Baselbieter Künstler wollen stärker in der Politik mitmischen

Unter dem Namen «Verband Kultur Baselland (VKBL)» sollen ab sofort die Interessen der Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen des Kantons Basel-Landschaft gefördert werden. Mitinitiatorin Irene Maag erklärt, was dahinter steckt und wieso es höchste Zeit für einen organisierten Zusammenschluss ist.

Einer für Alle, Alle für Einen: Die Baselbieter Kultur hat einen neuen Dachverband.

(Bild: Nils Fisch)

Unter dem Namen «Verband Kultur Baselland (VKBL)» sollen ab sofort die Interessen der Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen des Kantons Basel-Landschaft gefördert werden. Mitinitiatorin Irene Maag erklärt, was dahinter steckt und wieso es höchste Zeit für einen organisierten Zusammenschluss ist.

Nachdem der 80-Millionen-Deal so gut wie beschlossen ist, machen nun auch die Kulturschaffenden des Kantons Baselland vorwärts: Ab sofort soll der Verband Kultur Baselland (VKBL) den Interessen der Baselbieter Kulturschaffenden «spartenübergreifend eine gemeinsame Stimme geben und ihre kulturpolitischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Interessen vertreten», wie es in einer kürzlich versendeten Mitteilung heisst.

Was bedeutet das konkret? Mitinitiatorin und Künstlerin Irene Maag gibt Auskunft.

Irene Maag, ab sofort organisieren sich die Baselbieter Kulturschaffenden in einem Dachverband – was erhoffen Sie sich von diesem Zusammenschluss?

In erster Linie geht es darum, vernetzter und organisierter zu sein. Wir wollen als Gruppe das kulturelle Angebot erhalten und wenn möglich weiter ausbauen. Bis jetzt war das so nicht möglich: Es existierte kein Verband in dieser Form. Es war also auf jeden Fall an der Zeit, etwas zu ändern. Im letzten Jahr standen wir alle als Einzelkämpfer da. 

Wieso? An Gründen hat es schliesslich nicht gefehlt.

Man hat bisher die ganzen Kürzungen halt einfach geschluckt und sich damit abgegeben, dass Politik und Kulturschaffen nicht immer vereinbar sind. Es musste erst ein Bewusstsein dafür erwachen, wie viel es braucht, bis der Kragen platzt. Und das war letztes Jahr dann endgültig der Fall. Jetzt wollen wir Kultur und Politik aktiver verbinden, damit wir zum Beispiel bei der nächsten Budgetdebatte produktiver vorgehen können.

Damit ist das Finanzierungsproblem im Kanton Baselland aber noch längst nicht gelöst.

Natürlich nicht. Aber irgendwo müssen wir ansetzen. Kulturschaffende sollen auch politisch mitmischen können, und das geht am besten durch einen organisierten Zusammenschluss.

Ist hierzu bereits Konkretes geplant?

Zusammen mit der Verbandsgründung lancieren wir ein Kulturparlament, eine Art Patensystem zwischen Landräten und Kulturschaffenden. Menschen aus Politik und Kultur werden einander zugeteilt und treffen sich zum Austausch. Es geht darum, den kulturellen Dialog zu fördern, unter den Kulturschaffenden und ihren Organisationen bis hin zu Medien und Politik. Wir wollen auf gegenseitige Herausforderungen aufmerksam machen und der Bevölkerung die Relevanz kultureller Produktion näher bringen. Das ist unser Ziel.

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Gründungsversammlung «Verband Kultur Baselland»: Mittwoch, 3. Februar 2016, 18 Uhr, Restaurant Schützenstube Liestal.

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