Blocher bestätigt: Er will Frehner loswerden

Für den Basler SVP-Präsidenten Sebastian Frehner wird die Luft immer dünner. Jetzt schimpft Partei-Übervater Christoph Blocher öffentlich über den «Berufspolitiker». Frehner würde sich nicht für die Partei aufopfern.

Bekommt den Zorn des SVP-Gottes zu spüren: Sebastian Frehner wird von Christoph Blocher mittlerweile offen zum Rücktritt aufgefordert.

(Bild: Hans-Jörg Walter)

Für den Basler SVP-Präsidenten Sebastian Frehner wird die Luft immer dünner. Jetzt schimpft Partei-Übervater Christoph Blocher öffentlich über den «Berufspolitiker». Frehner würde sich nicht für die Partei aufopfern.

Lange hat Christoph Blocher zur Causa Frehner öffentlich geschwiegen. Jetzt erhöht der SVP-Übervater den Druck auf den Basler SVP-Präsidenten. In seiner eigenen Fernsehsendung «Teleblocher» bestätigt Blocher, Frehner zum Rücktritt aufgefordert zu haben. Die Aufforderung hat die TagesWoche Mitte Juli publik gemacht. Damals wollte Blocher sich nicht äussern.

In seiner Interview-Sendung sagt der abgewählte Bundesrat nun: «Er hat das selber erzählt, dass ich ihm gesagt habe, er solle zurücktreten. Das habe ich auch getan. Frehner hat zu viele Ämter. Und wenn einer zu viele Ämter hat, hat er keine Zeit. Das [die SVP Basel-Stadt, Anmerkung d. Red.] ist eine junge, eher schwache Partei. Immer wieder wird einer ausgeschlossen oder tritt zurück. Das ist nichts.»

Als Berufspolitiker gebrandmarkt

Blocher betitelt Frehner als «Berufspolitiker» – schlimmer kann man in der SVP nicht gebrandmarkt werden. Der Basler habe alle seine Mandate, etwa in Pharma-Vereinigungen oder im Bankrat der Basler Kantonalbank aufgrund seines politischen Engagements erhalten. «So kann man die Partei nicht führen und sich für sie aufopfern», schimpft Blocher. Weil sich Frehner nicht für die Partei aufopfere, werde die SVP am rechten Rand konkurrenziert, sagt Blocher mit Blick auf Eric Weber und dessen rechtsradikale Kleinpartei.

Am Schluss des Interviews (ab 9:30 Minute geht es um Frehner) sagt Blocher süffisant, Frehner müsse selber entscheiden, ob er zurücktrete. Und fügt zum Amüsement des Fragestellers an: «Wir können niemanden dazu zwingen.» 

Sebastian Frehner will sich zu den Vorwürfen Blochers nicht äussern. Er erklärt auf Anfrage: «Ich sage nichts zu Parteiinterna.» Und Parteisekretär Joël Thüring meint gelassen: «Ich habe die Aussagen zur Kenntnis genommen. In zwei Jahren sind die nächsten Präsidiumswahlen.»

Klar ist trotzdem: Für die SVP Basel-Stadt kommt Blochers Aussage zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Rechtspartei steckt mitten im Wahlkampf und will im Bund mit den Bürgerlichen im Oktober in den Regierungsrat einziehen.

Konversation

  1. Lieber Herr Blocher

    Zum Glück können wir Basler noch selber entscheiden, wen wir wählen. Und wenn Sie den Herrn Frehner nicht wollen, werde ich ihn ganz bestimmt wählen. Und glauben Sie mir, ich bin nicht der Einzige.

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  2. Her Blocher scheint es in seiner Herrlibergvilla sehr langweilig zu sein. Er ist ein Stratege und Machtmensch, der schlicht nicht in der Lage ist, anderen das Feld zu überlassen und sich ein für allemal aus der Politik herauszuhalten. Er ist in der heutigen Politlandschaft so nötig wie ein Pickel am A***

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  3. Wer hat wohl entschieden er und zwei andere der Partei sollen in zwei Gratis-Blätter im VR Einsitz nehmen? Und wozu?

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  4. Das ist ein sehr boulevardesker Titel der tawo, welcher auch nicht korrekt ist. Frehner soll weniger ämter haben, sagt der svp übervater. Loswerden will er ihn aber nicht!

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    1. „In seiner Interview-Sendung sagt der abgewählte Bundesrat nun: «Er hat das selber erzählt, dass ich ihm gesagt habe, er solle zurücktreten. Das habe ich auch getan….“

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  5. Wer den Auftritt von Herr Frehner am 11.03.2016 in der Arena gesehen hat, der hat auch bei gegenteiliger politischer Haltung Verständnis für Herr Blocher. Hätte Herr Frehner nicht ein so wunderbareren Dialekt, dann müsste sein Auftritt als Totalabsturz bezeichnet werden.

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