Per Crowdfunding zum iPad-Halter der Begierde

Per Crowdfunding von Basel aus in die grosse, weite Welt geschafft hat es der Basler Architekt und Designer Berend Frenzel – mit einem simplen Produkt: einem iPad-Ständer namens «Yohann». Diesen verkauft er ab Freitag an der «Blickfang Basel», für die wir 10 x 2 Tickets verlosen.

Berend Frenzel feiert mit «Yohann» seinen internationalen Erfolg. (Bild: Nils Fisch)

Per Crowdfunding von Basel aus in die grosse, weite Welt geschafft hat es der Basler Architekt und Designer Berend Frenzel – mit einem simplen Produkt: einem iPad-Ständer namens «Yohann». Diesen verkauft er ab Freitag an der «Blickfang Basel», für die wir 10 x 2 Tickets verlosen.

Berend Frenzel ist gerade mit den letzten Vorbereitungen für die «Blickfang Basel» beschäftigt, als wir ihn in seinem Büro im «Stellwerk» beim Bahnhof St. Johann treffen. Seine iPad-Halter, die er an der Designmesse zeigen und verkaufen will, liegen – sauber nach Material sortiert – zu Dutzenden in Reihen angeordnet bereit.

«Yohann» heisst Frenzels Innovation. «Die Idee kam aus meinen eigenen Bedürfnissen. Es gibt viele Situationen im Alltag, in denen es ermüdend ist, das iPad ständig und über längere Zeit in der Hand zu halten und nur eine Hand frei zu haben».

Frenzel hat auf dem Markt nach einem geeigneten Tablet-Halter gesucht, jedoch für seine Vorstellungen kein passendes Produkt gefunden. «Die funktionalen Halterungen sind meistens sehr technisch, und ihr Design passt nicht zum iPad. Andersherum fehlte es den schlichten und einfachen Produkten an der gewünschten Funktionalität.» 

Auf Kissen gebettet 

Mit der Entwicklung vom «Yohann» hat Apple-User Frenzel nun die für ihn wichtigen Aspekte vereint: hohe Funktionalität, einfache Handhabung und schlichtes Design. Mit dem «Yohann» könne man das iPad in sechs verschiedene Positionen aufstellen, erklärt Frenzel, «und das Produkt bietet auch auf weichem Untergrund stabilen Halt.» Zum Beweis führt er es auf einem Kissen vor.

Der 40-jährige Wahlbasler – er ist in Bremen geboren und in Süddeutschland aufgewachsen – ist gelernter Architekt. Zwar habe er weiterhin Architekturprojekte, aber seine momentane Hauptbeschäftigung und Leidenschaft sei das Produktdesign, genauer gesagt der «Yohann». Sein beruflicher Hintergrund passt sehr gut zu seinem Produkt, unter anderem, da für die Entwicklung tatsächlich statische Berechnungen notwendig waren.

Die Produktidee und das Vorhaben, sie in die Realität umzusetzen, seien vor genau einem Jahr Anlass für die Gründung seiner Design-Frima «Sillber» gewesen, sagt Frenzel. Zwar hätte er Investoren gefunden, für die ganze Entwicklung und Produktion des iPad-Halters hätte das Geld aber nicht gereicht.

«Crowdfunding hilt mir als Designer rauszufinden, ob mein Produkt auf dem Markt ankommt oder nicht.» 

Frenzel hat sich deshalb für die Projektfinanzierung via Crowdfunding entschieden. Ganz bewusst: «Crowdfunding bietet neben der Finanzierung den Vorteil, dass man gleichzeitig sein Produkt auf die Markttauglichkeit testen kann.» Dass er dafür nicht eine Schweizer, sondern eine amerikanische Crowdfunding-Plattform ausgewählt hat, hätte ebenfalls Gründe: «Mit ‚kickstarter.com‘ als Plattform erreichen wir fast die ganze Welt, da es sich um die zurzeit weltweit bekannteste Crowdfunding-Plattform handelt.»

110’000 Dollar kamen über den Vorverkauf auf der Fundraising-Plattform in den Geld-Topf des Basler Projektes – fast dreimal so viel wie erhofft. Mit dem Geld wurden teure Herstellungswerkzeuge und die erste Produktion finanziert: «Yohann» gibt es entweder als hochwertige Lackversion oder aus edlem Holz. 

Nichts für Unentschlossene

«Nach vielen Tests haben wir uns für das Holzmodell für Kirsche-, Ahorn-, Eichen- und Nussbaumholz entschieden. Diese Holzarten genügen besonders gut den Anforderungen an Produktion und Funktion. Es sind rein ästhetische Aspekte, die die verschiedenen Materialien unterscheiden», sagt Frenzel. Das Produkt kommt gut an: Bis heute wurden bereits mehr als 2000 Exemplare verkauft. 



Die Holzmaserung sieht bei jedem einzelnen «Yohann» anders aus.

Die Holzmaserung sieht bei jedem einzelnen «Yohann» anders aus. (Bild: Nils Fisch)

Die Auswahl geeigneter Hersteller, die die nötige Präzision und Qualität erfüllen, sei ein langer Prozess gewesen. «Swissmade», worauf die diesjährige «Blickfang Basel» den Fokus zu legen versucht, sei Frenzels Produkt nicht. «Wir konnten in der Schweiz leider keinen Hersteller finden, der die nötigen Voraussetzungen für die Produktion mitbrachte.» Das Holz wird nun in Südtirol gefräst und im Schwarzwald in aufwendiger Handarbeit geschliffen, geölt und gewachst. Auch die Lackversionen werden von einem spezialisierten Hersteller in Süddeutschland produziert.



Berend Frenzel bereitet sich für die «Blickfang» vor.

Berend Frenzel bereitet sich für die «Blickfang» vor. (Bild: Nils Fisch)

Ab Freitag können Design-Liebhaber den «Yohann» an der «Blickfang Basel» bereits zum zweiten Mal sehen. Letztes Jahr war Frenzel am «Stellwerk»-Stand zusammen mit anderen jungen Unternehmern vertreten. Dieses Jahr nimmt er aus Gründen der Abwesenheit von «Stellwerk» alleine teil. Ob sich die relativ hohe Standmiete direkt auszahle, wisse er nicht.

«Ich kann nicht voraussagen, ob die Rechnung am Schluss aufgeht. Aber es geht bei solchen Messen nicht nur um den sofortigen Verkauf, sondern auch darum, gesehen zu werden. Neben der Möglichkeit, ‹Yohann› vor Ort testen und in die Hand nehmen zu können, bietet die Messe auch den Vorteil, dass man seinen ‹Yohann› aus vielen einzigartigen Produkten mit unterschiedlichsten Maserungen auswählen kann.»

Ticketverlosung
Wer einen «Yohann» testen will oder wer einfach sonst gerne über die «Blickfang» schlendert und beispielsweise die TagesWoche an Stand Nummer 1.127 besucht, dem bieten wir die Chance dazu: Wir verlosen 10 x 2 Tickets für die Designmesse. Einfach einen Kommentar hinterlassen und die Glücksfee entscheiden lassen. Die Verlosung läuft bis Donnerstag, 15 Uhr, die Gewinner werden per Mail benachrichtigt.

«Blickfang Basel», 24.–26. April, Messehalle 3 (Sperrstrasse/Ecke Riehenring).
Freitag, 24.4. 14–22 Uhr; Samstag, 25.4. 11–20 Uhr; Sonntag, 26.4. 11–19 Uhr.
Tageskarte 15 Fr., Drei-Tages-Ticket 23 Fr., Kinder bis 12 Jahre frei.

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