Bei Rot rechts abbiegen: Velofreundliche Lichtsignale sind ein Erfolg

Zwei Jahre lang hat Basel velofreundliche Lichtsignale getestet. Im Dezember 2016 endete der Pilotversuch. Erste Auswertungen zeigen: Die neue Signalisation funktioniert und wird deshalb bis auf Weiteres beibehalten.

Dieser Velofahrer machts vor: Bei diesen gekennzeichneten Ampeln dürfen Sie auch bei Rot rechts abbiegen. 

(Bild: zvg)

Zwei Jahre lang hat Basel velofreundliche Lichtsignale getestet. Im Dezember 2016 endete der Pilotversuch. Erste Auswertungen zeigen: Die neue Signalisation funktioniert und wird deshalb bis auf Weiteres beibehalten.

An zwölf Standorten in Basel durften die Velofahrer während der letzten zwei Jahre auch bei Rotlicht rechts abbiegen. Ein kleines Schild neben der Ampel kennzeichnete die ausgewählten Kreuzungen. Knapp 40’000 Velofahrer zählte das Amt für Mobilität während der Testphase. Von den 17’000 Rechtsabbiegern nutzten 6000 den neu geschaffenen Vortritt. 

Zusätzlich schuf das Amt eine sogenannte Fussgänger- und Velophase: An der Kreuzung von Mülhauser- und Elsässerstrasse wurde ein gelber Warnblinker montiert, der es den Velofahrern erlaubte, die Kreuzung gemeinsam mit den Fussgängern zu überqueren. 

Unfälle zwischen Radfahrern und Fussgängern gab es bei beiden Versuchstypen nicht. Zwar wurde vereinzelt der Fussgänger-Vortritt ignoriert, doch ist der Prozentanteil verschwindend klein. Zwei Pilotstandorte fürs Rechtsabbiegen (Leonhardsstrasse/Steinengraben und Dornacherstrasse/Bruderholzstrasse) mussten dennoch fürs Erste aufgegeben werden. Grund dafür seien laut Medienmitteilung «bauliche Anpassungen», die für einen optimalen Ablauf notwendig wären. Bei der Dornacherstrasse würden diese Änderungen Parkplätze kosten. 

Basel nimmt Vorreiterrolle in der nationalen Veloförderung ein

Das Amt für Mobilität werde nun bis im April dem Bundesamt für Strassen (Astra) einen Bericht zum Pilotversuch zur Prüfung vorlegen. Ziel sei, das freie Rechtsabbiegen bei Rot für Velos sowie die kombinierte Fussgänger- und Velophase neu in das Schweizer Strassenverkehrsrecht aufzunehmen: Bei positiven Ergebnissen wolle der Kanton Basel-Stadt dies beantragen. Damit zeigt sich der Kanton schweizweit in einer Vorreiterrolle, was die Veloförderung anbelangt. 

Gemäss dem Basler Amt sei allerdings kein generelles Rechtsabbiegen bei Rot für Velos vorgesehen. Vielmehr wolle man einen klaren Kriterienkatalog, der vorgibt, wann ein Abbiegen bei Rot möglich ist – zum Beispiel mit oder auch ohne Velostreifen.

Konversation

  1. „…ausgewählte Kreuzungen bei Rot rechtsabiegen…“ Hahaha – als ob da ein Radfahrer nicht auch bei Rot geradeaus fahren oder links abbiegen würde, bei Bedarf auch Slalom fahrend durch eventuelle Fussgänger auf dem Fussgängerstreifen oder die Abkürzung über das Troittoir nehmend. Alles erlaubt mit zwei Rädern. Fragt sich, warum die Ampeln überhaupt in Betrieb sind, wenn sie doch nicht beachtet werden müssen? Ah ja, klar bei den Autofahrern kann dann ja kassiert werden.

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  2. Tolles Verkehrsprojekt in unserer Stadt. Auch mir machte es Freude bei Rotlicht rechts abzubiegen. Grundsätzlich sollte ein generelles Rechtsabbiegen für Velos erlaubt sein. Wenn wir jetzt auch noch das private Auto verbannen, dann macht das ganze doppelt soviel Spass. Denn mit weniger Lärm, Dreck und Gestank lässt es sich in der Stadt besser, friedlicher und gesünder Leben!

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    1. @Alex Joester

      Gewiss, ein Velociped – ob mit Muskelkraft oder Hilfselektronen angetrieben – ist per se eine völlig andere Fahrzeugkategorie. Die bestehende Ampelsignalisation ist im letzten Jahrhundert historisch gewachsen, vorab deshalb, weil Strassen damals ein stinkendes, schlammiges, gefährliches Terrain waren, in dem sich allerlei Fuhrwerke, Pferdetrams und Tiere in einem Chaos tummelten. Das Aufkommen des Automobils mit seiner Geschwindigkeit und seiner Masse gebot eine Strukturierung und eine für alle praktibale Verkehrsordnung.

      Der Sinn einer solchen lässt sich heute noch nachvollziehen, wenn wir an Zweitonnen-SUV oder fünfachsige Vierzigtönner denken. Das gemeine Fahrrad braucht in der Tat kein derat rigides Regime, da seine kleine Masse und Geschwindigkeit, gepaart mit grosser Wendigkeit eine liberalere Auffassung der Spielregeln durchaus zulässt. Da bin ich ganz bei Ihnen, sofern der Hoheit des Fussgängers auf dem Trottoir der nötige Respekt entgegen gebracht wird. Wir dürfen uns schliesslich alle miteinander höflich und friedlich und frei in der Stadt bewegen, notfalls in geeigneten Separees.

      Wenn Sie allerdings das Auto verbannen wollen, schlage ich vor, Sie kaufen sich ein Stück Land auf der grünen Wiese und bauen sich ihren eigenen KInderverkehrsgarten.

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  3. Umd wieviel x Tausend der y Tausend geradeaus Fahrenden sind bei Rot über die Kreuzung ? Gleichviel ? Dann hätte man sich die Aktion sparen können.

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