Besetzte Häuser im Gellert von der Polizei geräumt

Die Basler Polizei beendet eine Häuserbesetzung im Gellert unmittelbar nach der Besetzung. Die drei Häuser stehen seit mindestens zehn Jahren leer – der Verfall der Liegenschaften ist im Quartier ein grosses Ärgernis.

Schnell vorbei: Die Basler Polizei hat die besetzten Häuser im Gellert kurz nach der Besetzung geräumt.

(Bild: Hans-Jörg Walter)

Die Basler Polizei beendet eine Häuserbesetzung im Gellert unmittelbar nach der Besetzung. Die drei Häuser stehen seit mindestens zehn Jahren leer – der Verfall der Liegenschaften ist im Quartier ein grosses Ärgernis.

Die Besetzung dreier Häuser an der Hardstrasse im Gellert-Quartier hat kaum begonnen – da ist sie schon wieder vorbei. Die Basler Polizei räumte die beiden alten Einfamilienhäuser und ein Geschäftsgebäude am Montagnachmittag mit rund einem Dutzend Polizisten. Die Besetzer, teilt das Besetzer-Kollektiv der TagesWoche mit, seien vor die Wahl gestellt worden, freiwillig zu gehen oder verhaftet zu werden.

Die Gruppe aus jungen Künstlern, Musikern und Handwerkern wollte die seit mindestens zehn Jahren leerstehenden Bauten zwischennutzen. Geplant waren «keine Parties und ähnliche Exzesse», sondern ein Ort des gemeinsamen Lebens und Arbeitens.

Räumungstitel der Polizei

Die Träume beendete ein Räumungstitel und zwei Kastenwagen der Polizei. In Rekordzeit räumte die Polizei die Gebäude. Ein Sprecher der Aktivisten zeigt sich «zutiefst enttäuscht» vom Vorgehen: «Wir finden das unverständlich. In der Vergangenheit hat Baschi Dürr [Basler Sicherheitsdirektor, Anm. d. Red.] immer wieder betont, dass er eine liberale Haltung im Umgang mit Besetzungen pflege. Und jetzt werden wir geräumt, ohne dass man mit uns spricht.»

Auch der Eigentümer der Häuser, die Basler Baufirma Spaini, habe sämtliche Anfragen für Gespräche abgeblockt. Spaini erklärt auf Anfrage, sich erst am Donnerstag äussern zu wollen. Die Polizei teilt mit, nachdem der Liegenschaftsbesitzer Strafantrag gestellt habe, seien die Besetzer aufgefordert worden, innerhalb von 15 Minuten das Gebäude zu verlassen: «Diese Frist nutzten die Besetzerinnen und Besetzer. Personen wurden aus taktischen Gründen keine kontrolliert.»

Quartierverein ärgert sich

Der jahrelange Leerstand gibt im Gellert-Quartier oft zu reden. Das sagt Beata Wackernagel, Präsidentin des neutralen Quartiervereins St. Alban-Gellert: «Wir werden immer wieder darauf angesprochen, dass es eine Schande ist, wie die Häuser langsam verfallen.»

In der eigenen Quartierzeitung werde die Situation an der Hardstrasse 112–116 regelmässig seit Jahren thematisiert, sagt Wackernagel. Die Gebäude, darunter eine Pizzeria, würden seit mindestens zehn Jahren leerstehen. «Das verstehen die Leute bei uns nicht, denn Wohnungen sind knapp.» Spaini plane gemäss Wackernagel, irgendwann in Zukunft dort Mietwohnungen zu errichten, ein Baugesuch liege aber nicht vor.

Zur mittlerweile beendeten Besetzung meint Wackernagel: «Wenn es ruhig geblieben wäre, hätte das dem Quartier nicht geschadet. Die Besetzung hätte ein bisschen Bewegung in die festgefahrene Sache bringen können.»

Konversation

  1. @Stucki

    Ja, Karli Schnyder. Ist schon sehr lange her.

    Ich lese von Links halt immer nur stete Kritik aber nie lese oder höre ich, dass ein/e neue/r Kandidat/in klar sagt: ich bin unzufrieden mit der Polizei, ich will zeigen, dass es auch anders geht!

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  2. Die Indianer hielten das ursprünglich so. Wenn sich ein Indianer oder eine Sippe irgendwo niederliessen dessen Land von niemand anderem beansprucht wurden gehörte es Ihnen. Zogen sie aber weg, verloren sie den Anspruch darauf und alles was darauf stand und es stand wieder der Allgemeinheit zur Verfügung bis jemand wieder Besitz ergriff.

    Die Indianer haben (hatten) viele Weisheiten, die wir uns ein wenig zu Herzen
    nehmen könnten. Für sie war die Erde ihre Mutter, die sie nährte, ihnen Obdach gewährte und alles gab, was sie zum Leben brauchten.

    Es ist sehr löblich, dass vermögende, reiche Menschen Immobilien bauen lassen für Menschen, die dazu aus ökonomischen Gründen nicht in der Lage sind. Wenn sie allerdings, der Bereicherung oder Streitigkeiten wegen, den Menschen das Wohnen verunmöglichen, ist das nicht mehr zu verantworten.

    Solange es bei uns Menschen ohne zumutbare Wohnöglichkeit gibt oder Obdachlosigkeit, ist leerstehender Wohnraum nicht zu verantworten.
    Für sie war die Erde ihre ut

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    1. @Roland Stucki
      ????????????????????????
      Wie meinen Sie das?
      Wie hat das, was ich oben gesagt habe, mit den von Ihnen erwähnten Farben zu tun?

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  3. @meier1
    der raum ist schlicht zu eng für derlei müde speck-ulanten spielchen – tipp: die sollen sich wie alle andern im kanton offshore eine palme kaufen – und gfälligscht warten bis sie nüsse abwirft. (boing!)
    und auf so jemanden soll man auch noch neidisch sein: igitt, pfui spinne!

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  4. Es stehe einige Häuser leer in Basel. Viele Menschen finden keine bezahlbare Wohnung. Was spricht dagegen, dass diese Liegenschaften zwischen genutzt werden? Da wird lieber geräumt statt geträumt.

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    1. Wie wär’s zum Beispiel mit: Strom, Wasser, Gas, Meteorwasser, Brauch- und Frischwasser, Anschlussreparaturen, Instandhaltungsarbeiten, eventuell Ölheizungsanlagen (Service, Reparatur, natürlich sachgemäss) und so weiter.

      Irgend wer muss das ja bezahlen.

      „Träumer“ tun das nie.

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  5. Jau, Ihre Ahnung war schon richtig: Ihre Einordnung der Hautfarben – was auch immer Sie damit sagen wollten – ist rassistisch. Deshalb wurde der Kommentar verborgen.

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  6. @et cetra
    Danke für Ihren Beitrag.
    Leider ist es so dass in den letzten Monaten sich die hier geposteten Beiträge in vielerlei Hinsicht den sonst in vielen Foren herrschendem Ton angepasst haben.
    Natürlich sollen kritische Kommentare Platz haben, aber das ewige Links/Rechts Geschwafel und die von einigen geposteten allein seeligen Wahrheiten müssten nicht sein.
    Aber leider ist es sehr menschlich, jeder hat das Gefühl er kenne die Wahrheit und wisse was richtig ist.
    Na ja eben sehr menschlich.
    @Georg
    Ob Sie recht haben mit Ihrem stetig sich wiederholendem Kommentar betreffend den Linken dass sie nur über Dürr herziehen und selber nie das Polizeidep übernehmen würden weiss ich im Gegensatz zu Ihnen nicht. Es gab aber auch schon eine Zeit Inder

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  7. Herr Meier,

    Ich bin kein Linkswähler, aber m.E. ist es selbst mit bürgerlich-kapitalistischer Logik vereinbar, Grundstücke, Immobilien, Konzessionen oder Patente einzuziehen und intelligenteren Kapitalisten (oder wem auch immer) zu veräussern, die damit etwas anzufangen wissen.
    Ein grosses Problem für unsere Realwirtschaft ist, dass wir zwar sehr viel Geld, aber keine mutigen Investoren haben. Statt dass das Geld in neue Projekte, neue Firmen, neue Arbeitsplätze einfliesst, spekuliert man lieber oder parkt das Geld gleich auf Konten.
    Langfristig wird uns diese (feudalistische) Einstellung ökonomisch das Genick brechen.

    Falls man ein heimlicher Kommunist ist und den Total-Crash der westlichen Wirtschaft herbeisehnt, ist das eine gute Entwicklung.
    Als Anhänger einer gut funktionierenden Marktwirtschaft finde ich aber diese Entwicklung eher verheerend, da sie mit ökonomischen Niedergang, mehr Arbeitslosigkeit, Extremismus, Ressentiments und letztlich Krieg einhergeht.

    Wer Geld hat, aber keine Ideen, ist ein Feudalherr mittelalterlichen Zuschnitts. Und das Mittelalter ist – zum Glück – von der Renaissance mit ihren vifen Handwerkern und Kaufleuten und den von ihnen gesponserten Künstlern abgelöst worden (dass diese ihren Schwung über die Jahrhunderte verloren und dann von den Liberalen abgelöst wurden, ist ein regelmässig stattfindender Prozess: Werden – Sein – Vergehen. Jede progressive Bewegung etabliert sich einmal, wird sklerotisch-konservativ und muss dann wieder von neuen Bewegungen abgelöst werden)

    Das Grundstück und die Häuser drauf dürften mehrere Millionen wert sein und dürften einiges an Einnahmen abwerfen (so sie genutzt würden), stehen aber seit Jahren leer. Das ist selbst aus kapitalistischer Logik ein Verbrechen.

    Würde man Grundstücke und Immobilien nach einem angemessen langen Zeitraum von Gesetzes wegen einkassieren, könnte das auch Erben oder ideenlose Eigentümer motivieren, zu einer sinnvollen Lösung zu kommen.

    Das Recht auf Eigentum halte ich für extrem wichtig und ihre Missachtung ist zum Teil der Grund für viel Elend in der Dritten Welt. Aber kein Menschenrecht ist absolut.
    Selbst das Recht auf Leben oder die Religionsfreiheit sind relativ.

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