedem Thema eine starke Meinung hat und alle anderen in den Boden redet, sich durchsetzt, bis das Projekt am Boden liegt, weil sich alle Vernünftigen zurückgezogen haben. Mit „Basisdemokratie“ gäbe es die Mitte schon lange nicht mehr.

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    3. „Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch, sie ist von beträchtlichen sozialen Ungleichgewichten geprägt und kennt Wanderungsgewinner ebenso wie Modernisierungsverlierer; sie hat die Tendenz, in eine Vielfalt von Gruppen und Gemeinschaften auseinanderzustreben und ihren Zusammenhalt sowie die Verbindlichkeit ihrer Werte einzubüssen“ (Dani le Rouge).

      … hart, schnell, grausam und wenig solidarisch … .

      Hauptsache, der „rote Stoffel“ hat sich wieder mal verbal wundgerieben.

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  3. Jeder Velofreak kennt die Ortlieb-Velotaschen. Die lassen sich auch am besten mit gebrauchten Lastwagenplanen flicken. So halten die ewig – sozusagen ein ganzes Leben lang.

    Von wegen herstellen von kompostierbaren Textilien:
    Die Schafe machen das seit ewig, ebenso die Kamele, Dromedare, Lamas, Vikunjas und viele andere Tiere, z.B. Seide von den Seidenrauen, Kashmire von der Kahsmireziege, usw.

    Ebenfalls im Pflanzenreich gibt es jede Menge Beispiele. Baumwolle, Ramie, Nessel (von den Brennnesseln – ja), Leinen, Bambus und viele viele mehr. Wenn daraus Stoff gemacht wird und kein Kunststoff verwendet wird, lässt sich das alles kopostieren.

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    1. Von wegen kompostierbar: Als ich das letzte Mal nachts meine alten T-Shirts auf einem Quartierkompost angesetzt habe, hat mich so ein depperter Quartieröko blöd angemacht und behauptet, die seien nicht kompostierbar.

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    2. @Marsson
      dem Quarktieröka, kann es demeinst passieren, dass er,
      wegen Amalgan, Blei in den Knochen, und Cäsium vom
      Röntgen nicht kompostierbar ist…

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    3. @Dinu Marsson
      Reine Baumwolle ist sehr wohl kompostierbar. Und damit meine ich „reine Baumwolle“. Es darf kein Mischgewebe sein mit Kunstfasern. Ebenfalls sollte das T-Shirt mit Pflanzenfarben oder anderweitigen ökologischen Farben gefärbt sein, ansonsten sich Gift unter den Kompost mischt.

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