Kanton soll Kunstmuseum unter die Arme greifen

Nach der Einweihung des Erweiterungsbaus leidet das Kunstmuseum unter nun höheren Betriebskosten. Nun fordert der Präsident der Kulturkommission, dass der Kanton das Betriebsdefizit deckt, berichtet das Regionaljournal.

Der Inhalt ist top, doch finanziell legen sich Schatten über den Erweiterungsbau. (Bild: Walter Bornando)

Rund 2,5 Millionen Franken fehlen dem Kunstmuseum Basel nach der Eröffnung des Erweiterungsbaus bei den Betriebskosten. Laut dem «Regionaljournal Basel Baselland» spricht der Direktor Josef Helfenstein von einer «prekären Situation». Der Ball liege jetzt bei der Politik.

Aufgenommen hat ihn Oswald Inglin, der Präsident der Bildungs- und Kulturkommission des Grossen Rats. Für ihn sei klar gewesen, dass man im Vorfeld zu optimistisch budgetiert habe. Nun müsse der Kanton für die fehlenden 2,5 Millionen Franken aufkommen. «Es kann ja nicht sein, dass der Kanton dem Kunstmuseum einen Neubau zur Verfügung stellt und man sich danach zu Tode sparen muss», sagte er gegenüber dem SRF-«Regionaljournal».

«Regionaljournal Basel Baselland»: Der Kanton soll das Betriebsdefizit decken

Konversation

  1. Es würde mich nich wundern, wenn bald die ersten Baueropfer zu beklagen wären. Die Schieflage oder mindestens ein Teil davon verantwortet das Kader – ein Teil davon hat oder wird echtzeitig den Kanton verlassen. Bleibt zu hoffen, dass nun am richtigen Faden gezogen wird, um den gordischen Knoten zu lösen. Entlassungen im niedrigen Lohnsegment könnten die Finanzen wohl kaum massgeblich und langfristig sanieren.

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  2. @Blaumeise & Co
    Das Behindertenforum der Region Basel vereinigt die regionalen Selbsthilfeorganisationen und vertritt die Anliegen und Ansprüche von Menschen mit Behinderung
    http://www.behindertenforum.ch
    Die Organisationen finden Sie hier
    http://www.behindertenforum.ch/organisation/mitgliedorganisationen
    So läuft nach wie vor die Unterschriftensammlung des Behindertenforums für die Kantonale Verfassungsinitiative «Für eine kantonale Behindertengleichstellung»
    http://www.behindertengleichstellung.ch
    Nur müssten wir als privates kämpferisches Aktionskomitee den 3. Stammtisch für die Wiedereröffnung der Fachstelle organisieren. Danke liebe Blaumeise für den indirekten Anstoss. Ich denke im Herbst ist es soweit.

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  3. @Blaumeise % Co zur Behindertenfachstelle
    Liebe Blaumeise
    Eigentlich war von unserem Aktionskomitee Behindertengleichstellung, dem Aktionskomitee für die Wiedereinführung der Fachstelle für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung geplant, nach den ersten 100 Tagen Amtszeit von Stadtpräsidentin Elisabeth Ackermann auf dem Präsidialdepartement vorstellig zu werden. Aktionskomitee-Mitglied ist nebst engagierten weiteren Personen auch Christoph Meury
    http://www.ak-behindertengleichstellung.ch
    Ob es allerdings bei den vielen offenen Baustellen im Departement der richtige Zeitpunkt wäre, lassen wir mal dahingestellt. Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch die Einstellung des designierten Stadtentwicklers Lukas Ott zur Wiedereröffnung der Fachstelle, generell zum Thema Behinderung.
    Im Übrigen finde ich es spannend, dass wenigstens in Kommentaren endlich mal der Posten Abfindungen im Präsidialdepartement Legislaturperioden 2009 bis 2016 Erwähnung findet …

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    1. @Rohner: Danke für Ihre Antwort. Ich blicke da nicht durch. Ich habe eine Frage: Mir wurde gesagt, dass es in Basel zahlreiche „Behindertenorganisationen“ gibt, also „Organisationen“, die sich in irgend einer Weise mit Menschen mit Behinderungen befassen. Meine Frage ist, ob sich diese „Organisationen“ auch dafür einsetzen, dass die Behindertenfachstelle wiedereingeführt wird? Ich habe auf diese Frage keine Antwort gefunden bei Ihrem angegebenen Link.

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  4. Ich kann durchaus verstehen, dass bei „geforderten“ 2.5 Mio Franken gezuckt wird. Nur – für Planung und Budgetierung des Neubaus können weder Direktor Helfenstein noch kaufm. Direktorin Schönholzer verantwortlich gemacht werden. Beide haben die mögliche Mogelpackung Buchhaltung von ihren Vorgängern übernommen… Es ist doch nur gut, dass mit Helfenstein ein Direktor am Ruder ist, der genauer hinschaut – und mit Schönholzer eine knallharte Finanzfrau, die auf jeden Rappen schaut der ausgegeben wird.

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  5. Für ein neues Objekt kann man heute die Planungs-/Bau aber eben auch die Unterhaltskosten sehr genau einschätzen und budgetieren. Je grösser und aufwendiger der Bau, desto teurer der Unterhalt. Die wahren Kosten und hier vermutlich unterschlagen worden, weil das Projekt ja sonst vielleicht gar nicht bewilligt wurde und nun steht man da und verlangt Hilfe vom Kanton !

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  6. Warum so aufgeregt? «Strahlkraft» kostet Geld. Und wenn es nur das Geld der anderen ist: Um so besser.

    Eigentlich erwartet der zeitgenössische Steuerzahler (gewieft wie er ist) eine Aufschlüsselung dieser Mehrkosten auf die einzelnen Posten.

    Oder müssen wir erst Blumenthal für diesen Job zurückholen («Kaizen» im Kunstmuseum)?

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  7. Direktor
    Verwaltungsdirektor.. wie viele Direktoren
    Diktieren
    die Pleite?
    Edel muss es in der Basler – Kunst sein.
    Der Neubau zu Teuer und nicht Funktional.
    Hier loben sich nur die Archsidekten und diese
    Kunst im Innern ist in 50 Jahren passe.
    Regionalen Künstler sind bereits nur noch mit
    wenigen ausnahmen ohne Verlust handelbar
    z.b. Tingueliy aber nur die Maschinen.
    Die jungen von Welt haben ein Handy, keine Kunst
    an den Wänden- Papa kannst du Verkaufen oder Verschenken…..

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  8. Erste Berechnungen hatten schon 2007 ergeben, dass mit Betriebsmehrkosten von ca. 4.5 Mio gerechnet werden muss. Der Betrag war offenbar politisch nicht genehm. Auch wurden damals schon Bedenken geäussert, dass sich Sponsoren wohl nicht gerne an Betriebskosten beteiligen wollen. Das nun vorliegende Ergebnis war absehbar.
    Urs Reimann, Alt-Verwaltungsdirektor Kunstmuseum Basel

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  9. Oswald Inglin hat vielleicht Nerven »für ihn sei klar gewesen, dass man im Vorfeld zu optimistisch budgetiert habe«. Trotzdem hat er scheinbar vorbehaltlos das Geschäft sanktioniert und im Gross Rat durchgewunken. Es fehlen nicht ein paar Tausendsender, lieber Oswald Inglin, sondern schlappe 2,5 Millionen Franken. Naja, man kann sich bei den Betriebskosten schnell einmal verrechnen. Ist schon klar. Aber wenn die Rechnung mit 2,5 Millionen in den Miesen ist, dann hat vermutlich niemand den möglichen Betrieb mit dem Budget verglichen, sondern man hat aus politischen Erwägungen den Finger in die Luft gehalten und eine Summe genannt, welche politisch opportun erschien. Logischerweise ist jetzt dafür auch niemand verantwortlich. Vorallem nicht der vormalige Stadtpräsident Guy Morin. Auch nicht die Bildungs- und Kulturkommission, nicht das Präsidialdepartement und auch nicht Direktor Helfenstein. Solche Sachen passieren einfach. Aus heiterem Himmel. Schicksal! Apropos: in in einem Zeitungsinterview hat Josef Helfenstein genuschelt, dass der Bücherstand im neuen Museum am falschen Ort steht und daher defizitär läuft. Klar doch, mit dem Mehrverkauf von ein paar Duzend Büchern, wäre das Defizit natürlich nie und nimmer so hoch geworden. Offensichtlich will man uns für dumm verkaufen. Zudem: Der Kanton hat nur ein halbes Kunstmuseum zur Verfügung gestellt. Die andere Hälfte ist gesponsert worden. Nein, zu Tode sparen muss sich das Kunstmuseum nicht, das müssen die Anderen: das Architekturmuseum und das Sportmuseum. Vielleicht würde es auch dem Kunstmuseum guttun mit den vorhanden Mitteln etwas haushälterischer umzugehen. Es sind schliesslich Steuergelder.

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    1. @Meury:

      Ich habe das nicht ganz verstanden. Bedeutet das, 2.5 Millionen als einmalige Zahlung, oder als jährlich wiederkehrende Zahlung? Man muss wohl von jährlich wiederkehrenden Kosten, d.h. Betriebskosten, sprechen?

      Ich habe schon lange nichts mehr gehört von dieser Angelegenheit mit der Streichung der Behindertenfachstelle, die, wenn ich mich richtig erinnere, 160 000 CHF kostete im Jahr. Geht da etwas, Wissen Sie etwas darüber?

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    2. Ja liebe Blaumeise, Oswald Inglin, oder Josef Helfenstein oder vielleicht auch Annette Schönholzer werden Ihnen das mit den Finanzen klitzeklein erklären. Das Prinzip ist aber einfach: Wir nennen eine x-beliebige, aber sehr hohe Zahl und schauen, wer dabei zusammenzuckt. Oswald Inglin hat bei 2,5 Millionen mit keiner Wimper gezuckt, also wird die Summe politisch okay sein. Voilà!

      Gut, dass Sie nachfragen: Bei der Behindertenfachstelle musste man echt sparen. Heiliges Indianerehrenwort! Das hat auch Eva Herzog gesagt. 160’000.- kann sich die Stadt für diese Fachstelle einfach nicht leisten. Davon war auch Guy Morin felsenfest überzeugt. Wobei, das vermeintlich gesparte Geld hat Morin dann ja mit den Abfindungen von Marie-Paule Jungblut, der ehemaligen Direktorin des Historischen Museums und mit dem Thomas Kessler, dem Ex-Stadtentwickler wieder grosszügig aus dem Fenster geworfen.

      Elisabeth Ackermann will die Wiedereinführung der Fachstelle prüfen. Hat sie jedenfalls vor den Wahlen gesagt. Aber zuerst muss sie ja noch ein Museumskonzept, oder war’s eine Museumsstrategie?, gegen den Willen der MuseumsdirektorInnen auf die Reihe kriegen und einen neuen Kulturchef, oder noch besser: Kulturchefin finden. Bei den Grünen wurde sie bis dato nicht fündig. Die haben’s nicht so mit der Kultur…
      Also eile mit Weile: Erst dann kommen die Menschen mit einer Behinderung an die Reihe. Man muss schliesslich Prioritäten setzen. Also zuerst das Kunstmuseum. Das ist schliesslich auch tourismusrelevant. Da können die 25’000 ortsansässigen Menschen mit einer Behinderung gar nicht punkten.
      Vielleicht wird sich aber unverhofft Oswald Inglin mit der gleichen grosszügigen Geste: »was sind schon schlappe 2,5 Millionen« einsetzen und dann wird die Behindertenfachstelle postwendend wieder installiert. Es echot der CVP-Mann: »wir wollen die Beratung von behinderten Menschen ja nicht totsparen«…

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    3. Dann ist der neue Boden wahrscheinlich schon mitberechnet. Ich fand den alten Boden schöner als den neuen Boden.

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    4. Und ich möchte noch sagen, dass ich es traurig finde, dass man für die Kunst Geld hat, aber für die Behinderten nicht

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    1. Man könnte das Bundesasylzentrum Feldreben von Muttenz in den Kunstmuseums-Neubau verlegen. Und somit die Betriebskosten des Gebäudes dem Bund anhängen. Dieser Vorschlag würde sicher vom BL unterstützt. Zumal das Gebäude dann auch sinnvoll genutzt würde. Die farbigen Dreiecke, Kreise und diagonalen Balken kann man hängen lassen, die klaut sicher niemand. Die Kunst an diesen Objekten ist eh nur, sie als Kunst zu verkaufen.

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