Basler CVP-Chefin Strahm kritisiert Rechtskurs von CVP-Präsident Pfister

Der Niedergang der Basler CVP geht unvermindert weiter. Parteipräsidentin Andrea Strahm kritisiert den Anti-Islam-Kurs der Schweizer Mutterpartei und deren Präsidenten Gerhard Pfister: «Was er versucht, funktioniert nicht.»

Finsterer Anti-Islam-Kurs: Basler CVP-Chefin Andrea Strahm gibt Parteipräsident Gerhard Pfister eine Mitschuld am schlechten Abschneiden.

(Bild: TOBIAS R. DÜRRING FOTOGRAF)

Der Niedergang der Basler CVP geht unvermindert weiter. Parteipräsidentin Andrea Strahm kritisiert den Anti-Islam-Kurs der Schweizer Mutterpartei und deren Präsidenten Gerhard Pfister: «Was er versucht, funktioniert nicht.»

Für die Basler CVP sieht es nicht besonders gut aus: Ihr Niedergang setzt sich auch 2016 fort. Minus ein Sitz auf noch sieben im Grossen Rat. Die einst stolze C-Partei verschwindet in der Nische.

Parteipräsidentin Andrea Strahm findet in einer ersten Reaktion bemerkenswerte Worte. «Die CVP muss sich neu orientieren», sagt sie und meint dabei nicht so sehr ihre eigene Kantonalsektion, sondern die Schweizer Mutterpartei. Dort schwingt seit April der erzkonservative Zuger Nationalrat Gerhard Pfister das Zepter.

Merkel als Vorbild

Pfister hat mit Aussagen wie «Muslime gehören zur Schweiz – der Islam nicht» oder dass die Säkularisierung der Schweiz ein christliches Verdienst sei, mit seinem Engagement für ein Burka-Verbot und gegen eine öffentlich-rechtliche Anerkennung von islamischen Gemeinden den Kurs der CVP nach rechts gedreht.

Strahm hält nichts von der Debatte um eine christliche Leitkultur, die Pfister bemüht: «Die CVP sollte sich die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zum Vorbild nehmen, bei der man nichts mehr davon merkt, dass sie ein ‹C› in ihrem Parteibuch führt.» Sie sieht die Zukunft der Partei in der politischen Mitte, in einer «sach- und lösungsorientierten» Politik.

Strahm sagt, direkt an Pfister gerichtet: «Was er versucht, funktioniert nicht. Er will die verbreitete Abneigung gegenüber Moslems nutzen, aber diese Leute wählen SVP.»

Auch im Aargau verliert die CVP 

Allerdings muss sich Strahm auch den Vorwurf der Inkonsequenz gefallen lassen. Durch das Zusammengehen mit der SVP bei der Regierungsratswahl hat sie ihre Partei in die Nähe der SVP gerückt.

Besser sieht es für die CVP übrigens auch im konservativen Aargau nicht aus, wo ebenfalls Gesamterneuerungswahlen abgehalten werden. Dort verliert die Partei 1,2 Prozent.

Alle Resultate, Meinungen, Videos zu den Basler Wahlen finden Sie in unserem Liveblog.

Konversation

  1. Kenner der Politszene haben das ja frühzeitig vorausgesagt, dass die Politik von Pfister den Absturz der CVP bedeutet. Frau Strahm merkt das aber sehr spät, die Wahlen in Basel und Aargau ist wahrscheinlich erst der Anfang… Bürgerliche Trittbrettfahrer sind eben nicht so beliebt, man wählt dann lieber das Original…

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  2. Herr Klein, Sie wissen ganz genau, worauf sich meine Antwort bezieht. Aber extra für Sie noch deutlich: Sie sind nicht auf eine konstruktive Diskussion aus, sondern auf Streit. Sie beleidigen Autoren der TagesWoche und unsere Arbeit mit irgendwelchen haltlosen Unterstellungen. Das können und wollen wir nicht akzeptieren. Und auch der Rest Ihres Kommentars hat nur mit allerbestem Willen und selbst dann nur am Rand mit dem Thema zu tun. Und wie Sie nach der Lektüre des Community-Leitfadens wissen sollten, werden solche Kommentare verborgen. Also bitte.

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  3. Anderen wurde hier schon schneller die Türe gewiesen.. @Tageswoche. Aber eigentlich sollten Sie ihn lassen, der Unterhaltungswert von manchem seiner Kommentare wie z.B. zum damaligen Täschligate. Wahre Pralinen! Er kanns nämlich schon, wenn er sich nicht zu sehr versteift.

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  4. Frau Strahm wäre glaubwürdiger, wenn sie Pfister schon vor den Wahlen kritisiert hätte. Sich zuerst mit der SVP ins Bett zu legen und dann aber hinterher die fremdenfeindlichen Parolen des Herrn Pfister für das Wahldebakel die Schuld zu geben ist doch etwas sehr billig.

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