Die vier grossen Basler Gesundheitsbaustellen

Die grosse politische Herausforderung für Regierungsrat Lukas Engelberger sind vier Spitalneubauten, von denen drei stark umstritten sind. Wir zeigen die Projekte in der Übersicht.

Modernisieren und neu bauen: Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger muss vier Grossprojekte durch die politischen Mühlen bringen. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Die grosse politische Herausforderung für Regierungsrat Lukas Engelberger sind vier Spitalneubauten, von denen drei stark umstritten sind. Wir zeigen die Projekte in der Übersicht.

Die Spitäler sind verselbstständigt, können also autonom wirtschaften und doch sind sie auf den Kanton angewiesen. Vier grosse Bauprojekte hinterliess Carlo Conti seinem Nachfolger Lukas Engelberger. Obwohl die Spitäler in der Projektverantwortung sind, liegt die politische Verantwortung beim Kanton. Damit ist letztlich der neue Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger in der Pflicht.

1. Neubau Klinikum 2 des Universitätsspitals Basel



Visualisierung des Neubaus Klinikum 2 des Universitätsspitals Basel.

Visualisierung des Neubaus Klinikum 2 des Universitätsspitals Basel. (Bild: Gesundheitsdepartement Basel-Stadt)

Kostenpunkt: Geschätzt rund 700 Millionen Franken
Architekten: «giuliani.hönger architekten», Zürich
Stand: Bebauungsplan in Kommissionsberatung des Grossen Rates

Der Neubau des Klinikums 2 des Universitätsspitals Basel zählt zu den umstrittensten Projekten unter den grossen Basler Spitalneubauten. Entworfen von den Zürcher Architekten Lorenzo Giuliani und Christian Hönger ist das markanteste Element das neue, 60 Meter hohe Bettenhochhaus. 2013 löste die Vorstellung des Projekts einen Sturm der Entrüstung aus, worauf das Projekt intensiv überarbeitet wurde. Mittlerweile hat die Regierung den Bebauungsplan verabschiedet, er liegt bei der zuständigen Grossratskommission. «Ziel ist es, bis Legislaturende einen rechtskräftigen Bebauungsplan vorliegen zu haben», sagt Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger.

2. Neubau für die Kinder- und Jugendpsychiatrie Basel-Stadt



Visualisierung des Neubaus der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Gelände der Universitäten Psychiatrischen Kliniken Basel.

Visualisierung des Neubaus der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Gelände der Universitäten Psychiatrischen Kliniken Basel. (Bild: Gesundheitsdepartement Basel-Stadt)

Kostenpunkt: Geschätzt rund 30 Millionen Franken
Architekten: Birchmeier Uhlmann Architekten und Kuhn Landschaftsarchitekten, Zürich
Stand: Vorprojekt der Universitären Psychiatrischen Kliniken in Planung, Widerstand per Volksinitiative

Der Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie befindet sich in einer Patt-Situation. Mit dem Neubau sollen alle Dienste unter ein Dach kommen, die bislang auf sieben Standorte in der Stadt verteilt waren. Als Standort hat sich der Kanton für das Gelände der Universitären Psychiatrischen Kliniken entschieden. Schon 2011 formierte sich Widerstand gegen die Pläne von Seiten von Eltern und Kinderpsychiatern. Die Klinik soll nicht zur Erwachsenenpsychiatrie am Stadtrand, sondern direkt in der Stadt gebaut werden, forderten sie. Im Juli 2014 wurde eine Volksinitiative für eine «Klinik im Zentrum von Basel» eingereicht, die fordert, dass die Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Nähe des Universitätskinderspitals beider Basel zu stehen kommt. Das Ziel von Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger ist nun: Bis 2017 zumindest eine Planungssicherheit erhalten.

3. Neubau Felix Platter Spital



Blick auf das Gelände des Felix Platter Spitals, wo der Neubau zu stehen kommen soll.

Blick auf das Gelände des Felix Platter Spitals, wo der Neubau zu stehen kommen soll. (Bild: Gesundheitsdepartement Basel-Stadt)

Kostenpunkt: Geschätzt rund 150 Millionen Franken
Architekten: Werden laut Spitalverwaltung demnächst bekanntgegeben
Stand: Zweite Projektwettbewerbsphase (Ermittlung Siegerprojekt)

Das auf Akutgeriatrie und Rehabilitation spezialisierte Felix-Platter-Spital plant einen Neubau mit bis zu 240 Betten auf dem eigenen Areal. Das Spital war einst als Standort für ein Zentrum für Akutgeriatrie und Rehabilitation beider Basel vorgesehen – bis die Baselbieter Regierung 2012 das Projekt aus Kostengründen fallen liess. Seither plant das Felix-Platter-Spital selbstständig an der Erweiterung. Derzeit läuft die zweite Phase des Projektwettbewerbs, in dem das Siegerprojekt für den Neubau ermittelt wird. Laut Sprecher Markus Sutter will das Spital demnächst über den Fortschritt orientieren. Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger ist zuversichtlich, dass der Baubeginn 2015 stattfinden kann. Die Inbetriebnahme soll 2018 sein.

4. Universitäres Zentrum für Zahnmedizin Basel



Der Neubau des geplanten Universitären Zentrums für Zahnmedizin auf dem Campus Rosental in Basel.

Der Neubau des geplanten Universitären Zentrums für Zahnmedizin auf dem Campus Rosental in Basel. (Bild: Gesundheitsdepartement Basel-Stadt)

Kostenpunkt: Geschätzt rund 100 Millionen Franken (Rosental-Campus)
Architekten: Birchmeier Uhlmann Rabinovich, Zürich
Stand: Grossratsbeschluss vom 17. September 2014, Referendum am 31. Oktober 2014 eingereicht

Mit dem neuen Universitären Zentrum für Zahnmedizin sollen die bisherige Basler Volks- und Schulzahnklinik mit den Universitätskliniken für Zahnmedizin zusammengelegt werden. Am 17. September verabschiedete der Grosse Rat das Geschäft knapp mit 46 zu 41 Stimmen. Der Kanton verspricht sich davon eine modernere Infrastruktur in der Zahnmedizin und Synergien mit der Lehre und Forschung der Universität. Am 31. Oktober reichte ein linksgrünes Komitee das Referendum gegen die Zusammenlegung ein: Die Gegner befürchten einen Abbau in der sozialen Zahnmedizin, falls einzelne Leistungen nicht mehr profitabel sein sollten. Ebenfalls könnten die Mitsprachemöglichkeiten des Kantons sinken. Die Befürworter – darunter Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger – wollen die Bedenken entkräften. Die soziale Zahnmedizin nehme mit der Fusion teil an der Innovation im Bereich Life Sciences und könne langfristig gesichert und modernisiert werden. Die Abstimmung über die Fusion der Zahnkliniken soll im Frühling 2015 stattfinden. Ziel der Regierung ist es, das UZB rechtlich 2016 zu gründen und die Klinik Rosental 2019 zu beziehen, so Engelberger.

Konversation

  1. Ein ordentliches Unispital mit Ausbau-Kapazitäten würde ich nicht in die Engstelle zwischen Totentanz und Spalentor klemmen, wo eigentlich schon alles zugebaut ist und die Hälfte unter Heimatschutz steht.
    Vorschlag: Bruderholz-Hügel. Dort ist Platz, dem Nachbarkanton könnte man auch gerade das Nachbarspital abkaufen und hat dort Planungsmöglichkeit für Zufahrten und Erweiterungen, die sicher später nötig werden.
    Nach einem ordentlichen Erdbeben wäre ein Stadtspital nur noch per Rhein erreichbar, da alle Strassen blockiert sind.
    Die Verkehrsanschlüsse von der Stadt her könnten per U-Bahn vom Bahnhof und Innenstadt innert sehr kuzer Zeit gewährleistet werden.
    Ach, und die Kinder-Psychiatrie gehört aus meiner Sicht tatsächlich in die Stadt und nicht in die Peripherie.

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