Basler Regierung streicht Kaderstellen

Das Basler Gesundheitsdepartement baut zwei Leitungsstellen ab. Laut einer Mitteilung der Regierung geschieht dies als Anpassung aufgrund der tiefgreifenden Veränderungen in der Departements-Struktur.

Nicht mehr im direkten Einflussbereich des Gesundheitsdepartements: das Universitätsspital Basel.

(Bild: KEYSTONE/ Georgios Kefalas)

Das Basler Gesundheitsdepartement baut zwei Leitungsstellen ab. Laut einer Mitteilung der Regierung geschieht dies als Anpassung aufgrund der tiefgreifenden Veränderungen in der Departements-Struktur.

Die Verselbstständigung der öffentlichen Spitäler im Jahr 2012 und der universitären Zahnkliniken auf den 1. Januar 2016 hin haben ganz gehörig am Fundament des Basler Gesundheitsdepartements gerüttelt. Für die Basler Regierung ist es also Zeit, die Organisationsstruktur des Departements den neuen Begebenheiten anzupassen.

«Insgesamt sollen flachere Führungsstrukturen eingeführt werden», schreibt die Basler Regierung in einer Medienmitteilung. «Flachere Führungsstrukturen» bedeutet meist Abbau auf der Leitungsebene. Das ist auch hier der Fall: Zwei Bereichsleiterstellen werden gestrichen. Dem Gesundheitsdepartement kommt dabei der Umstand entgegen, dass die beiden betroffenen Leiter der Bereiche Gesundheitsschutz und Gesundheitsdienste von sich aus bereits gegangen sind oder in Frühpension gehen.

Direkter Kontakt zu den Dienststellen

«Mir geht es darum, einen direkteren Kontakt mit den Leiterinnen und Leitern der einzelnen Dienststellen zu ermöglichen», sagt Departementsvorsteher Lukas Engelberger auf Anfrage. So sollen die sechs Dienststellen (Gesundheitsversorgung, Institut für Rechtsmedizin, Kantonales Laboratorium, Veterinäramt, Medizinische Dienste und Abteilung Sucht) künftig direkt dem Departementsvorsteher unterstellt werden.

Dass mit dem Abbau der beiden Bereichsleiterstellen auch Kosten eingespart werden können, sei eine willkommene Nebenwirkung, sagt Engelberger. «Wir haben aber nicht von den Kosten her gedacht», bekräftigt er. Der Abbau der Stellen habe auch nichts mit dem Entlastungspaket zu tun, das die Regierung im Februar 2015 vorgestellt hat.

Keine Abschaffung des Gesundheitsdepartements

Die aktuelle Streichung der beiden Leitungsstellen ist eine Folge der Umstrukturierung des Gesundheitsdepartements nach der Verselbstständigung der öffentlichen Spitäler. Damit schrumpfte das Personal im direkten Einflussbereich des Gesundheitsdepartements auf weniger als ein Zehntel zusammen. Bereits im Vorfeld der Auslagerung der Spitäler war deshalb bereits über eine gänzliche Aufhebung des Gesundheitsdepartements diskutiert worden. Ein entsprechender Vorstoss des damaligen SVP-Grossrats Sebastian Frehner aus dem Jahr 2011 fand aber keine Mehrheit im Grossen Rat.

Departementsvorsteher Lukas Engelberger sieht heute keinen Anlass, die Diskussion um eine Zusammenlegung von Departementen aufzuwärmen. «Auch wenn die Spitäler verselbstständigt sind, haben sich die Aufgaben für das Gesundheitsdepartement nicht grundlegend verändert», sagt er. Nach wie vor spiele der Kanton hier als Spitaleigner, bei der Spitalfinanzierung, bei der Planung und Aufsicht eine massgebende Rolle. Auch der restliche Aufgabenkatalog ist nach Aussage Engelbergers gross. «Es sind sicherlich genügend Aufgaben und Themen vorhanden, die ein eigenständiges Gesundheitsdepartement rechtfertigen», sagt er.

Konversation

  1. Im Gesundheitsdepartement besteht noch viel Einsparungspotenzial, v.a. wenn man mal aufhören würde, sich selbst zu beschäftigen.

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