Das Elsass wehrt sich gegen Hollandes Territorialreform

Das Elsass soll mit Lothringen und der Champagne-Ardenne fusioniert werden. Das passt vielen ganz und gar nicht.

Staatspräsident François Hollande krempelt sein Land territorial um. (Bild: Gonzalo Fuentes/Reuters)

Das Elsass soll mit Lothringen und der Champagne-Ardenne fusioniert werden. Das passt vielen ganz und gar nicht.

Bei der grossen Aufregung, die über vieles in unserer Welt besteht, sollten wird eine unserer wichtigen Nachbarschaften nicht vergessen: das Elsass.

Das Land zwischen Rhein und Vogesen sieht sich in einem gewissen Sinne seiner Abschaffung ausgesetzt. Der arme französische Staatspräsident, François Hollande, kann seinem armen Land offensichtlich keine anderen Reformen auferlegen und hat sich darum eine schnelle, leichte, und falls einmal verwirklicht, doch gravierende Reform ausgedacht.

Ein Fürstenprivileg

Nein, keine Reform des Arbeitsrechts oder der Unternehmensbesteuerung, sondern eine Reform der Territorien. Das kleine Elsass (8280 Quadratkilometer) soll mit dem viel grösseren Lothringen (23’547 Quadratkilometer) und der noch grösseren Champagne-Ardenne (25’606 Quadratkilometer) zusammengelegt werden.




Aus drei mach eins: Das Elsass, Lothringen und die Champagne-Ardenne sollen zusammengeführt werden. (Bild: Daniel Holliger)

In ersten Kommentaren hat der ehemalige Premier Jean-Pierre Raffarin zutreffend gesagt, François Hollande nehme hier ein Fürstenprivileg in Anspruch («le fait du prince»), was soviel heisst wie: Hier nimmt ein Souverän eine Karte und zeichnet sein Territorium neu. Hollande will aus 22 Regionen 13 oder 14 Regionen machen. Andere Kommentatoren fühlen sich an das Monopoly-Spiel erinnert.

Eine Fusion (das war ja auch einmal ein Basler Projekt) könnte unter dem Aspekt der Rationalisierung sogar sinnvoll sein, sie könnte Kirchturmpolitiken («l’esprit du clocher») zusammenführen und Verwaltungskosten einsparen. Zehn Milliarden Euro sollen es werden!

Ohrfeige für den Präsidenten

Andere, ebenfalls teure Strukturen dürfen in ihrer bedeutungsvollen Unwichtigkeit dagegen erhalten bleiben, insbesondere die 1789 geschaffenen Departemente (heute 101).

Während diese ein Instrument des Zentralstaates sind, sollten die Regionaleinheiten ein dezentrales Gegengewicht bilden. Wenn diese über eine Fusion auf fast die Hälfte wiederum eingekocht würden, käme dies einer enormen Schwächung der sehr nötigen und 1982 vom linken Innenminister Gaston Deferre eingeführten Dezentralisierung gleich.

Volksabstimmungen gibt es im armen Frankreich nur, wenn der Staatspräsident es will.

Diese Änderung könnte ohne Verfassungsänderung und ohne Referendum eingeführt werden. Volksabstimmungen gibt es in Frankreich nur, wenn der Staatspräsident es will. Dieser aber weiss, dass die Untertanen, wenn sie von ihrem Prinzen einmal die seltene Gelegenheit der Meinungsäusserung bekommen, sie sogleich zu einer Abstimmung über ihren Chef machen.

Das hat 2005 auch Jacques Chirac erlebt, als er nach stillen Meinungsumfragen zur Europafrage das Risiko einging, über den europäischen Verfassungsvertrag abstimmen zu lassen, dann aber mit einem Nein eine persönliche Ohrfeige bekam. Auch Hollande würde als Bewohner seines Palasts trotz Wohnrecht bis 2017 mit Sicherheit eine symbolische Kündigung bekommen.

Im Elsass kann man die Opposition von rechts besonders deutlich spüren.

Das Ganze (auch die Zeichnerei des Prinzen) hat seine politische Seite. Während die Linke das Projekt ihres Präsidenten fast durchwegs gut findet, läuft die Rechte ziemlich geschlossen dagegen Sturm. Bedürfnisse der Linken beziehungsweise Erwartungen von Parteikollegen (Stichwort «copinage») wurden bei diesem Reissbrettentwurf mit Sicherheit berücksichtigt.

Im Elsass, wo die Rechte besonders stark ist, kann man die Opposition von rechts besonders deutlich spüren. Die Rechte macht die Erhaltung oder Stärkung der Regionalkompetenzen zu ihrer Sache, während der französischen Linken das schöne Prinzip der Subsidiarität wenig bedeutet, obwohl doch auch sie für Selbstbestimmung der Basis sein sollte.

Hollandes Fusionsprojekt trifft im Übrigen nicht alle 22 Regionen gleich. Es gibt Zusammenlegungen zweier oder gar dreier Regionen, und es gibt solche, die dürfen alleine weiterbestehen – natürlich Korsika, natürlich die Bretagne, natürlich Paris beziehungsweise die Ile-de-France. Warum nicht auch das Elsass?

Auch wenn das viele andere Regionen von sich ebenfalls sagen: Das Elsass ist eine historische Einheit und von der Geschichte in besonderer Weise geprägt. Es war, wie man weiss, mindestens seit dem 17. Jahrhundert ein Zankapfel zwischen dem französischen und dem deutschen Reich. Der radikale Ministerpräsident Édouard Herriot scheiterte 1924 mit seinem Versuch, das katholische Elsass mit Frankreichs laizistischem Regime gleichzuschalten und gab damit der Autonomiebewegung fatalerweise Auftrieb.

Kritiker gehen auf die Strasse

Es ist kein Zufall, dass auch die elsässische Dialektbewegung (z.B. die Organisation «Liederbrunne») zum Widerstand gegen Hollandes Territorialreform bläst. Die Opposition beruft sich auf die Identität des Elsasses. Sie sieht diese in hohem Mass gefährdet, wenn die 1,8 Millionen Elsässer und Elsässerinnen (nordafrikanische Migrationsbevölkerung eingeschlossen) in einem Gebilde mit 5,5 Millionen Menschen aufgehen soll. Das Versprechen, dass Strassburg die Hauptstadt des künftigen Grossdings würde, beruhigt wenig.

Nachdem gegen 54’000 elektronische «Unterschriften» auf einer fusionskritischen Petition des bürgerlichen Bürgermeisters von Mülhausen, Jean Rottner, zusammengekommen sind, haben am vergangenen Wochenende, gemäss Veranstalter 20’000, gemäss Polizei immerhin 7000 Menschen, in Strassburg ihren Unmut über das Projekt manifestiert.

Das Elsass steht bezüglich Wirtschaftskraft an der Spitze in Frankreich.

Aufgerufen haben die Präsidenten der drei elsässischen Parlamente (der Versammlungen der beiden Departemente Ober- und Unterrhein sowie des Regionalrats), aber auch die Handels- und Gewerbekammern.

Das sollte auch ein Signal an den französischen Senat sein, der nicht mehr von einer linken Mehrheit bestimmt ist und sich demnächst mit der Vorlage befassen wird. Philippe Richert, Präsident des elsässischen Regionalrats, sagte ein politisches Erdbeben voraus, sollte auch das Oberhaus zustimmen. Die Nationalversammlung hat bereits zugestimmt.

Es geht aber nicht nur um Identität; es geht auch um die wirtschaftliche Ertragskraft des Elsasses, die weit über den zugedachten Fusionspartnern Lothringen und Champagne-Ardenne liegt. Das Elsass steht an der Spitze der Exporte in Relation zur Bevölkerung und bezüglich Bruttoinlandprodukt aller Regionen in Frankreich.

In der Krise kommts zu neuen Koalitionen

Ironie dieser Geschichte ist, dass sich das Elsass angesichts der drohenden Fusion trotz der parteipolitischen Differenzen plötzlich einiger gibt, als es bisher war. Ohne externes Bedrohungsszenario sind nämlich die Differenzen zwischen beiden Departementen beträchtlich und steht der Haut-Rhin dem Nachbarn Haute-Saône in manchem näher, während der Bas-Rhin doch nahe beim Nachbarn Lothringen ist.

Im April 2013 war schon einmal und unabhängig von Hollande über einen «Conseil unique» abgestimmt worden, dieser war damals aber vor allem im Südelsass wuchtig verworfen worden. Neuerdings erscheint dieser Zusammenschluss als das kleinere Übel. Dieses «moindre mal» könnte sogar dazu führen, dass dadurch die von Traditionalisten reklamierte Identität in der politischen Realität gestärkt wird, jedoch nicht nur als Berufung auf Vergangenheit, sondern als Zukunftsprojekt.

Hilft die Parole «Das Elsass den Elsässern»? Das Elsass, das sind zunächst gewiss einmal die im Elsass lebenden Menschen plus die Geschichte dieser Region, soweit sie den da lebenden Menschen lebendig präsent ist.

Der Basler Aspekt

Vom neuen Projekt heisst es, dass es jeder geografischen, wirtschaftlichen und kulturellen Logik entspreche. Territoriale Gebilde sind allerdings oft, ja meistens in diesem Sinn unlogisch. Aber sie sind eben einfach vorhanden. Wenn man sie ändern will, müssten schon objektiv einleuchtende Gründe her, die dann allenfalls in der Lage wären, die direkt davon betroffene Bevölkerung zu überzeugen.

Es gibt auch noch einen schweizerischen, ja baslerischen Aspekt in dieser Geschichte. Nachbarschaftliche Fragen lassen sich leichter regeln, wenn die Partner wirklich auch Nachbarn sind.

In diesem immer wieder nötigen Dialog mit einer Einheit, zu der auch Lothringen und sogar die Champagne-Ardenne gehört, würde die Beziehung einen Teil ihrer Nachbarqualität einbüssen. Für das grosse Baden-Württemberg dürfte die allfällige Änderung jenseits des Rheins nicht nachteilig sein und die Kontakte vielleicht sogar vereinfachen.

Konversation

  1. Als klassischer Weiser agiert der französische sozialistische Präsident Francois Hollande wohl eher nicht, wenn er eine umstrittene Gebietsreform unter dem Oberbegriff „Sparen“ gegen den Willen der betroffenen Bürger durchsetzen will. Natürlich käme es auch hierzulande wesentlich billiger, wenn das bayrische Kabinett unter Horst Seehofer auch für Baden – Württemberg, Rheinland – Pfalz und Nordrhein – Westfalen zuständig wäre, oder der schleswig – holsteinische Ministerpräsident Thorsten Albig seine Kollegen in Niedersachsen, Sachsen -Anhalt,
    Thüringen und Brandenburg ersetzen könnte.
    Im von der künftigen Gebietsreform besonders hart getroffenen Elsass spielt jedoch ein anderer wesentlicher Faktor eine Rolle.
    Da das Elsass jahrhundertelang zum deutschen Sprach-und Kulturgebiet gehörte und in zunehmenden Maße seine Identität neu bestimmt, wäre eine Zusammenlegung mit größeren Regionen wie Lothringen und der Campagne seinen Autonomiebestre-bungen in höchstem Maße abträglich. Ähnlich wie die Bewohner Korsikas und des Baskenlandes sind viele Elsässer und auch einige Lothringer mit dem historisch gewachsenen französischen Zentralismus nicht glücklich, da Paris auf die regionalen Besonderheiten, die in einem föderalen Staatswesen gut aufgehoben wären, keine große Rücksicht nimmt.
    Der lange Zeit im Elsass unterdrückte Gebrauch der deutschen Sprache, sowohl als Dialekt als auch als Hochsprache, scheint langsam wieder ein Stück gelebte Normalität zu werden. Dies würde in der von Hollande geplanten Konstellation sicherlich zu Rückschlägen führen. Außerdem wäre der neue überregionale Kunstname „ALCA“ unverbindlich, anderenorts unbekannt und hätte somit kaum Alleinstellungsmerkmale oder Identitätswerte. Fehlentscheidungen zentralistischer Systeme können eine schwere Hypothek für die Zukunft bedeuten. Hongkong läßt gerade grüßen.

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  2. Als klassischer Weiser agiert der französische sozialistische Präsident Francois Hollande wohl eher nicht, wenn er eine umstrittene Gebietsreform unter dem Oberbegriff „Sparen“ gegen den Willen der betroffenen Bürger durchsetzen will. Natürlich käme es auch hierzulande wesentlich billiger, wenn das bayrische Kabinett unter Horst Seehofer auch für Baden – Württemberg, Rheinland – Pfalz und Nordrhein – Westfalen zuständig wäre, oder der schleswig – holsteinische Ministerpräsident Thorsten Albig seine Kollegen in Niedersachsen, Sachsen -Anhalt,
    Thüringen und Brandenburg ersetzen könnte.
    Im von der künftigen Gebietsreform besonders hart getroffenen Elsass spielt jedoch ein anderer wesentlicher Faktor eine Rolle.
    Da das Elsass jahrhundertelang zum deutschen Sprach-und Kulturgebiet gehörte und in zunehmenden Maße seine Identität neu bestimmt, wäre eine Zusammenlegung mit größeren Regionen wie Lothringen und der Campagne seinen Autonomiebestre-bungen in höchstem Maße abträglich. Ähnlich wie die Bewohner Korsikas und des Baskenlandes sind viele Elsässer und auch einige Lothringer mit dem historisch gewachsenen französischen Zentralismus nicht glücklich, da Paris auf die regionalen Besonderheiten, die in einem föderalen Staatswesen gut aufgehoben wären, keine große Rücksicht nimmt.
    Der lange Zeit im Elsass unterdrückte Gebrauch der deutschen Sprache, sowohl als Dialekt als auch als Hochsprache, scheint langsam wieder ein Stück gelebte Normalität zu werden. Dies würde in der von Hollande geplanten Konstellation sicherlich zu Rückschlägen führen. Außerdem wäre der neue überregionale Kunstname „ALCA“ unverbindlich, anderenorts unbekannt und hätte somit kaum Alleinstellungsmerkmale oder Identitätswerte. Fehlentscheidungen zentralistischer Systeme können eine schwere Hypothek für die Zukunft bedeuten. Hongkong läßt gerade grüßen.

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  3. Hollande lernt aus der Geschichte nicht.
    Nach Gutsherrenart, will er zusammenlegen, was nicht zusammen gehört.
    Zurzeit brodelt es in der EU. Selbst die Schotten und Basken bemerken, dass man die inneren wie äusseren Grenzen um des lieben Friedens, nicht verschieben sollte.
    Wie fragil der Frieden ist, sieht man an der Ukraine.
    Nur Hollande sieht nichts. Das Elsass hat eine natürliche Sprachgrenze, die auch ideologisch nicht zu unterschätzen ist. Man fühlt „elsässisch“ nicht deutsch und nicht französisch. Meine Arbeitskollegen, allesamt Elsässer fühlen sich von Paris überrollt, nicht geschätzt, von Ferne regiert, aber furchtbar ausgebeutet!
    Man hat das Gefühl, er will das Elsass ausradieren….

    Ihr Lieblingsspruch
    „Los dä Nachts amol alei durchs Elsass laufe“!

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    1. Ja, so weit, dass daraus ein elsässischer Frühling entstehen könnte, würde ich nicht gehen. Ich denke, es würde tatsächlich verlangen, dass die Elsässer mehr ins innere Frankreichs schauen müssten, und ihre allemannischen Wurzeln in den Hintergrund gedrängt würden. Der Kontakt zu Deutschland könnte sich verschlechtern, was nicht unbedingt im Sinne der europäischen Integration ist. Junge Elsässer hätte damit allerdings weniger Probleme, weil bei Ihnen das französisch im Vordergrund steht, und viele sich als 100% Franzosen fühle, und gar kein Interesse mehr haben, an der deutschen Sprache. Viele studieren nach dem Bac in Paris, Marseille, Strasbourg oder anderen grossen französischen Städten. Sie sind nicht auf das Elsass fixiert, und sehen die Chancen eher in den grossen französische Agglomerationen. Ganz ohne Rumpeln würde der Zusammenschluss allerdings nicht von statten gehen.

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  4. Interessant, aber teilweise nicht ganz verständlich: weniger „Regionen“ (Sind das wie Provinzen?) und dafür viel mehr Departemente pro Region? Das geschichtliche Argument verstehe ich. Andererseits muss man nicht immer zurückblicken. Eine Tatsache ist z.B, dass es kaum noch Jugendliche im Elsass gibt, die Sundgauer-Deutsch reden, was schade ist, ist es ein herrlicher Dialekt..

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  5. Ach, so schwarz würde ich jetzt nicht sehen. Ubd so alemanisch muss die Welt jetzt auch nicht sein, damit sie funktionirrt.
    Wir in Bssel sprechen im Notfall auch französisch, und viele Junge Elsässer gerade im Bereich Bac Pro können immer noch Deutsch und wagen dann den Schritt als Grenzgänger in die Schweiz oder Deutschland , Fusion hin oder her. Unter uns gesagt glaube ich sowieso nicht, dass es je so weit kommen wird!

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    1. Ach lueg emol a- es muess NIT unbedingt Alemannisch sii ass es funktioniert ?? Ych bii jetz emol so fräch un due behäupte ass ALLES was im Äugeblick in „Fronkreisch“- Pardon „LA FRANCE“ natürlig, NIT funktioniere4duet Romanisch isch- un de wenigi was besser als säll funktioniert dä graubti Alemnnischi Landesteil isch… GROSSI EMPÖRIJ ALLÄÜBERALL- zuemol ych jo gar kei Schwiizer bi wu des behäupte duet sondern erscht no ne schwob… „Schwobechöpf Mollechöpf“… Jo- Merci! YCH bi leider gottes aber de Undütscheschti Dütsche wu Ir alli euch numme dänke chönne un mit ALLEM was Geographisch sage mer Nördlich vunere Linie Bade-Bade/Rastatt litt un Öschtlich vu der Baar (sic!) han ich Kulturell herzlig wenig z due- kurz ich due nit ati DÜTSCHI Schlachte für „Sälli“ schloh (was sälli jo au gar nit wänn) sondern mini eigene für MICH als der Alemanne der ich BIN ! Un was d Nocheber un Gschwischtrigschaft mit de Elsässer aagoot- len mir jetz emol en Franzeesische Staatsbürger s Wort ergriffe- ych mein de Henri Scherb – President vu „Heimetschproch un Tradition“ !
      In sinem Läsenswärte Vorwort zue „Wu ni gang un Stand“ (es Alemaniisches Liederbuech
      vum Uli Führe un em Stefan Pflaum vune 2012 schribt de Monsieur Scherb wörtlig:
      „Das Liederbuch ist auch der Beweis dafür dass unsere GEMEINSAME Alemannische sprache weiterlebt im Oberen Rheintal. Diese unsere sprache die wir elsässer seit über sechzehnhundert Jahren verwenden ist der Kostbare Schatz, ,das Bindeglied, der beweis unserer ALEMANNISCHEN zugehörigkeit,Ebstück unserer Geschichte!
      Wir Elsässer mussten seit 1648 fünfmal gezwungenermassen die nationalität wechseln- gefragt ob wir das wollen wurden wir Nie! Aber- wir sind ja „immer MIT den Siegern“ wie das voller Ironie (besser: SARKASMUS) der unvergessene Germain Muller sagte !!
      …Denn Sie isch so liäb un Zart unseri Heimet so Grosszügig un voller Wärma. Doch brücht se unseri Helf ! Es herrscha do noch so geheimnisvolli Verbindunga zwischa uns!“
      So witt emol en Elsässer wus eigentlig wisse muesst ! NÄI- ICH bi kai unruestifter- ICH bi bekannt als Europa-ruefer- AAABER- Gopferglemmi nonemol!- es muess eu e Europa ski wu UNS UNSER Rächt unsri Exischtänz un berächtigung losst un nit Gruusig UIgnoriere duet- Schmegge SIE dä Brägel Herr Frisch- SIE sin nämlig au gmeint !- ??
      Wenn de Monsieur le Presid-Ente namens Hollande emol do herkämti de no würd ich Ihn gärn am Arm ne un mit Ihm emaol vu Basel bis uff Schtrossburg abe fahre un Ihm ebbe Neueburg zeige wu in de Gschicht zweimol vu siine Franzose plattgmacht wore isch bis ke Schtai me uff em andere war un erscht rächt Brisach- ob ER dä Teil vu de Gschicht überhäupt kenne duet- oder wisse will… Ob „ER wohl uff aahib wüsst wär de Melac war ??? Was lösts eigentlig in Ihm us wenn er SÄMTLIGI zerschtörte Burge am Oberrhii betrachte würd wu NOCH nem Drissigjährige Chrieg vu FRANZÖSISCHEM Miltitär wu bi UNS uff de Badischje Siite rein gar nit verlore ch hän zerschtört wore sin- vu Röttle aagfange bis zuem Schloss vu Heidelberg (Melac!) Ob är wohl e historisches Bewusstsi hett was für en unrächt es war dass Friburg so lang Französisch bsetzt war un so bös zuegrichtet wore isch. un überhaupt diä ganzi unrächt „ReunionspolitiK2 …
      Haani no ebbis vergässe ? NAI- zuim Dunderschiess Herr Frisch ICH bii de allerletschti
      wus vergangini Johrhundert uns Unrecht vum erste und zweite Wältchriäg vergesse hät- ICH, dä Kriegsdienschtverweigernde Daniel Hage, ganz bschtimmt nit- un deshalb bruuch ich Ihri allfälligi Iiwänd sowenig wie die vu Irgendwäm un z allerletscht die vu Franzose wiä nem Monsieur Hollande wu Umgkehrt UNSRI Identität nit möchte zu Kenntnis neh !!! JEDES Unrächt hett nämlig emol e Gränze un e End- und was ER do versuecht isch wirklig dreischt- aber ob einer vu unsre Politischä Geischterfahrer in Schtuegart geschweige den Bärlin dä Mumm hätti sällem Geischterfahrer in Paris ins Gsicht iine z sage `?? Dngge Si emol über mi Text lang und dief noch -un saage Si am beschte gar nit- usser: De Hage- der hett am End Rächt- ala ! MERCI !!!

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  6. @ S. Frisch

    Wenn die jungen Elsässer begriffen haben, dass mit dem Verfall der Elsässischen Sprache auch ein Verfall der eigenen Alemannischen Kultur verloren geht, dann wird es vielleicht zu spät sein. Der alemannische Hintergrund der das Dreiländereck vereint, bündelt eben auch viele (Artbeits und Wirtschafts)- Kräfte.
    Meine Kollegen haben Kinder im Alter von 8-14 Jahren und bemerken selbst, dass die Austreibung der elsässischen Sprache eigentlich nur Nachteile hat.
    Jede zusätzliche Sprache, welche man zur Landessprache spricht, ist nie ein Nachteil. Wenn Monsieur Hollande schon längst auf seiner Vespa abgedampft ist, werden seine Hirngespinste eine Zeit wie bleiener Dunst über dem Elsass liegen und man kann nur Hoffen, dass der Rechtsruck wieder rückgängig gemacht werden kann. Wie abstrus….. ein Linker der einen Rechtsruck verursacht… dümmer gehts nümmer! Wäre er ein König und auf Lebenszeit eingesetzt, hätten wir schneller wieder eine Bundschuh-Verschwörung wie 1513 als man es gedacht hätte. Da aber ein Monsieur Hollande nur noch absehbar im Amt ist, zieht man im Elsass den Kopf ein und denkt, dass auch diese Pariser Okkupationsphantasien bald ein Ende nehmen. Joss Fritz hat sich auch nicht alles gefallen lassen.

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