Das gescheiterte SP-Experiment Karatekin

SP-Politiker Selim Karatekin ist zum Politikum geworden. In der Partei steht er wegen seiner Nähe zu einer türkischen Lobbytruppe unter Generalverdacht. Parteifreunde rücken von ihm ab, er selber sucht bei der FDP Anschluss.

Enge Beziehungen zur AKP-Lobbyvereinigung UETD: SP-Politiker Selim Karatekin.

Selim Karatekin ist in der Sackgasse. Der SP-Politiker und Muslim-Funktionär war noch vor zwei Jahren ein Hoffnungsträger der Partei. Heute ist er eine Belastung. Die Stimmen sind zahlreich, die hinter vorgehaltener Hand seinen Abgang fordern, von der Parteijugend über Vertreter des linken Flügels bis zu Politikern mit Migrationshintergrund.

Karatekin war ein Experiment, bei dem die grösste Partei der Stadt von Anfang an keine gute Falle machte. Seine wirtschaftsliberalen und wertkonservativen Ansichten passten nie ins Profil der SP, doch mittlerweile ist vor allem das Drumherum zum Problem geworden: Seine dokumentierte Nähe zu Kreisen, die mit der AKP, der Partei des autoritären türkischen Präsidenten Erdogan, verstrickt sind.

Als Karatekin im Frühjahr 2015 zur SP stiess, wollten viele noch glauben, seine Einbindung würde helfen, die tiefen Gräben in der türkischstämmigen Bevölkerung der Stadt zuzuschütten. Darauf deutet jedenfalls die Entstehungsgeschichte seiner Parteikarriere hin.

Selim Karatekin, von Beruf Treuhänder bei einem renommierten Vermögensverwalter, fungiert als Koordinator der Basler Muslimkommission (BMK), des Dachverbands islamischer Institutionen in der Region. Als solcher setzte er sich für die Moschee in der Kaserne ein, die als Folge des geplanten Neubaus neue Räumlichkeiten brauchte. Seite an Seite mit SP-Grossrat Mustafa Atici erwirkte Karatekin schliesslich, dass die Moschee auch in der umgebauten Kaserne Platz findet.

Von Anfang an nicht auf Parteilinie

Atici und Karatekin arbeiteten damals eng zusammen und Karatekin sagt, Atici habe den Ausschlag gegeben, dass er sich den Sozialdemokraten angeschlossen habe. Karatekin wollte in die Politik und die SP war damals diejenige Partei, die sich für Religionsfreiheit und Minderheitenschutz stark machte und Politikern mit Migrationshintergrund den Aufstieg ermöglichte.

Das machte die SP für Selim Karatekin interessant, obwohl er, wie er heute einräumt, bei vielen anderen Themen nicht auf Parteilinie lag. Er sagt: «Ich habe eigentlich ein liberales Profil.»

SP-Grossrat Mustafa Atici ging Risiken ein, als er sich an die Seite von Karatekin stellte und ihn als eine Art Götti in die Partei führte. Er wollte damit praktizierenden Muslimen – eine Bevölkerungsgruppe, die weitgehend unter sich bleibt – den Einstieg in die Politik ermöglichen, um ihren Interessen dadurch Geltung zu verschaffen, und dabei seiner Partei und sich selbst ein bislang brachliegendes Wählersegment erschliessen.

«Ich fragte ihn, was er mit seinen Ansichten auf unserer Liste eigentlich will.»

Peter Howald, ehemaliger SP-Sekretär

Als Karatekin dann vor der Tür stand, gab es Vorbehalte. Peter Howald, früherer Parteisekretär und heutiger Vize-Präsident der Kleinbasler SP-Sektion, sagt: «Ich beurteile Menschen nicht nach ihrer Religion oder Herkunft, sondern nach ihrer Weltanschauung.» Als Karatekin bei den Grossratswahlen 2016 auf die SP-Liste wollte, ging Howald auf ihn zu: «Ich fragte ihn, was er mit seinen Ansichten auf unserer Liste eigentlich will.»

Die SP-Delegierten liessen sich von den Vorbehalten nicht abschrecken. Auch weil Mustafa Atici, das bestätigen mehrere Parteileute und Karatekin selber, eifrig für Akzeptanz warb. Man solle ihm eine Chance geben, sagte Atici damals. Heute darauf angesprochen, streitet er jegliches Engagement ab. Weder habe er Karatekin eingeführt, noch für ihn geworben – schon gar nicht habe es Absprachen im Wahlkampf gegeben.

Seine Distanzierung kann realpolitisch verstanden werden: Jede Nähe zu Selim Karatekin kann Atici bei der eigenen Wählerbasis heute nur schaden. Schon vor einem Jahr taten sich erste Risse auf im Verhältnis der beiden Politiker.

Im Juli 2016 kam es in der Türkei zur verhängnisvollen Putschnacht. Die Nervosität stieg in der Folge auch in Basel und eine Organisation mit dem harmlosen Namen «Union Europäisch-Türkischer Demokraten» (UETD) sah es nicht gerne, dass Karatekin mit Atici, einem Sprachrohr der Schweizer Kurden, zusammenspannte. UETD und Karatekin, das ist eine besondere, eine heikle Verbindung.

Prüfbesuch in Basel: Vertreter der UETD mit Selim Karatekin (blaues Hemd).

Der Verband aus Zürich tritt offen als Lobbytruppe für Erdogans Regierungspartei auf. Einst gegründet, um für türkische Interessen im Ausland zu werben, ist die UETD mittlerweile eine reine AKP-Organisation mit grosser Nähe zu Ankara und vermutet guten Kontakten zu türkischen Geheimdiensten.

Murat Sahin, Präsident der Schweizer UETD, fiel in der Vergangenheit etwa damit auf, dass er eine Veranstaltung der Uni Zürich massiv störte, als dort der verfolgte türkische Journalist Can Dündar auftrat. Sahin unterhält Beziehungen zum engeren Umfeld Erdogans, Bilder zeigen ihn Arm in Arm mit dessen Sohn Bilal Erdogan.

UETD-Chef Murat Sahin erschien zum Prüfbesuch in Basel. Dann gab er Karatekins Kandidatur seinen Segen.

Selim Karatekin steht der UETD nahe. Wie eng die Beziehung ist, bleibt unklar. Die autorisierte Antwort Karatekins auf diese Frage lautet so: «Ich stehe als Politiker offen zu allen Vereinen in der Schweiz, darunter auch zur UETD.» Inhaltlich, sagt Karatekin, habe er nichts mit der Organisation zu tun: «Ich habe Freunde, die sich in der UETD engagieren, wie etwa Musa Acar.» Der Basler Jurist Acar gehört zum UETD-Kader und gilt als Verbindungsmann zwischen Zürich und Basel.

Am 20. April 2016 erschien der Vorstand der Schweizer Erdogan-Lobby zum Besuch in Basel. Vorhergegangen waren diverse schwierige Gespräche, in denen Karatekin seine einflussreichen Freunde zu überzeugen versuchte, dem Projekt Karatekin–Atici eine Chance zu geben. Nach dem Treffen in Basel gab UETD-Chef Murat Sahin Karatekins Kandidatur seinen Segen.

Support aus der rechtsextremen Ecke

Offenen Support erhielt Selim Karatekin auch von Vertretern der Grauen Wölfe, einer gewaltbereiten, rechtsextremen türkisch-nationalistischen Vereinigung mit Ableger in Basel. So warb etwa Mustafa Kapan, Weggefährte aus der Muslimkommission und offener Anhänger der Grauen Wölfe, für Karatekin und die SP.

Via BMK organisierte Karatekin seinen Wahlkampf, die angeschlossenen Moscheen mobilisierten ihre Gefolgsleute. Zugleich sollte eine Vereinbarung mit Atici dafür sorgen, dass beide Politiker auf genügend Stimmen kommen.

Wie weit diese Abmachung ging, ist umstritten. Atici bestreitet, dass es überhaupt eine gab, Karatekin dagegen räumt eine gegenseitige Unterstützung ein. Demnach einigte man sich zumindest darauf, im eigenen Lager sowohl für die SP als auch für den Parteikollegen Stimmen zu holen. Karatekin sagt, es sei ihm wichtig gewesen, die Unterstützung eines erfahrenen Politikers zu haben.

Die Bilanz des Wahlkampfs fällt unterschiedlich aus. Profitiert hat vor allem die SP, die auch dank Karatekin und seinem türkischstämmigen Kompagnon auf der Kleinbasler Liste, Faruk Dogrüsoz, das beste Wahlergebnis seit dem Zweiten Weltkrieg einfuhr. Vor allem Karatekin aber soll enttäuscht gewesen sein, weil Atici glanzvolle 4400 Stimmen machte und er nur 2700.

Reise ins Grüne: Selim Karatekin (links) mit dem ankaratreuen Prediger Ahmet Yilmaz (zweiter von rechts).

Für einen Neuling ist dieses Resultat allerdings respektabel, Selim Karatekin ist immerhin Dritter auf der Liste der Nachrückenden in den Grossen Rat, seine Chancen, noch in dieser Legislatur ins Parlament einzuziehen, sind intakt. Und doch macht sich der Mann seit Längerem Gedanken, die Partei zu verlassen. Die Gräben zwischen den türkischstämmigen Fraktionen in Partei und Wählerschaft sind heute tiefer als je zuvor, Karatekin selber ist isoliert.

Im März 2017 zerbrach das Zweckbündnis zwischen dem Aleviten Atici und dem eingefleischten Moslem Karatekin vollends. Atici äusserte damals in der TagesWoche Vermutungen, die Fetih-Moschee auf dem Dreispitz könnte in Spitzelaktivitäten verwickelt sein.

Karatekins Bruder Serhad ist Sprecher der Fetih-Moschee und sitzt im Vorstand der Basler Muslimkommission. Die Fetih-Moschee ist eine sogenannte Diyanet-Moschee, deren Imam von Ankara gestellt und finanziert wird. In Deutschland sind Diyanet-Moscheen mehrfach in den Fokus der Strafverfolgung geraten, weil sie Mitbürger ausgehorcht haben sollen.

Klinisch reiner Facebook-Auftritt

Dass die Dreispitz-Moschee in solche Aktivitäten involviert ist, dafür fehlen die Beweise. Serhad Karatekin betont die politische Neutralität des Vereins. Zumindest nachgewiesen sind Beziehungen zum Prediger Ahmet Yilmaz, der in den letzten Monaten als eifriger Erdogan-Anhänger aufgefallen ist. Yilmaz ist immer wieder Gast in der Moschee. Noch in der Putschnacht reiste er nach Zürich, um dort das Konsulat zu bewachen. Kurz darauf flog er in die Türkei und nahm an Kundgebungen für die türkische Regierung teil. Spätere Bilder zeigen den Prediger auf einer AKP-Demonstration in Köln.

Auf Aticis Angriff gegen seine Moschee folgte eine wütende Reaktion Karatekins auf Facebook. Diese hat der Muslim-Funktionär mittlerweile im Privatbereich verschwinden lassen, wie alle weiteren Beiträge, die auf den Türkeikonflikt verweisen.

Karatekins Facebook-Auftritt ist klinisch rein, Spuren finden sich jedoch in seinem weit gespannten Beziehungsnetz. So hat UETD-Präsident Murat Sahin Mitte November ein weiteres Treffen mit Karatekin im Bild festgehalten. Dabei sei eine geplante Studie zu Diskriminierungs-Erfahrungen von Muslimen in der Schweiz besprochen worden, sagt Karatekin.

Treffen in Zürich: Selim Karatekin (blaues Hemd) Mitte November bei einem Meeting mit der UETD.

Über weitere laufende Kontakte schweigt sich der Treuhänder aus. Denn seine politische Karriere soll noch nicht zu Ende sein. Ohne das Parteipräsidium zu informieren führte Karatekin Sondierungsgespräche mit der FDP, das bestätigen Quellen bei den Freisinnigen. Karatekin begründet seinen Ausflug so: «Ich wollte die FDP näher kennenlernen, um die politischen Positionen zu vergleichen. Ich bin aber nach wie vor SP-Mitglied.» Er habe die Gespräche mit Peter Howald von der Kleinbasler Sektion abgesprochen.

Eine Entscheidung hat der Parteivorstand der FDP bislang nicht getroffen, die Sache liegt auf Eis. Die Vorbehalte gegen Karatekin dürften in der FDP nicht kleiner sein als in der SP.

Konversation

  1. Die SP ist eine offene und pluralistische Partei und steht der Integration von Migrantinnen und Migranten grundsätzlich positiv gegenüber. Dabei ist klar: viele Eingebürgerte, die hier Parteien links der Mitte unterstützen, weil eine offene Gesellschaft mit guten öffentliche Schulen, Aufstiegschancen, bezahlbaren Wohnungen usw. in ihrem Interesse sind, hatten und haben in ihrem Herkunftsland sehr unterschiedliche politische Haltungen – von konservativ bis zu kommunistisch. Dies ist bei weitem nicht nur mit Menschen mit türkisch-kurdischem Migrationshintergrund so und ist ein Phänomen, das sich in vielen Einwanderungsländern beobachten lässt.

    Wir fördern den Dialog und schliessen niemanden aus. Das tun wir nicht primär wegen der Wählerstimmen. Denn weis Gott gibt es viele Menschen, die uns nur nicht wählen, weil wir ihnen zu „ausländerfreundlich“ sind. Wir sind gegenüber gut integrierten jungen Menschen aus dem Umfeld von Moscheen genau so offen wie z.B. gegenüber solchen aus kurdischen und alevitischen Vereinen. Eines ist dabei aber offensichtlich und glasklar: wer hier in Basel in der SP oder einer anderen demokratisch verfassten Partei politisch aktiv sein möchte und in seinem Herkunftsland Regierungen oder Parteien mit einer demokratiefeindlichen Haltung unterstützt, der ist unglaubwürdig und stellt sich selbst ins Offside.

    Tim Cuénod. Grossrat (SP)

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
    1. Zählt dies mit ungläubig auch wenn man demokratiefeindlicje Terrororganisationen wie PKK unterstützt? Erinnern wir uns an Bilder welches die BZ abdruckte. SP Politiker an einer Versammlung in Basel wo im Hintergrund die PKK Fahne hängt? Die kommunistische PKK sind ja befürworter der Demokratie wie wir alle wissen? Alleine die PKK tötet Kurden welche nicht gleichdenken, oder die YPG, sobald sie ein Dorf übernommen haben verwüsten sie die Gebetsstätten, verbieten alles was gegen dem Sinn des Öcalans ist? Das wiederum ist demokratie? Wie der Herr da oben gesagt hat: einige Beten den Öcalan an, andere Erdogan. Doch gibt es wiederum andere, die keine Meinung haben. Wie die Wähler in BS! Nur 40 prozent der Bevölkerung hatte eine Meinung und ging wählen. Ich weiss nicht wie glaubwürdig Ihr Kommentar ist Here Tim?

      Danke Empfehlen (0 ) Antworten
    2. Meine Aussage war bewusst sehr allgemein formuliert und es war nie meine Absicht, irgendwem etwas zu unterstellen. Selbstverständlich gilt sie auch für antidemokratisch eingestellte kurdische Nationalisten. Aber es wäre nicht richtig, PKK-Sympathisanten pauschal als antidemokratisch zu taxieren. Viele Kurden in der Türkei und in Europa, die mit Gewalt nichts zu tun haben, sind der Meinung, dass in der Türkei ihre legitimen Rechte missachtet werden – und das gilt ganz besonders seit der Inhaftierung von HDP-Parlamentariern. So lange die Türkei nicht offener und demokratischer wird, kann ihr Kampf gegen Terror nicht erfolgreich sein.

      Verfallen wir nicht in plumpe Karikaturen: es gibt in allen politischen Lagern auf dem Gebiete der Türkei Menschen, die sich mehr Demokratie und mehr soziale Gerechtigkeit wünschen. Das gilt auch für die AKP. Es lässt sich nicht bestreiten, dass die ersten Jahre der Regierung Erdogan von Demokratisierung, Öffnung und enormen wirtschaftlichen Fortschritten geprägt waren. Und deswegen unterstützen ihn bis heute viele Menschen, obwohl in der Türkei heute die Meinungsfreiheit und die Minderheitenrechte oft missachtet werden.

      Auf jeden Fall ist es im Interesse unseres Kantons und unseres Landes, dass die Konflikte, die in der Türkei so virulent sind, hier nicht in ähnlicher Heftigkeit ausgetragen werden. Deswegen ist es wichtig, miteinander zu reden und Gemeinsamkeiten zu finden. Dazu leisten wir als SP einen Beitrag.

      Danke Empfehlen (2 ) Antworten
  2. Einige persönliche Gedanken zum Kampagnenjournalismus der TagesWoche, speziell in der Person von Renato Beck:

    Primär sei festgehalten, dass es nicht meine Aufgabe ist für die UETD oder deren offensichtlich unfähigen Präsidenten – der zu keinem der seit Jahren gegen ihn persönlich und den von ihm geleiteten Verein gerichteten Vorwürfe Stellung genommen hat – zu sprechen geschweige denn in Schutz zu nehmen.

    Aber bleiben wird doch bei den Facts, die man in den Berichten vergeblich sucht: Die UETD Switzerland ist ein nach schweizerischem Recht gegründeter und somit legaler Verein. Sie vertritt bloss – genauso wie Zehntausende Bürger der Schweiz – eine ihnen nicht genehme politische Ansicht. Na und?

    Seit wann sind Medien die Obrigkeit, welche politische Ansichten der Bürger gutheisst oder verbietet? (erinnern wir uns an den Blick….)
    Im Gegensatz Mitgliedern einiger in ihren Artikeln erwähnten (von einer Generalisierung distanziere ich mich ausdrücklichst!) kurdischen Vereinen betreiben die UETD, deren Funktionäre oder Mitglieder in der Schweiz….
    – keine kriminellen Aktivitäten,
    – erpressen keine Schutzgelder,
    – verüben keine Brandanschläge auf andere ethnische Vereine,
    – beteiligen sich nicht an einem europaweiten Geldwäsche-, Waffen-, Terroristen- und Drogenschmuggel-Netzwerk und
    – sind auch sonst nicht durch illegale, gewaltextremistische und sicherheitspolitisch gefährdende Aktivitäten aufgefallen.

    Die schweizerischen und kantonalen Sicherheits- und Nachrichtendienstbehörden wissen mindestens so gut wie die türkischen Bescheid, dass Basel eine der grössten Finanz- und Rekrutierungsquellen der Terrororganisation PKK darstellt. Von hier gehen unzählige Terroristen via Ausbildungscamps in ganz Europa in die Kurdengebiete um gegen den türkischen Staat zu kämpfen, töten türkische Soldaten, Polizisten und Zivilisten und kehren dann unbekümmert in die Schweiz zurück.

    Und obwohl diese Informationen auch Journalisten zugänglich sind – sofern diese natürlich an einer objektiven und unabhängigen Berichterstattung interessiert sind – werden in ihren Berichten genau das umgekehrte Bild impliziert.

    Was ist verwerflich daran, wenn ein unbescholtener Bürger wie Herr Selim Karatekin, der als Vertreter der türkischstämmigen Bevölkerung, ambitionierter und aufstrebender Politiker Verbindungen zu legalen Vereinen unterhält?

    Es ist bedenklich und entlarvend zugleich, dass umgekehrt Verbindungen einiger bereits gewählter kurdischer und Schweizer Politiker/-innen (mehrheitlich SP), die sich nicht scheuen vor dem Portrait des Terrorfürsten Abdullah Öcalan zu posieren, käumlichst in Frage gestellt werden. Dass diese in Vereinen, wo eine die innere Sicherheit der Schweiz gefährdende und die türkeistämmige Bevölkerung polarisierende, gewaltbereite Gesinnung verbreitet wird, verkehren vermag sie überhaupt nicht zu betrüben.

    Vermag die Schweizerische Politik und namentlich die SP nur türkischstämmige Personen, die mit der Terrororganisation PKK sympathisieren und/oder in Opposition mit der türkischen Regierung stehen, zu akzeptieren?

    Abschliessend sei hier festgehalten, dass wir in der Schweiz ca. 120 Tausend Türkei stämmige haben. Im Gegensatz zu den Medien(-schaffenden) haben diese von Natur aus das Recht auf eine politische Meinung was die Türkei betrifft. Ob pro oder contra Regierung ist vollkommen egal, so lange man keine Terrororganisationen verherrlicht erachte ich persönlich jegliches Gedankengut als legitim.

    Danke Empfehlen (1 ) Antworten
  3. Selim Karatekin hat keine Schwester. Es geht auch nicht um eine Vermischung von Politik und Religion. Es geht vielmehr um gesellschaftliche Fragen von Bevölkerungsteilen der Schweiz. Diskriminierung von Personen aufgrund ihrer Herkunft oder religiösen Überzeugungen ist ein gesellschaftspolitisches Thema und kein religiöses. Es gibt ja auch Politker, die sich in der Kirche engagieren und gleichzeitig in der Politk mitmachen. Das ist kein Widerspruch.

    Danke Empfehlen (3 ) Antworten
  4. Was für ein Theater:

    In BS leben rund 200.000 Einwohner.
    Davon sind rund 8000 „Türken“ (Pass)

    Diese unterteilen sich dann noch in 4 weitere Gruppen:
    Türken – Kurden – politisch aktive – politisch passive

    Die zwei politisch aktiven Gruppen beten beide jeweils ihre patriarchale „Vaterfigur“ an. (Öcalan – Erdogan)

    Beide Gruppierungen benutzen Europäische Demokratien um ihre jeweiligen Interessen durch zu setzen – sind aber nicht in der Lage an ihren „Mentalitätsstandorten“ ähnliche demokratische Strukturen einzurichten.

    Statt dessen wird in den Europäischen Demokratien Angst verbreitet, die derart negativ wirkt das die demokratischen Strukturen unter Druck geraten.

    In Basel wirkt sich das dahin gehend aus, dass sich die Menschen die Angst haben bewaffnen – 35.000 Waffenerwerbsscheine sind im Umlauf.

    Ich hoffe dass aus dieser Komödie nicht zum Schluss doch noch ein Tragödie wird! 🙂

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
    1. P.S.: Ich persönlich empfinde die Anschaffung einer Waffe als Manifestation der eigenen Angst – und daher als unnötig. Ich würde mir wünschen das das möglichst viele Menschen begreifen! 🙂

      Danke Empfehlen (3 ) Antworten
  5. Ich sehe nicht, wieso es dramatisch ist das Selim Karatekin einen Dialog mit verschiedenen Teilen der Bevölkerung führt. Das muss ja nicht zwingend heissen, dass er ihre Gesinnungen teilt. Die Türkische Community ist parteisympatienübergreifend so eng verflochten und Basel ist so klein, das sich hier fast jeder kennt. So sollte es auch nicht verwundern, dass Selim Karatekin als türkischstämmiger Politiker verschiedene Personen kennt und mit ihnen einen Dialog führt. Er steht ja auch dazu und macht dies nicht im versteckten. Jeder, der Selim kennt weiss das bei ihm Hysterie fehl am Platz ist.

    Danke Empfehlen (4 ) Antworten
  6. Was soll dieser Kritik an Herrn Karatekin??? Ich kann das nicht nachvollziehen. Wenn man sich überlegt, dass sehr viele kurden (symphatisanten der kurdischen Terrororganisation pkk) in den Schweizer Parteien aktiv sind. Da juckt keinen, oder???? Aber wehe, wenn es ein Schwitzer-Türke ist, da wird man hellhörig.

    Danke Empfehlen (3 ) Antworten
  7. Man hängt es an einen Türkischstämmigen. Dabei war oder ist der Schweizer Staat zu faul, selber Imame auszubilden. Die „Türkeiimporte“ sind sicher nicht koscher, da selbst in der Türkei der Religionsbedarf nicht derartig gestiegen ist, wieviel Moscheen der Präsident Erdogan hat bauen lassen. Man kann daher schlussfolgern, dass selbst in der Türkei noch Vieles anderes beredet wird, als nur religiöse Dinge. Sowas kann dann sehr wohl auch als politische Indoktrination wirken, was Herrn Erdogan sicher nicht ungelegen ist.
    Hier im Lande dürfte sich der Staat halt auch einmal die Frage stellen, wenn er so auf politische Autonomie (EU-Ablehnung etc.) versessen ist, wieviel Fremdbeeinflussung er hier denn zulässt. Es könnte mehr sein, als es eigentlich gut ist.

    Ich denke, es ist die eidgenössische Liderlichkeit selber, die hier das Problem ist.
    …und (religiöse) Spionage im Ausland ist meines Wissens auch noch kein Grundrecht.

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
  8. War nich Herr Karatekin auch jener, der sich vor etwa 2 Jahren so brüskierte dass seine Schwester (?) in Tram rassistisch beschimpft wurde wegen dem Kopftuch was sie trägt ?
    Ich finde die Vermischung von politischen Interessen und Funktionen mit Religion inakzeptabel.

    Danke Empfehlen (1 ) Antworten
  9. Sehr interessanter Beitrag. Über die vorgängige Recherche lässt sich streiten. Als verantwortende Wahlkampfleiterin und damalige Präsidentin weiss ich wohl am Besten, was die damaligen Überlegungen waren. Aber ich hatte keine Anfrage. Aber jänu. Nur soviel: es gab keine Wahlabsprachen zwischen Mustafa Atici und Selim Karatekin. Das war nie Thema.

    Danke Empfehlen (1 ) Antworten
  10. Die Frauen Fetz und Leuttenegger, sowie die Herren Jans, Janiak und Nussbaumer, können dann dagegen sogar auf Budesebene nicht nur ungestraft bürgerliche Politik machen, sondern werden dafür auch noch beklatscht. Selbst vor der Unterstützung von Kopfsteuern schrecken diese privilegierten akademischen Damen und Herren nicht zurück. Sie verraten die sozialdemokratischen Werte offen und auf höchster Ebene.
    Aber wehe man heisst Karatekin, ist Muslim und hat Sympathie für einen Politiker, der als Bürgermeister von Istambul handfeste Politik für die Ärmsten gemacht hat, dann fällt man bei der heutigen SP schnell in Ungnade.
    Dieses Messen mit zwei Ellen nennt man Rassismus.

    Danke Empfehlen (1 ) Antworten
Alle Kommentare anzeigen (20)

Nächster Artikel