Anklage gegen SVP-Nationalrat Sebastian Frehner

Die Basler Staatsanwaltschaft hat SVP-Nationalrat Sebastian Frehner angeklagt. Frehner muss sich vor dem Strafgericht verantworten. 

Steht im Wahljahr vor Gericht: SVP-Nationalrat Sebastian Frehner.

Gegen Sebastian Frehner wurde Anklage erhoben. Entsprechende Informationen bestätigen Frehner sowie das Strafgericht Basel-Stadt auf Anfrage. Mit dem Fall betraut ist Strafgerichtspräsidentin Felicitas Lenzinger (SP). Die Verhandlung soll gemäss Lenzinger im Frühjahr 2019 stattfinden.

Weil die Anklageschrift noch unter Verschluss steht, ist unklar, welche Vorwürfe die Staatsanwaltschaft gegen Frehner erhebt. Gemäss Informationen der TagesWoche reichen diese aber weit zurück. Nämlich in jene Zeit, als Frehner für die Firma des früheren SVP-Grossrats und Treuhänders Bernhard Madörin arbeitete.

Altlasten der «Regio Nachrichten AG»

Frehner, der Anfang 2009 Parteipräsident der Basler SVP wurde, war von Februar 2007 bis August 2009 für Madörin als Jurist tätig. Eines seiner Mandate umfasste Tätigkeiten bei der «Regio Nachrichten AG». Frehner war dort unterschriftsberechtigt.

Der Verlag gibt den Gratisanzeiger «Regio aktuell» heraus. Die Verantwortlichen des Magazins beschäftigen seit Jahren die Basler Justiz. Madörin sowie Verleger Robert Gloor wurden letzten Herbst vom Basler Appellationsgericht in zweiter Instanz zu bedingten Haft- und Geldstrafen verurteilt. Gloor hat sich demzufolge an seinem Unternehmen widerrechtlich bereichert, Madörin sich der Mittäterschaft schuldig gemacht. Die Vorwürfe lauteten: ungetreue Geschäftsbesorgung, Steuerbetrug und Urkundenfälschung. Beide kündigten nach dem Urteil den Gang ans Bundesgericht an.

Eingeleitet hatte das damalige Verfahren die Strafanzeige eines geprellten Aktionärs. Die Anzeige beinhaltete weit mehr als jene Vorwürfe, die schliesslich angeklagt wurden. Auch die Rolle von Frehner untersuchte die Staatsanwaltschaft zumindest oberflächlich. Seine Unterschrift soll auf einer Reihe von Dokumenten auftauchen, welche die Ermittler damals interessierte. Schliesslich fokussierten sie sich in ihrem Verfahren dann aber auf einige wenige, klar belegbare kriminelle Vorgänge. 

Frehner schweigt

Frehners ehemaliger Arbeitgeber Madörin zählt auch jetzt wieder zu den Angeklagten. Auf Anfrage will er sich zum Fall nicht äussern. Er zeigt sich erstaunt, dass Informationen darüber durchgesickert seien und verweist ansonsten auf Sebastian Frehner: «Ich äussere mich nicht zu ehemaligen Angestellten.»

Frehner selbst bittet nach der Anfrage der TagesWoche um Bedenkzeit. Er sagt schliesslich einzig: «Für mich gilt die Unschuldsvermutung. Die Sache wird vor Gericht geklärt.»

Für Frehner kommt die Anklage zur Unzeit. Er hat eben erst einen hässlichen, öffentlich ausgetragenen Rechtsstreit mit seinem Parteikollegen Joël Thüring hinter sich. In der Partei wurden deswegen Stimmen laut, Frehner nicht mehr auf die Kandidatenliste für den Nationalrat zu setzen. Nun steht er ausgerechnet im Wahljahr 2019 vor Gericht.

Konversation

  1. Weil es den Dreien nicht gelungen ist die beiden Gratispostillen zu entern-eine wurde eingestellt-sind sie wohl in Ungnade gefallen. Auch das ist glasklar, Parteiguru kannst sicher bestätigen!

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  2. ein video würde durchaus genügen. ein bekannter aus Amerika sagte mir einmal, dass er die schönste reise durch sein land (usa)
    via video gemacht hätte.

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  3. Via moneyhouse(heute glaub ich nicht mehr gratis oder nur mit anmeldung dann ist man auf deren Radar…) konnte man erfahren welche Politiker in welchen Basler Gratisblättern die Finger drin hatten.
    moneyhouse gehört jetzt NZZ.

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  4. Hintergrund war und ist nach wie vor die Devise aus Herrliberg möglichst viele oder alle Publikationen unter die Fittiche der Rechten zu bekommen. Welche Publikation ist denn wie aus heiterem Himmel aus der Asche geboren worden als das letzte Basler Gratisblatt begraben wurde? Glasklar ist mittlerweile auch-ohne es zu wissen-wer das finanziert.

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