Herr der Ringe Reloaded

Lange musste man auf den ersten Filmteil der Vorgeschichte zum «Herrn der Ringe» warten. Unerwartet ist an «Der Hobbit – Eine unerwartete Reise» jedoch kaum mehr etwas.

(Bild: © Warner Bros.)

Lange musste man auf den ersten Filmteil der Vorgeschichte zum «Herrn der Ringe» warten. Unerwartet ist an «Der Hobbit – Eine unerwartete Reise» jedoch kaum mehr etwas.

Am Anfang ist alles, wie es schon einmal war. Das Auenland, die runden Türchen in den sanften Hügeln, die Höhle des alten Hobbits Bilbo Beutlin. Die Musik, die Schriftzüge. Keine Minute brauchts, bis der «Herr der Ringe»-Kenner sich im Kino wieder heimisch fühlt.

Seit Regisseur Peter Jackson die «Herr der Ringe»-Trilogie des britischen Autoren J.R.R. Tolkien verfilmt hat, ist die Vorstellung Mittelerdes nicht mehr von den grandiosen Landschaften Neuseelands zu lösen. Von diesen kriegt man auch in «Der Hobbit – Eine unerwartete Reise» mehr als genug zu sehen. Denn diese Reise, auf die sich Bilbo Beutlin begibt, führt durch frische Wiesen, über Berge, durch tiefe Täler und durch Höhlenlandschaften. Es bieten sich nicht nur Möglichkeiten genug, die Landschaft zu zeigen, sondern auch die 3D-Effekte voll auszukosten, auf die Jackson partout nicht verzichten wollte. Er verfeinerte sie gar noch und drehte in doppelter Bildrate: Statt 24 Bildern pro Sekunde flimmern 48 über die Leinwand – in Basel allerdings nur im Küchlin, weil anderen Kinos die technische Ausrüstung fehlt.

Kämpfe und Lieder

Der Geschichte «Der Herr der Ringe» ist eine klassische Gut-gegen-Böse-Saga, ein apokalyptischer Endkampf. Der «Hobbit» ist die Vorgeschichte dazu, ursprünglich für Kinder geschrieben, und vor allem als märchenhafte Abenteuergeschichte angelegt. Ein dünnes Buch im Vergleich zur dreibändigen Trilogie, und von Jackson trotzdem als drei-mal-dreistündiges Epos verfilmt. «Geschichten sind da, um ausgeschmückt zu werden», sagt der Zauberer Gandalf bald nach Filmbeginn, ein Motto, an das sich offenbar auch Jackson gehalten hat.

Und so bleibt der «Hobbit» nicht nur sehr nahe an der Buchvorlage, sondern fügt dieser sogar noch Zusätzliches bei: Vorgeschichten einzelner Figuren etwa, die Jackson aus anderen Schriften oder Erwähnungen Tolkiens zusammensuchte. Jackson kostet es aus, seine profunde Kenntnis von Tolkiens Welt zu beweisen, auch in Anspielungen, die nicht jeder Kinobesucher als solche verstehen wird.

Der Film bietet uns das, was wir erwarten: Kampfszenen, Freund- und Feindschaften, melancholische Lieder, mehr und weniger schrullige Charaktere und grandiose Spezialeffekte. Jackson beginnt an derselben Stelle, wo auch der erste Teil des «Herrn der Ringe» seinen Anfang hat: an jenem Tag, an dem der Hobbit Bilbo Beutlin sein 111. Geburtstagsfest feiert. Bilbo wartet auf das Eintreffen des Zauberers Gandalf. Und er beginnt damit, die Geschichte seines vor langer Zeit erlebten Abenteuers für seinen Neffen Frodo niederzuschreiben.

13 Zwerge und 1 Drache

Und diese Erzählung beginnt an dem Tag, an dem Bilbo den Zauberer zum ersten Mal traf. 13 Zwerge entern nach dessen Auftauchen plötzlich die gemütliche Höhle des Hobbits und plündern seine Vorratskammer. Es dauert ein Zeitchen, bis ihm klar wird, dass die Zwergenschar sich von ihm Hilfe bei der Rückeroberung ihres unterirdischen Reiches erhofft. Ein Feuerdrache namens Smaug hatte sich dieses einst mit Gewalt unter die Klaue gerissen, gierig auf das darin gehortete Gold. Hobbit, Zauberer und Zwerge machen sich in der Folge auf den Weg, Smaug den Garaus zu machen.

Dass Jackson den «Hobbit» auf drei Filme aufteilt, fanden und finden nicht alle toll. So detailgetreu wie der erste Teil nun daherkommt, bleibt aber noch genug Stoff für zwei weitere Teile. Da sind noch neue Charaktere zu erwarten, weitere Kämpfe und eine grosse Schlacht. Und immerhin hat Jackson uns den Drachen Smaug noch nicht in voller Grösse gezeigt. Wie dieser aussieht, darauf dürfen wir also nun noch mindestens ein Jahr gespannt bleiben. Anderes, das wissen wir bereits, zumindest in Ansätzen – nämlich wie die Geschichte endet, auch wenn uns das erst 2014 im Kino gezeigt werden wird. Schliesslich ist uns bekannt, wie und wo «Der Herr der Ringe» beginnt: Im Auenland, bei den runden Türchen in den sanften Hügeln, in der Höhle des alten Hobbits Bilbo Beutlin…

Konversation

  1. Ich frage mich ja wieso man diesen Artikel liest (und Kommentiert!), wenn man die LotR Filme schon nicht mochte 😉 wenn einem diese Filme nicht zusagen, muss man sie ja nicht gucken. Wenn man denn wenigstens einen anderen Filmtipp abgegeben hätte, gäbe der Kommentar über mir noch etwas her. Aber so? Reiner Mitteilungsdrang. TABU und HOLY MOTORS wären meine Kinotipps, da ich auch grad keine Lust auf den Hobbit habe.

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
  2. Die drei originalen Ringe-Filme waren ja schon unerträglich langweilig! Gut zu wissen, dass man sich diesen Quatsch sparen und die vielen guten Filme angucken kann, die sonst noch rauskommen…

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
  3. Es ist schon unverschämt und unverfroren, wie jetzt auch noch „Der Hobbit“ ausgeschlachtet wird. Das Format der Kino-Trilogie hat so gut funktioniert, dass das selbe Schema nun auch auf den Prolog angewendet werden kann. Da vor Weihnachten die Kassen besonders goldig klingeln, versucht man also abermals, die nächsten drei Jahre den Tolkien-Fans (oder ist es doch eher den „Jackson-Fans“?) das Geld aus der Tasche zu ziehen. Der Erfolg ist Programmiert. Wer will sich dieses Epos schon entgehen lassen?

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten

Nächster Artikel