Die BVB fahren offline weiter

Kein Gratis-Internet in Tram und Bus: Der Pilotversuch der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) mit öffentlichem WLAN ist nach drei Jahren gefloppt.

Kein WLAN bei den BVB: Wer im Tram surfen will, muss sich auch künftig auf den Handyempfang verlassen. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Kein Gratis-Internet in Tram und Bus: Der Pilotversuch der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) mit öffentlichem WLAN ist nach drei Jahren gefloppt.

Ein durchschnittlicher BVB-Passagier fährt vier bis fünf Stationen. Diese Zeit reicht kaum aus, um sich in das fahrzeugeigene WLAN einzuloggen, der Vorgang ist zu aufwändig. Nun brechen die BVB ihren Pilotversuch mit einem öffentlichen WLAN in ihren Fahrzeugen ab, wie die BVB am Mittwoch mitteilten.

Drei Jahre lang waren je drei Busse und Trams mit entsprechender Ausrüstung auf dem Netz unterwegs. Die Nachfrage sei jedoch zu gering gewesen, schreiben die BVB. Unter diesen Umständen sei ein akzeptables Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht zu erreichen.

Eine Ausrüstung der gesamten Flotte mit dem Gratis-WLAN hätte jährlich mehrere 100’000 Franken gekostet. Ein Betrag der insbesondere vor dem Hintergrund der neuen Eignerstrategie zu hoch erscheint. Darin schreibt der Regierungsrat den BVB vor, «kosteneffizient» arbeiten zu müssen.

Sinneswandel der BVB

Der Entscheid bedeutet eine Kehrtwende. Kurz nach Lancierung des Pilotversuches haben sich die BVB noch hell begeistert gegeben. Ende 2012 hat eine BVB-Mitarbeiterin gegenüber der TagesWoche angekündet, dass die BVB das Gratis-WLAN definitiv einführen und im Verlaufe des Jahres 2013 die gesamte Combino-Flotte sowie knapp 40 Busse mit WLAN ausrüsten werde.

BVB-Sprecherin Dagmar Jenny erklärt diesen Sinneswandel mit einer neuen Lage. «Heute beurteilen wir die Nutzerzahlen anders als noch vor zwei Jahren.» Eine Analyse des Marktes habe zudem ergeben, dass ein solches Angebot kaum noch Kundennutzen biete, da ein Grossteil der Passagiere mittels Smartphone und Flatrate ohnehin schnell und günstig ins Internet komme.

Konversation

  1. Technisch wäre eine gratis Wlan in der Innenstadt überhaupt keim Problem mehr. Vor allem würde es sich dank der vielen gesammelten Daten auch noch selbst finanzieren. Und das beste daran: ein VPN Tunnel ist deutlich billiger als ein Autobahntunnel 😉

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  2. @Wahrsager: Für Wahrsager ist ja alles einfach im Trämli.. Für was schreiben Sie noch, wenn Sie alles schon wissen? Wenn nicht, wieso entlarven Sie sich nicht gerade?
    Zum Thema: wäre es nicht einfacher, wenn BS ein flächendeckendes WLAN installieren würde?

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  3. wen wunderts – für diejenigen in der Region, die sich für kostengünstiges WLAN interessieren kommt das mindestens 3 Jahre zu spät. All die haben vermutlich mittlerweile genügend monatliches Datenfreivolumen dass sie es im Tram nicht mehr brauchen.

    Und für ausländische Gäste ist der Vorgang deutlich zu aufwändig. Und die wollen vielleicht auch etwas von der fremden Umgebung erleben anstelle auf Ihr Elektro-Gadget zu starren.

    Wäre interessant zu wissen, wie die durchschnittliche Fahrdauer bei BLT-Fahrgästen aussieht. Pendler aus dem Umland dürften deutlich mehr als 4-5 Haltestellen bleiben. Und dort sehe ich sicherlich ein gutes Drittel der morgendlichen Mitfahrer mit dem Smartphone oder einem Tablet Sachen lesen – ob das ein Offline-Ebook oder Online-Dokumente sind weiss ich natürlich nicht. Eine weitere Hälfte studiert eine Zeitung und der Rest (wie ich) studiert die Mitfahrer.

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