3000 Unterschriften gegen höhere Studiengebühren

Das junge grüne Bündnis und die Juso haben dem Unirat eine Petition überreicht. Sie wollen damit «ein Zeichen gegen den Leistungsabbau an der Uni Basel» setzen.

Alle paar Jahre ein paar Franken mehr. 2013 wurden die Semestergebühren auf 850 Franken erhöht. (Bild: Illustration: Hans-Jörg Walter)

Weil die Trägerkantone Basel-Stadt und Baselland ihre Globalbeiträge senken, werden der Universität Basel in den Jahren 2020 und 2021 zwischen 44 und 74 Millionen Franken fehlen, schrieb die «bz Basel» Ende August. Die Universität plant als mögliche Massnahme, die Gebühren für Studierende um 100 Franken pro Semester zu erhöhen. Das würde bei 10’000 Studierenden zu Mehreinnahmen von zwei Millionen Franken pro Jahr führen. 

Junges grünes Bündnis, Juso und weitere Organisationen fordern nun in einer Petition den Verzicht auf die Erhöhung. Weiter wenden sie sich gegen Budgetkürzungen «auf dem Rücken der Angestellten» und gegen Leistungsabbau. Die Finanzierung von Forschung und Lehre durch Dritte soll nicht weiter ausgebaut werden, da sie die Unabhängigkeit gefährde.

Die Erhöhung der Studiengebühren würde der Uni Basel mehr schaden als nützen, schreiben Sie in einer Erklärung. Die Studierenden seien nicht willig, mehr zu zahlen, nur weil der Kanton Baselland seine Steuern nicht erhöhen wolle. Mit 850 Franken verlangt die Uni Basel schon heute die höchsten Semestergebühren in der Schweiz.

Konversation

  1. Die Frage hängt davon ab, wie viel der Staat in zukünftige AUSGEBILDETE Arbeitskräfte investieren will. Die Vorteile von der konstruktiven Bildungspolitik sind klar.
    Wie Universität Basel bericht (https://www.unibas.ch/de/Universitaet/Universitaet-in-Kuerze/Studiengebuehren.html): „Das Studium an der Universität Basel kostet derzeit 850 Franken pro Semester… Der Anteil der Studiengebühren am Gesamtbudget der Universität Basel betrug im Jahr 2016 2,4% (18,1 Mio CHF). Dies zeigt, dass die Studiengebühren bei weitem nicht ausreichen, um die mit dem Studium verbundenen Kosten zu decken“. Dies ist aber nicht nur in Basel, sondern an praktisch allen Universitäten in (Kontinental-) Europa der Fall.
    Semestergebühren sind jedoch in Relation zu den studentischen Budgets zu setzen. Vor einigen Jahren machten die Studiengebühren 5 Prozent der Ausgaben der Studierenden aus. Wenn man auf andere Kosten (Versicherungen, Wohnungsmiete, Lehrmaterialien und Lebensmittel) berechnen wird, wird man sagen, dass das Studium sowieso teuer ist. https://www.nzz.ch/karriere/studium/studiengebuehren-so-teuer-sind-die-schweizer-hochschulen-ld.133566
    Die Frage liegt davon, ob solche Reformen die Motivation zum Studium nicht reduzieren werden. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass die Motivation, als Meister zu studieren, sinken wird. Manche Studenten entscheiden für das Studium, da es die Arbeitschancen erhöhen. Doch, „Es gibt keine Garantie nach dem Meister für einen Karrieresprung. Es bestehen einige Chancen, aber es ist nicht ratsam, nur wegen einer möglichen Gehaltssteigerung zu studieren“. https://essayhilfe.de/als-meister-studieren/
    Wenn man sich dieses Problem von verschiedener Seite anschaut, dann erscheint die Entscheidung, die Preise zu erhöhen, mehrdeutig.

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  2. Fur jeden investierten Franken erhält die Volkswirtschaft 4 zurück.

    Nicht nur Mediziner geben etwas zurück. Auch Apotheker, Forscher etc.

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  3. Eine bildungswillige Jugend sollte eigentlich als ein Geschenk an die Gesellschaft angesehen werden. Diese dann mit mordshohen Gebühren zu schikanieren, mag ökonomisch stimmen, ist aber ein klares Zeichen, dass Bildung und Intelligenz eigentlich eher unerwünscht ist. Es stimmt, der Schreiner verursacht in seiner Ausbildung weniger Kosten als ein Medizinstudent, Der Letztere wird aber sicher seine Ausbildung der Gesellschaft zurückgeben, indem er dann als Arzt tätig wird. Gut ausgebildete Ärzte und ein gut funktionierendes Gesundheitswesen sind aber auch Werbung und Vorzeigedinge für eine hochentwickelte Gesellschaft.

    Eine Schweiz, die lieber ein „Heidiland“ favorisiert, auch, weil es billiger erscheint, darf aber nicht verschweigen, dass in der „Heidiland-Romantik“ auch eine Menge Elend mitläuft, die eben auch dazu gehört. So war Heidi selber Analphabetin.

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    1. Nana – das trifft vielleicht für einen Mediziner zu. Aber ansonsten bedeutet ein Studium ja nicht zwingend, dass man der Gesellschaft etwas zurückgibt. Oder anders gesagt ein Schreiner oder eine Reinigungsfachkraft kann da der Bevölkerung genauso viel zurückgeben. Bei einem Ethnologen oder anderen brotlosen Studiengängen muss man sich dann schon fragen was da rauskommen soll.

      Die 850 CHF würde ich jetzt auch nicht als mordhoch bezeichnen, in einer Zeit und er man gut und gerne mal einen 100er im Ausgang liegen lässt oder 125 CHF für sein All inkl. Flatnet Handyabo ausgibt und jeweils das neuste iPhone kauft.
      Ein Studium soll/darf etwas kosten, schlussendlich gibt es ja auch Stipendien.

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    2. Studiengebühren sind eine Eintrittshürde. Ob nun 850, 600 oder 1500 CHF. Sie halten Menschen, unabhängig von Intelligenz / Talent von Bildung ab, wenn das Einkommen oder Vermögen nicht reicht. Es ist vollkommen unsinnig und volkswirtschaftlich unvernünftig, Talente von einer bestmöglichen Ausbildung abzuhalten. Das gilt umso mehr für ein rohstoffarmes Land, dessen einzige wirkliche Ressource gut ausgebildete Menschen sind. Und ungerecht ist es obendrein.
      Der „return on invest“ tritt übrigens vor allem bei der Gesellschaft ein, nicht zwingend bei dem Absolventen oder der Absolventin. Zum Beispiel gehören die sozialen Berufe bekanntlich nicht zu den Topverdienenden, aber die Gesellschaft profitiert ungemein von ihnen.
      Darum ist es nicht nur gerecht, sondern auch klug und vernünftig, Gebühren für Bildung nicht zu erhöhen sondern zu senken und eigentlich abzuschaffen.

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    3. Gute und zukunftsträchtige Weiterbildungen lassen sich gerade in der Schweiz auch ohne Studiengebühren sogar mit Bezahlung absolvieren. Das Zauberwort nennt sich Berufslehre. Mit Abschluss sind dank den weltweit einzigartigen Dualen Bildungssystem danach diverse Studiengänge möglich.

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