Ehemaliger Wessels-Kritiker wird oberster Stadtreiniger

Einst forderte Dominik Egli den Rücktritt von Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels. Nun ernennt Wessels den 57-Jährigen zum neuen Leiter Stadtreinigung.

Nun für den Abfall in der Stadt verantwortlich: Dominik Egli, ehemaliger BVB-Verwaltungsrat und Wessels-Kritiker.

(Bild: Hans-Jörg Walter)

Einst forderte Dominik Egli den Rücktritt von Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels. Nun ernennt Wessels den 57-Jährigen zum neuen Leiter Stadtreinigung.

Basel-Stadt erhält einen neuen Leiter Stadtreinigung: Dominik Egli (57) wird seine Arbeit am 3. April aufnehmen und ersetzt somit Peter Schär, der bereits eine neue berufliche Herausforderung angenommen hat.

Gemäss Mitteilung kennt Dominik Egli das Bau- und Verkehrsdepartement «sehr gut» – er war von 2002 bis 2009 Generalsekretär. Bis 2011 war er als Dozent für Verwaltungsmanagement an der Hochschule Zürich tätig und arbeitet seither im Beratungsbüro Business Consulting Partner AG in Basel, «wo er mit verschiedenen Beratungsmandaten insbesondere im Bereich der kantonalen Verwaltung betraut war».

«Dominik Egli ist Ökonom, verfügt über grosse Führungserfahrung und kennt die Abläufe der kantonalen Verwaltung. Mit ihm konnte eine hervorragende Führungskraft zur Leitung der Stadtreinigung gewonnen werden», heisst es in der Mitteilung des Bau- und Verkehrsdepartments.

Harte Vorwürfe an Wessels

Was mit keinem Wort in der Mitteilung erwähnt wird: Dominik Egli ist auch ehemaliger Verwaltungsrat der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB). Er erlebte die wohl grösste Führungskrise in der Geschichte der BVB aus nächster Nähe mit. Als Ende 2013 der damalige Verwaltungsratspräsident Martin Gudenrath gehen musste, sprang auch Egli über die Klinge. Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels wollte ihn nicht mehr im Verwaltungsrat der BVB haben.

Dass Wessels ihn derart kalt abservierte, ging offensichtlich nicht spurlos an Egli vorbei: Im Juli 2014 forderte er in der «Schweiz am Sonntag» den Rücktritt von Wessels: Der Basler SP-Regierungsrat habe bei der Bewältigung der BVB-Krise einen schlechten Job gemacht, sagte Egli über seinen baldigen Chef.

Für Wessels spielt die Vergangenheit keine Rolle mehr: «Ich bin nicht nachtragend – die Geschichte ist längst gegessen», sagt er. Er freue sich auf die künftige Zusammenarbeit mit Egli.

Konversation

    1. In der Regel allerdings nur wenn man etwas in der Hinterhand hat, mit dem man bis jetzt nicht herausgerückt ist.

      Und, was heisst schon Wirkungslosigkeit: In ein paar Jahren hat er mit „Prinzipientreue“ seinen Verantwortungsbereich vertikutiert.

      Und was dann wächst, ist schönes, frisches Gras.

      Danke Empfehlen (0 )
  1. Nach meiner Meinung eine hilflose Aktion Wessels, einen unangenehmen Kritiker zum Schweigen zu bringen! Ist das nicht auch eine Art von „Vetterliwirtschaft“?

    Danke Empfehlen (0 )
    1. @alfmir
      Ich gehe mal davon aus, dass Herr Egli den Job freiwillig angenommen hat.
      Daher kann ich Ihre Bemerkung betr. der Wirtschaft von Herrn Vetterli nicht nachvollzihen.

      Danke Empfehlen (0 )
Alle Kommentare anzeigen (6)

Nächster Artikel