Ein Holzpark ohne Holz und andere Geschichten von der Zwischennutzung

Eine Sauna im Hochsommer? Ja, das gibt es auf dem zwischengenutzten Gelände auf dem Basler Hafenareal. Und noch viel, viel mehr, wie ein Rundgang des TaWo-Erklärbärs zeigt.

(Bild: Jonas Grieder)

Eine Sauna im Hochsommer? Ja, das gibt es auf dem zwischengenutzten Gelände auf dem Basler Hafenareal. Und noch viel, viel mehr, wie ein Rundgang des TaWo-Stadterkunders zeigt.

In den vergangenen Monaten sorgten Konflikte zwischen dem Verein Shift Mode, der das zwischengenutzte ehemalige Migrol-Areal im Basler Hafen verwaltet, und der Anwohnerschaft immer wieder für Schlagzeilen. Ebenso der Streit zwischen den Verantwortlichen für die Hafen-Ausbauprojekte Basel Nord und der Lobby für einen Ausbau des Rheinhafens in Weil am Rhein.

Die vielen Menschen, die auf die Klybeckinsel pilgern, um bei schönem Sommerwetter auszuspannen, kümmert das wenig. Sie geniessen das reichhaltige Zwischennutzungsangebot, das von lauschigen Freiluftbars über Konzertbühnen bis zu überdeckten Trendsport-Arealen reicht.

Eine Übersicht über die aktuellen Projekte und Veranstaltungen bieten die Webseiten der beiden Zwischennutzungs-Hosts I-Land und Shift Mode.



Übersicht über die Zwischennutzungsprojekte. Auf der Rückseite des Artikels zum Download bereit.

Übersicht über die Zwischennutzungsprojekte. Auf der Rückseite des Artikels zum Download bereit.

Konversation

  1. Wie jetzt Holzpark ohne Holz? Hat doch tonnenweise Holz da. Sieht doch sogar fast so aus, wie auf den komischen Projektzeichnungen von shift mode. Einfach, dass keine Millionen für irgendwelche Messehallen wieder hereingeholt werden müssen.
    Das Areal ist ja auch voll mit Leuten, die das so jetzt gut finden. Das mit der Anwohnerkommunikation und sich an Regeln halten müssen die Anfänger von shift mode noch etwas (oder deutlich) verbessern, aber das wird schon, vor allem, wenn auf Morin mal eine eigenstängig denkende und handelnde Person folgen sollte.
    Und falls Morin nicht aus Trotz nochmals *&#|]Ç! baut, dann könnte shift mode nach Ablauf des Vertrags auch einfach eine dort eine Bar machen, das können sie ja gut. Und dann können sie mit anderen Partnern auf dem Areal zusammen eine Dachorganisation gründen, und damit mit der Regierung und dem Quartier kommunizieren. Funktioniert bei iLand ja auch irgendwie. Mal besser, mal schlechter, aber besser als jetzt bei shift mode.

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  2. Trotz den vielen offenen Geschichten und ein paar klitzekleinen Ungereimtheit ist das Shift Mode-Projekt «Holzpark», inkl. dem unfreiwilligen Anhängsel «Wagenpark», mit Sicherheit nicht Sodom und Gomorra. Vielleicht war es gut, dass die grossen Pavillons irgendwo zwischen den Einsprachen und den verschiedenen Gerichtsterminen und einer davon galoppierenden Agenda implodiert sind. Das ist doch immerhin eine Entwicklung in die richtige Richtung. Dass jetzt aber einige Protagonisten immer noch Amok laufen, kann ich nicht verstehen. Es grenzt dabei an rhetorische Kühnheit das ehemalige Projekt «Stadtgärtnerei» zu bemühen, um an diesem Beispiel zu erläutern, wie gesittet die Sache damals ablief. Das ist eine ziemlich heftige Geschichtsklitterung. Ob hier schon eine gewisse Alterssenilität eingesetzt hat? Oder sind es anderweitige Wahrnehmgunsstörungen? Klar doch, die Stadtgärtnerei war durchwegs ein ordentliches Projekt mit anständigen Menschen und edlen Ideen. So haben wir dies als Protagonisten, wie als KonsumentInnen durchaus in Erinnerung. Die StadtgärtnerInnen haben nie (niemals!) gesoffen und gekifft. Gingen spätestens um Mitternacht, nachdem sie noch ein bisschen Marx und Gramsci gelesen haben, ins Bett. Haben nie Feste gefeiert. Keine Demo’s organisiert. Waren auch gegenüber den Nachbarn und den Behörden immer zuvorkommend und nett. Es war eine disziplinierte vorrevolutionäre Garde, mit klaren Vorgaben in Bezug auf die Bewirtschaftung ihres gesellschaftlichen Freiraummodelles. Sie wussten schon damals, dass sie dereinst in die Geschichtsbücher als Vorreiter von politisch korrekten Freiräumen eingehen werden. Alles sauber und tiptop. Dumm nur, dass mit den Jahren einige Protagonisten nicht mehr zur damaligen Aufbruchstimmung, zum Chaos, zum permanenten Umbruch, auch zum jugendlichen Übermut, welcher die Truppe beseelt hat, stehen können und mit den Jahren zu waschechten Bünzlis & Füdlibürgern mutierten. Ein bisschen Nachlärm bringt die damaligen Revoluzzer & Avantgardisten bereits aus dem Häuschen. Sie wittern Gefahr und sehen ihr Quartierrefugium bedroht. Leicht paranoid sehen sie überall Feinde. Die alten Häuserkampf-Senarien verfolgen sie in den schlaflosen Nächten. Einige altgediente Kämpfer sind äusserst militant drauf und verbitten sich fremde Einmischungen. Sie bauen Barrikaden auf. Auch verbal gibt es keinen Spielraum. Bist du nicht aus Kleinhüningen bekommst du einen Maulkorb verpasst. Fremdes Territorium. Vermintes Gelände. Dumm nur: Es sind keine Klassenfeinde, sondern junge PartygängerInnen, welche die Uferstrasse eingenommen, respektive partiell und zeitlich befristet okkupiert haben. Igitt! Eine völlig entpolitisierte Rasselbande erlaubt sich die edle Rheinpromenade für sich zu reklamieren und stört den Schlaf der Gerechten. Jetzt muss die Polizei bemüht werden, Gesetzte werden zitiert, Gerichte angerufen. Die ganze staatliche Repressionsmaschine soll in Gange gesetzt werden, um die fremden Aktivitäten zu domestizieren, nein, zu eliminieren. Weg mit den Biker-Days, weg mit den Konzerten, weg mit der Holzsiedlung, den Bars, weg mit dem ganzen Brimborium. Es soll wieder Ruhe im Lande herrschen….
    Aber! Wie sagt der «Erklärbär» doch so schön: Das ist eine andere Geschichte.

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  3. Liebe Redaktion
    Ich habe ja nichts dagegen, wenn Zeitungsjournalisten auch Videos machen, aber eben, ein bisschen Wissen-Wie gehört dazu, hier Kapitel Farbe. Als erstes habe ich mir gedacht: „Meine Güte, haben die Bildermacher schon etwas von Weissabgleich gehört?“ Der Rot-Stich ist ja nicht zum Aushalten. Auch in einem der gängigen Schnittprogramme gibt es Möglichkeiten zur Farbkorrektur. Im weiteren ist alles ein bisschen unterbelichtet, bei diesen Temperaturen auch begreiflich. Also meine Herren: üben!

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    1. Vielleicht ist das ja Absicht? Bei mir kamen jedenfalls sofort nostalgische Erinnerungen an alte, über das Haltbarkeitsdatum hinaus gelagerte Agfa-Filme auf …

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  4. Möglicherweise täuscht mich meine Erinnerung, aber wenn ich mich richtig erinnere, so haben damals die Leute der alten Stadtgärtnerei, auf die Herr Spirgi wohl anspielt, nicht nächtelang das ganze Quartier mit unerwünschter Beschallung wachgehalten.

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  5. Der Wagenplatz ist KEIN Teil der von der Regierung organisierten Zwischennutzungen, sondern ein Eigenständiges und sehr anders aufgebautes Projekt!

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    1. … was der Erklärbär ja eigentlich ziemlich deutlich sagt:

      «Gleich daneben, etwas in eine Ecke gezwängt, steht der Wagenplatz. Dieser hat sich keinen Deut um das Top down geschert und sich einfach mal niedergelassen. Und ist bis heute geblieben.»

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