Die BVB schaffen Raum für Spekulationen

Die BVB werden angeblich mit schweren Vorwürfen konfrontiert. An denen sei aber gar nichts dran, informieren die Verkehrsbetriebe selber und lassen sich dennoch von der Finanzkontrolle untersuchen. Ein neues Schmankerl aus der wirren Informationsabteilung der BVB.

Die BVB sorgen selber für Wirbel. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Die BVB werden angeblich mit schweren Vorwürfen konfrontiert. An denen sei aber gar nichts dran, informieren die Verkehrsbetriebe selber und lassen sich dennoch von der Finanzkontrolle untersuchen. Ein neues Schmankerl aus der wirren Informationsabteilung der BVB.

Eine äusserst bizarre Meldung erreichte uns am Montagabend wieder einmal von den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB). Demnach wurde dem BVB-Verwaltungsrat in jüngster Zeit «von dritter Stelle verschiedene Vermutungen zugespielt». Es sei versucht worden den Eindruck zu erwecken, die BVB würden gegen gesetzliche oder reglementarische Vorschriften verstossen, heisst es in der Mitteilung (siehe Hintergrund zum Artikel). Konkret gehe es um Fragen wie die «private Nutzung von Dienstwagen durch Mitglieder der Geschäftstsleitung und weitere Mitarbeitende, die Gewährung von Unterkunftsspesen, die Regelung von Home-Office, die Beschäftigung von Familienangehörigen von BVB-Mitarbeitenden als Praktikanten bzw. im Rahmen von Schülerjobs sowie die lückenlose öffentliche Ausschreibung von Stellen, inklusive Kaderstellen».

Der Verwaltungsrat der BVB hat sich laut Mitteilung an einer Sitzung mit den Vorwürfen auseinandergesetzt. Dabei seien in einer ersten Beurteilung keine Verstösse gegen Reglemente, Vorschriften oder Gesetze erkannt worden, heisst es weiter. Die BVB haben das Bau- und Verkehrsdepartement dennoch darum gebeten, die Finanzkontrolle mit einer unabhängigen Untersuchung zu beauftragen. Dies, «um die volle Transparenz zu erhalten». Sobald die Untersuchung abgeschlossen ist, wollen die BVB die Öffentlichkeit genauer über die Ergebnisse informieren.

Keine Auskunft

Dass die BVB derzeit trotz Ausbau ihrer PR-Abteilung Mühe mit der Kommunikation haben, ist nicht neu. Mit dieser Meldung setzt die Informationsabteilung allerdings einen neuen Tiefpunkt. Diffuse Vorwürfe, von unbekannter Seite? Und die sind so diffus, dass sich der Verwaltungsrat dennoch damit auseinandersetzt? Nichts findet? Und dann die Finanzkontrolle mit einer Untersuchung beauftragt? Und danach wohl auch noch zustimmt, dass die Informationsabteilung diesen ganzen wirren Vorgang in aller Ausführlichkeit der Öffentlichkeit mitteilt? Oje.

Gerne hätten wir der Medienstelle der BVB die eine odere andere Nachfrage gestellt. Wie das nun genau sei, mit den Dienstwagen und den Spesen und den öffentlichen Ausschreibungen. Und was man sich dabei gedacht habe, eine so diffuse Medienmitteilung zu veröffentlichen, die nichts anderes macht, als den Raum für Spekulationen zu öffnen.

Bis jetzt reagierte die Medienstelle allerdings weder auf unsere telefonische noch schriftliche Anfrage. Wir hätten es vielleicht mit eine paar deftigen, unbewiesenen Vorwürfen versuchen sollen.

Konversation

  1. Müssen sie nun jedes Forum für Selbstdarstellung nutzen? Die betroffenen Herren wissen schon wer gemeint ist. Und huiuiui, jetzt hat sogar noch der Herr Loser einen Komentar dazu geschrieben, was für ein Ritterschlag, nicht Buschweiler?

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  2. Wenn eine Person Whistleblower spielen möchte und halbwegs glaubwürdige (wir lassen offen ob korrekte) Belege dazu vorweist kann das auch ein PR-Debakel sein, wenn etwa die BaZ dieser vermutlich noch unbekannten Person Bühne bieten würde. Als Gegenmassnahme lässt man die Vorwürfe von Dritter Stelle entkräften und informiert die Medien über die Ansicht, dass es sich wohl um unfundierte Behauptungen handelt.
    Die W’keit, dass es sich in etwa so zugetragen hat ist vorhanden. Dann wäre die Frage was man besser hätte machen können.

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  3. Die „Diefflieger“ begeistern die Masse und lösen unwägbares aus. Neues wird gewagt und altes auf’s Perron geworfen.

    Don mit Martin und Doc mit Martens. Heidi schmunzelt mit Peter, und Oehi Karl zieht genüsslich an seiner Aelplerlustwurzel.

    Wenn‘ so nicht stimmt, dann hat’s Herr HaH erfunden.

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  4. Früher gabs mal einen Pius Marrer, der war Pressesprecher der BVB. Der hat bei Bedarf (und nur dann) in kurzen Sätzen gesagt, was der Oeffentlichkeit zu sagen war, Punkt.

    Heute gibts eine wildwüchsige Kommunikationsabteilung, eine Medienstelle, Marketing und sonst noch so ein paar geschützte Worthülsen-Diarrhoe-Werkstätten.

    Nun kämpft man plötzlich mit „Schnittstellenproblematiken“, „Koordinationsproblemen“, „suboptimalem Krisenmanagement“ und „Kommunikationsdefiziten“ und, nicht zu vergessen, mit modernisierten (updated) Anzeigetafeln, die halt auch nicht recht funktionieren. Dazu leistet man sich immer wieder mal Lämpe mit der Partnergesellschaft BLT.

    Obs wohl gescheit war, die Direktion mit Marketing-„Spezialisten“ vollzustopfen, anstatt Praktiker ranzulassen? Ich weiss schon jetzt, wie die BVB diese Probleme lösen wird – mit noch mehr Blabla-Spezialisten und hochstudierten Schönschwätzern.

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  5. Aber dass Sie mich auf die gleiche Ebene stellen wie das MAD, ist unverdient.

    Wenn ich mich richtig erinnere, hiess der Chefredakteur des SEV-Blättchens, das ich damals immer lesen musste, Neumann. Das mag ein Zufall sein, aber ich kann Ihnen versichern: Ich war nach der Lektüre jedesmal erheitert.

    So schliesst sich also ein Kreis im Frieden. Schön so.

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