Centralbahnplatz ohne Trams – was Sie wissen müssen

Weil die Frage im Tram dieser Tage so oft zu hören ist: Centralbahn- und Aeschenplatz sind zwischen dem 1. und 30. Juli für den Tram-Verkehr gesperrt. Welche Trams betroffen sind, wie Sie trotzdem in die Stadt gelangen und was sonst noch wichtig zu wissen ist.

(Bild: zVg/BVB)

Centralbahn- und Aeschenplatz sind zwischen dem 1. und 30. Juli für den Tram-Verkehr gesperrt. Welche Trams betroffen sind, wie Sie trotzdem in die Stadt gelangen und was sonst noch wichtig zu wissen ist.

Welcher Pendler hat sich nicht schon geärgert über den Verkehr auf dem Centralbahnplatz: Velos, Fussgänger, Trams aus allen Richtungen – ein morgendlicher Spiessrutenlauf. Zwischen dem 1. und 30. Juli ist damit Schluss, der Verkehrsknotenpunkt vor dem Bahnhof SBB wird weitgehend für den Tramverkehr gesperrt. Die BVB ersetzen während des Monats rund 500 Meter Schienen. Die Weichen und Schienenköpfe waren so stark beansprucht, dass Unterhaltsarbeiten nicht mehr reichen. Drei Millionen Franken kosten die Arbeiten. Damit die Baslerinnen und Basler sowie Pendler nicht im programmierten Chaos versinken (siehe auch: «Das gibt ein Riesenpuff»): die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wann beginnen die Arbeiten?

Die Vorarbeiten beginnen am 17. Juni am Aeschengraben mit dem Ersatz der Schienen. Alle Linien der BVB und BLT verkehren während dieser Zeit normal. Vom 1. bis zum 30. Juli werden die Weichen und Schienen auf der Nauenstrasse ersetzt, während dieser Zeit bleibt die Strecke Bahnhof SBB – Aeschenplatz gesperrt. Ab dem 31. Juli verkehren Trams wieder normal und die Einschränkungen für Autofahrer werden aufgehoben (siehe «Ich fahre Auto – und die Nauenstrasse ist mein täglicher Weg»).

Welche Linien sind betroffen?

Zwischen dem 1. und 30. Juli fahren die Linien 8, 10 und 11 nicht mehr zum Aeschenplatz. Die Linie 8 fährt während dieses Monats von der Haltestelle Markthalle über die Heuwaage zum Barfüsserplatz. Die Linien 10 und 11 werden umgeleitet und fahren ab Haltestelle Münchensteinerstrasse über die Haltestelle Denkmal zum Aeschenplatz, ab dort wieder wie gewohnt.

Ich fahre normalerweise mit dem 10er oder 11er an den Bahnhof, wie mach ich das während der Arbeiten?

Die BLT fährt von Betriebsbeginn bis zum Betriebsende einen Shuttleservice von der Haltestelle Münchensteinerstrasse zum Bahnhof SBB, dort dreht das Tram und fährt wieder zur Münchensteinerstrasse. Richtung Münchensteinerstrasse ist das Aussteigen beim M-Park möglich, ein Einsteigen in Richtung Bahnhof SBB nicht.

Ich komme mit dem Zug am Bahnhof an und will in die Stadt, wie mache ich das?

Die BVB empfiehlt drei Optionen: 1. Die Linien 1 und 2 (diese fahren die gewohnte Route) bis zum Bankverein, dann umsteigen in die Innenstadt. 2. Den 8er ab der Haltestelle Markthalle (bei der Margarethenbrücke). Und 3. für Ortskundigere den 16er ab Haltestelle Bahnhofeingang Gundeldingen direkt ins Zentrum.

Ich komme aus dem Zentrum und will an den Bahnhof, wie mache ich das?

Die Optionen bleiben die gleichen wie beim Weg vom Bahnhof in die Stadt. 1er und 2er vom Bankverein an den Bahnhof, den 11er vom Barfüsserplatz zur Münchensteinerstrasse und dann dort umsteigen (was nicht zu empfehlen ist, angesichts der Fahrtzeit). Oder letztlich den 16er bis zum Bahnhofeingang Gundeldingen.

Wird die Linie 16 angesichts der Empfehlungen ausgebaut?

Nein, der Fahrplan bleibt der Gleiche, auch kommen nicht längere Trams zum Einsatz. Gemäss BVB reicht die Kapazität.

Mir sind die Trams egal, ich fahre Velo oder gehe zu Fuss. Wird das ein Problem in dem Bereich?

Gemäss BVB sollen Velo- und Fussgängerverkehr im Bereich des Centralbahnplatzes nicht behindert werden. Die Streckenführung kann sich verändern während der 30 Tage, aber der Durchgang beziehungsweise die Durchfahrt sind immer möglich. In der ersten Etappe im Juni (Arbeiten beim Aeschengraben) wird eine Brücke über die Baustelle in diesem Bereich führen. Dies soll die einzige Einschränkung sein, wie die BVB mitteilten.

Mir sind Tram und Velo egal, ich fahre Auto – und die Nauenstrasse ist mein täglicher Weg. Welchen Einfluss hat es auf den motorisierten Individualverkehr?

Während der gesamten Bauzeit im Juli ist der Autoverkehr auf der Nauenstrasse eingeschränkt:

Vom 1. bis 16. Juli können Autos von der Viaduktstrasse und vom Heuwaage-Viadukt her nicht Richtung Aeschenplatz fahren. Sprich: Autofahrende, die stadtauswärts fahren, können nicht links abbiegen in Richtung Aeschenplatz. Ausweichroute ist: via Elisabethenstrasse.

Von der Nauenstrasse her ist die Fahrt Richtung Heuwaage, Elisabethen- und Viaduktstrasse gesperrt. Sprich: Autofahrende, die stadteinwärts fahren, können nicht gerade aus. Ausweichroute: Der Nauentunnel, der während der gesamten Zeit normal befahrbar ist.

Vom 16. bis zum 30. Juli ist die Margarethenbrücke Richtung Stadt gesperrt. Der Verkehr wird via Meret Oppenheim-Strasse und Basel-Breite umgeleitet. Die Fahrt zur Nauenstrasse von der Viaduktstrasse und vom Heuwaage-Viadukt ist während dieser Zeit auch nicht möglich. Auf die Autobahn geht es dann via Nauentunnel oder via Aeschenplatz/St. Jakobs-Strasse und Basel-Breite.

Das gibt ein Riesen-Puff, warum können die BVB, den Betrieb nicht aufrecht erhalten?

Normalerweise – teilten die BVB mit – werden Unterhaltsarbeiten während des Betriebs gemacht. Der Übergang vom Aeschengraben auf den Centralbahnplatz sei aber ein «äusserst anspruchsvolles Schienenstück an exponierter Lage». In den vergangenen zehn Jahren seien geschätzte 147 Millionen Autos und 1,44 Millionen Trams über das Stück auf der Nauenstrasse gefahren. Die dortigen 3-fach-Weichen (die Trams werden auf drei Perrons verteilt) könnten nicht mehr geschweisst und geschliffen werden, sondern nur noch ersetzt.

Haben die BVB ans Basel Tattoo und die 140’000 Besucher gedacht?

Ja, es laufen Gespräche mit den Verantwortlichen des Militärmusikfestivals. Es soll ein Sonder-Konzept geben.

Die Trams ruckeln und quietschen jetzt, wird das besser?

Wer sich Bilder der Schienen anschaut (Bildstrecke), der kommt zum Schluss, dass der Ersatz bestimmt den Fahrtkomfort erhöhen wird. Zudem bauen die BVB zusätzlich eine «Fahrkopfbenetzungsanlage» in der Centralbahnstrasse ein. Worauf der Name nicht schliessen lässt: Diese sollen das Quietschen mindern.

Werden nur die Schienen auf der Nauenstrasse ersetzt?

Nein, Schienen werden auch im Bereich des Aeschengraben und der Centralbahnstrasse ersetzt. Zudem werden die Schienen der Perrons 4 und 5 auf dem Centralbahnplatz ersetzt. Insgesamt sind es rund 540 Meter Schienen.

Heisst das, ich sollte lieber keine Suite im Hilton buchen wegen der Nachtarbeit?

Nachtarbeiten sind gemäss BVB unumgänglich, aber sie werden die Ausnahme sein und auf ein Minimum reduziert. Vor allem die Anlieferung von Material wird nachts geschehen, weil tagsüber sonst der gesamte Verkehr eingeschränkt wäre. Anwohner sollen «rechtzeitig» vorinformiert werden. Die Arbeiten werden also hauptsächlich tagsüber durchgeführt – «es werden aber sehr lange Tage», wie die BVB mitteilten.

30 Tage sind keine lange Zeit, reicht das überhaupt für all die Arbeiten?

Die BVB sagen selbst, dass es eine Herausforderung sei. Aber auch, dass die Zeit reichen wird. Dafür spreche die Erfahrung des Bautrupps und die Reserven, die eingerechnet wurden.

Ich habe bis hierher gelesen und weiss immer noch nicht, wie ich in die Stadt komme, wo gebaut wird und überhaupt habe ich nur Bahnhof verstanden. Was mache ich?

Die BVB haben Kundenlenker am Bahnhof angekündigt, zudem sollen Flyer und Informationsbroschüren verteilt werden – auf Wunsch von Basel Tourismus in drei Sprachen. Wer es lieber digital mag, findet gemäss Auskunft an der Medienkonferenz auch auf der BVB-App alle Informationen. Wem dies nicht reicht, dem ein letzter Tipp: einfach nochmals oben anfangen.

Konversation

  1. In diesem Artikel ist meiner Meinung nach die Empfehlung für Trambenutzer (L10) aus dem Leimental nicht ganz ideal:

    Bequeme Lösung: Bottmingen auf L34 und in der Hohlen Gasse auf L2 umsteigen (Anschluss sofern pünktlich)

    Schnellste Lösung: mit L10 bis Station Zoo und via Flamingosteg in ca. 5 Min Fussmarsch zum Bahnhof.

    Alternative für Reisende mit Handicap und/oder Gepäck: L10 bis Heuwaage und via Steinentorberg zum Bhf. gelangen.

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  2. Evtl. sollte man sich an solchen Verkehrsknotenpunkten mal angewöhnen, nicht wie Hansguckindieluft träumend rumzurennen oder ausnahmsweise mal nicht aufs Natel starren.

    Hier wird masslos übertrieben und so getan als ob man dort vermientes Kriegsgelände betreten würde und Angst haben müsste, gleich rücksichtslos über den Haufen gefahren zu werden.

    Und wann wäre denn der richtige Zeitpunkt für solche Arbeiten?! Im Winter gehts nicht, und da ist im Sommer die Ferienzeit doch nicht die schlechteste Wahl. Aber klar…die selbsternannten Experten wissen es wieder mal besser.

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  3. Das Riesenpuff ist doch ein guter Anlass, mal wieder darüber nachzudenken, ob wir nicht eigentlich dort wohnen sollten wo wir arbeiten – oder umgekehrt.

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  4. Kommt wohl von einem Rentner …
    Seit Jahren fahre ich mit dem 11er bis Bahnhof SBB und hatte dort noch nie Adrenalinschübe, Halsschmerzen oder Furchtgefühle … 🙂
    Das Rezept heisst: Mach d‘ Ouge uf, Lappi !
    Oder Neudeutsch – Take it easy

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  5. Dem sehe ich sehr positiv entgegen. Endlich kann ich den Platz überqueren …

    – ohne die Adrenalinschübe eines Bungee-Jumpers
    – ohne Headbanger-Halsschmerzen, weil ich den Kopf dauernd nach gelben oder grünen Ungeheuern drehen muss
    – ohne die Furcht überfahren oder mit Empörungsgebimmel angefahren zu werden

    Man sollte mal Stefan Raab vorschlagen, ob er das Überqueren des Platzes bei vollem BVB-Betrieb zur Disziplin seiner „Schlag den Raab“-Sendung machen will. Gegen den Basler Centralbahnplatz sind Raabs waghalsige Wok-Rennen Kindergartenspiele.
    .

    P. S. Ich weiss, solche Sachen zu sagen, sind völlig verboten in Basel-Stadt. Denn das früher humorverbotene und heute laut lachende Baudepartement hat uns ja schon mehrfach „erklärt“, dass es „keinerlei Probleme“ auf dem Platz gebe, dass alles ganz in Ordnung sei, dass alle, die das Gegenteil sagen, einfach nicht recht hätten.

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  6. Immer diese Gejammer …
    Was hat die Geleiseerneuerung (Ist ja logisch, dass man sowas in die Sommerferien legt !) des Centralbahn- und Aeschenplatz (Monat 07 2013) mit der Feldbergstrasse (Zeitraum 09/2012 bis 11/2013) zu tun ?

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  7. Basel vs. Verkehrs- und Stadtplanung: Etwas wovon der Kanton noch nie etwas gehört hat oder sich Beispiele an anderen Städten nimmt. Soviele Baustellen und zu diesen unmöglichen Zeiten gibt es definitiv NIRGENDS in der CH, wahrscheinlich nicht einmal in europa.

    Alleine die Baustelle an der Feldbergstrasse, ein Horror. Effizienz wird nicht gross geschrieben, sehe da auch beinahe nie jemanden auf der Baustelle…

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