Das U-Abo bleibt, wie es ist

Das U-Abo wird in seiner bisherigen Form weitergeführt. Eine preisliche Aufteilung in verschiedene Zonen ist vom Tisch. Das hat der Tarifverbund Nordwestschweiz entschieden.

Das U-Abo wird weitergeführt. (Bild: Michael Würtenberg)

Das U-Abo wird in seiner bisherigen Form weitergeführt. Eine preisliche Aufteilung in verschiedene Zonen ist vom Tisch. Das hat der Tarifverbund Nordwestschweiz entschieden.

Das U-Abo gibt es auch künftig zu einem einheitlichen Preis. Das hat der Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW) gestern beschlossen. Der Kanton Basel-Stadt hatte im Vorfeld darauf gedrängt, das U-Abo in Zonen einzuteilen, weil der Einheitspreis Pendler – etwa aus dem oberen Baselbiet – gegenüber vorwiegend städtischen Nutzern bevorzugt. Der Basler Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels schwenkte nun auch auf die Linie seiner Amtskollegen aus den anderen beteiligten Kantonen Baselland, Aargau, Solothurn und Jura sowie der betroffenen Transportunternehmen ein.

Die Nordwestschweiz hält damit an ihrem Modell fest – das im Kontrast steht zu den meisten anderen Schweizer Tarifverbunden, die eine Abstufung kennen. Man habe zwar festgestellt, dass eine Zonierung «Perspektiven für eine bessere Ausschöpfung der Zahlungsbereitschaft» eröffnen würde und die «Integration in ein national abgestimmtes Preissystem» erleichtere, die Vorteile des bisherigen Modells hätten aber überwogen.

Kaum Preisvorteile im Mehrzonenmodell

Laut Andreas Büttiker, der als Direktor der Baselland-Transport (BLT) den TNW vertritt, hätten umfassende Abklärung ergeben, dass sich 80 Prozent der U-Abo-Nutzer sowieso nur in den ersten beiden Zonen bewegen bei der Modellannahme eines Zehn-Zonen-Modells. Der Preis für das kleinste U-Abo würde damit nur unwesentlich sinken – dafür wäre die räumliche Nutzung stark eingeschränkt. Diese Argumente für ein Einzonenmodell hätten auch den Kanton Basel-Stadt überzeugt, sagt Büttiker.

Die Mehreinnahmen bei einem Zehn-Zonen-Modell mit 25-Franken-Abstufungen betrügen bloss sechs bis acht Millionen Franken. Angesichts von Kundeneinnahmen von 190 Millionen Franken sei das wenig. 50 Millionen stammen daneben von kantonalen Subventionen – damit könne man auch Nutzungsunterschiede ausgleichen.

In Stein gemeisselt ist der Einheitspreis indes nicht. Das Einzonenmodell könne in Zukunft neu beurteilt werden, teilt der TNW mit. Ebenfalls unverändert bleibt der bisherige Subventionsschlüssel.

U-Abo zu günstig

Für Büttiker ist allerdings klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das bestehende U-Abo überdenkt werden muss – zumindest die Preisstruktur. «Unser U-Abo ist konkurrenzlos günstig», sagt Büttiker. Er rechnet damit, dass das Preisniveau steigen wird, weil das ÖV-Angebot ausgebaut werden müsse, sowie neue Investitionen in Rollmaterial und zusätzliche Dienstleistungen anstehen. «Bislang kommt der Kunde nur für 50 Prozent der Kosten auf, dessen muss man sich bewusst sein» so Büttiker. Die Transportunternehmen wollen sich deshalb bis in einem Jahr mit den Kantonen auf die zukünftigen Eckwerte der Kosten- und Ertragsstruktur verständigen.

Konversation

  1. Sie sehen das zu einseitig!
    Die Bewohner vom Land gehen mit dem Abo in die Stadt zur Arbeit, auch nur zum Teil.
    Die Städter arbeiten in der Stadt, aber auch nur zum Teil und gehen am Wochenende auf’s Land.
    Wo liegt da das Problem?

    Der weitaus grössere Teil auf dem Land ist Mieter! Sind sie neidisch auf die, die sich ein Haus leisten können?

    Jahrelang hatte ich das U-Abo, obwohl ich es nicht voll ausnützte, weil ich es praktisch fand aus dem Grund, weil ich nicht immer Münzen hervorklauben musste und währenddessen schauen, wie mir das Tram davonfuhr. Damit wäre es dann endgültig vorbeil.

    Wollen wir es wie die Zürcher haben? Meine Tochter wohnte eine zeitlang dort. Wenn man dort das Abo brauchte für die längste Distanz, war der Unterschied zum Generalabo nur noch minim.

    Und es ist doch eine Tatsache, dass die Stadt ohne das Umland nicht leben kann und umgekehrt gilt das auch.

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  2. Aber eigentlich könnte man das Angebot auch so stehen lassen. Selber schuld, wer in die Agglo zieht. Es stehen langfristige Raumplanungsabstimmungen an und jeder von uns hat es noch in der Hand. Der Ausbau sollte mit Cash Flow und nicht mit durch Erhöhungen gedeckten Krediten stattfinden. Eigentlich sollte die Anbindung an die Netze jeglicher Art Sache der Gemeinden sein. Wenn sich die nicht kapitalintensiv genug organisieren (Einfamilienhaus ums verrecken), dann sollen sie halt am Ort bleiben.

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