1700 Trottoirs sind in Basel-Stadt noch nicht rollstuhlgängig

In Basel-Stadt wurden bis heute rund 3000 Trottoirsabsenkungen realisiert. Bis in sechs Jahren sollen weitere 1700 hinzu kommen. Nachholbedarf besteht vor allem auf dem Bruderholz.

Das Tiefbauamt hat auf Anfrage eines Bewohners an der Landauerstrasse zwei neue
Trottoirabsenkungen realisiert. In dieser Strasse im Hirzbrunnen-Quartier befindet sich ein Wohnheim für Menschen mit einer Behinderung.

(Bild: BVD)

In Basel-Stadt wurden bis heute rund 3000 Trottoirsabsenkungen realisiert. Bis in sechs Jahren sollen weitere 1700 hinzu kommen. Nachholbedarf besteht vor allem auf dem Bruderholz.

Bereits seit Ende 2010 gibt es in der Stadt Bern bei jedem Trottoir mindestens eine abgesenkte Stelle für Rollstuhlfahrer. In Basel hingegen sind noch längst nicht alle Trottoirs rollstuhlgängig. Zwar ermöglichen heute rund 3000 Trottoirabsenkungen die hindernisfreie Überquerung von Strassen, bis sämtliche Gehsteige aber so weit sind, dauert es noch eine Weile.

Bis Ende 2023 will das Tiefbauamt 1700 weitere Trottoirabsenkungen umsetzen. Dieses Jahr wurden beispielsweise im Quartier Bachletten einige Trottoirs hindernisfrei gestaltet. «Generell wird das Tiefbauamt im gesamten Strassennetz sukzessive Trottoirabsenkungen erstellen, erstrangig bei Fussgängerstreifen und Kreuzungen», sagt Sprecher Daniel Hofer.

Langfristiges Ziel sei es, entlang von längeren Quartierstrassen etwa alle 50 bis 70 Meter eine Querungsmöglichkeit mit einer Trottoirabsenkung anzubieten. Damit Autos an Kreuzungen nicht über das Trottoir schneiden, werden in den Quartieren meist nur kurze Absenkungen von etwa zwei Meter Länge realisiert.

Absenkung kostet bis zu 10’000 Franken

Der grösste Nachholbedarf besteht derzeit auf dem Bruderholz. Dort sollen nächstes Jahr diverse Absenkungen umgesetzt werden. «Dabei wird immer berücksichtigt, wo in nächster Zeit Strassenbauarbeiten anstehen. Wichtige Routen von Gehbehinderten, zum Beispiel in der Nähe von Behindertenwohnheimen, mit Trottoirabsenkungen zu versehen, hat weiter eine hohe Priorität», erklärt Hofer. Immer wieder würde das Tiefbauamt auch Inputs aus der Bevölkerung für Absenkungen erhalten, die dann umgesetzt würden.
 
Die Kosten für eine einzelne Trottoirabsenkung unterscheiden sich «je nach Situation beträchtlich», sagt Hofer: «Können diese im Rahmen der Instandstellung von Werkleitungsbaustellen oder einer Strassenerneuerung erstellt werden, können sie meist ohne Mehrkosten realisiert werden.» Schätzungsweise kostet eine Absenkung rund 4000 Franken, aufwändigere Absenkungen können mit bis zu 10’000 Franken zu Buche schlagen.

Georg Mattmüller begrüsst die Bemühungen des Kantons. «Basel-Stadt ist diesbezüglich auf gutem Weg. Das Ziel ist aber nicht erreicht – es gibt noch Handlungsbedarf», sagt der Geschäftsführer des Behindertenforums und SP-Grossrat.

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