Alterung ist nicht Hauptkostentreiberin im Gesundheitswesen

Die Ausgaben der Krankenpflegeversicherung sind in den letzten zwölf Jahren um 6,9 Milliarden Franken gestiegen. Kostentreiber sind vor allem die ambulanten Behandlungen sowie die Medikamente, wie eine neue Studie zeigt. Basel-Stadt und in Genf weisen die höchsten Pro-Kopf-Kosten auf.

Medikamente und Pflegeartikel in der Intensivstation eines Spitals. (Bild: sda)

Die Ausgaben der Krankenpflegeversicherung sind in den letzten zwölf Jahren um 6,9 Milliarden Franken gestiegen. Kostentreiber sind vor allem die ambulanten Behandlungen sowie die Medikamente, wie eine neue Studie zeigt. Basel-Stadt und in Genf weisen die höchsten Pro-Kopf-Kosten auf.

Die Gesamtausgaben im Gesundheitswesen der Schweiz beliefen sich laut einer Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) im Jahr 2010 auf 62,5 Milliarden Franken. Knapp ein Drittel dieser Ausgaben wurden durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung gedeckt. Zwischen den Jahren 1998 und 2010 haben die Ausgaben im Rahmen der Krankenpflegeversicherung pro Jahr um 4,6 Prozent zugenommen, stärker als die Gesamtausgaben (+3,8%). Die höchsten Pro-Kopf-Kosten weisen die Kantone Genf und Basel-Stadt auf, die tiefsten die Kantone Appenzell Innerrhoden und Nidwalden.

Stationäre Behandlungen nur wenig teurer

Drei Leistungsbereiche der Krankenversicherungen decken 92 Prozent der Gesamtausgaben ab: die ambulante Behandlung, die stationäre Behandlung sowie die Vergütung von Medikamenten. Am stärksten wuchsen die Ausgaben für Medikamente und Material (+4,9% pro Jahr). Auch die Kosten im Bereich der ambulanten Behandlung stiegen deutlich an (+4,2% pro Jahr). Die stationäre Behandlung in Spitälern dagegen zeigte eine moderate Kostenzunahme (+3,3% pro Jahr).

Kosten steigen weiter an

Interessant ist die Aussage, dass Alterung und Bevölkerungszunahme nur einen Fünftel der Kostensteigerung zwischen 1998 und 2010 ausmachten. Die Studienverfasser gehen davon aus, dass die Gesundheitskosten auch in den kommenden Jahren weiterwachsen werden. Zum einen wird die Alterung zu einer Zunahme chronischer und damit kostenintensiver Krankheiten führen, zum anderen werden technische Fortschritte die Kosten explodieren lassen.

Konversation

  1. die Preistreiberei wird von den jährlichen Kassenwechsel hervorgerufen. Was passiert eigentlich mit dem Geld welches in Reserve liegt nach dem Abgang der Versicherten? Warum wurde im Krankenvericherungs Gesetz nicht Verankert dass die Reserve mit den Abgängen der neuen Versicherung GUTGESCHRIEBEN wird, DAS IST DER GRUNG DER JAEHRLICHEN AUFSCHLAEGEN DER PRAEMIEN UND NICHT DIE ALTERUNG DER BEVOELKERUNG.

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  2. Wie hoch ist der Anteil der Kosten für Psychopharmaka an den Gesamtkosten?

    Ich möchte mit dieser Frage keineswegs insinuieren, dass in einigen Krisensituationen psychopharmakologische Intervention nicht lebensrettend wäre.

    Dass aber ein Grossteil der Bevölkerung regelmässig bewusstseinsverändernde (meist bewusstseinsreduzierende) Medikamente ‚braucht‘, das ist ein Indiz dafür, dass es unserer Gesellschaft (noch) nicht gelungen ist, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so zu setzen, dass die Menschen ein glückliches Leben leben dürfen.

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  3. Die genannten Kantone lassen darauf schliessen, dass es eher einen Stadt/Land Unterschied gibt als einen zwischen den Kantonen. Basel-Stadt und Genf kommen deshalb so schlecht weg, weil beide zur Hauptsache aus einer grossen Stadt bestehen, und Städte eben für „Problemfälle“ wie ein Magnet wirken.

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