Grosser Rat wehrt sich gegen Schliessung von Quartier-Postfilialen

Mit deutlichem Mehr hat der Grosse Rat den Entwurf einer Standesinitiative gegen die Schliessung von Quartier-Poststellen an die Regierung überwiesen.

Basler Standesinitiative gegen die Schliessung von Quartierpostfilialen. (Bild: Keystone/Montage: Hans-Jörg Walter)

Der Kampf gegen die Schliessung der Hauptpost mitten in der Stadt war zumindest befristet erfolgreich. Sie bleibt mindestens bis 2020 offen. Derweilen wurde aber bekannt, dass die Post Filialen im Kannenfeld, im Gellert und in Kleinhüningen schliessen möchte. Dagegen will sich der Grosse Rat mit einer Standesinitiative an den Bund wehren.

Der entsprechende Antrag des Basler SP-Präsidenten Pascal Pfister kam im Rat und auch bei der Regierung gut an, die sich bereit zeigte, die Standesinitiative entgegenzunehmen. Pfisters Entwurf wurde mit 76 gegen 15 Stimmen an die Regierung überwiesen. Konkret gefordert wird ein Moratorium für die Schliessung von Postfilialen, bis eine «konzeptionelle Netzplanung» vorliegt. Überdies soll es möglich werden, gegen jede Schliessung eine Art Referendum ergreifen zu können.

Konversation

  1. Gutes Ansinnen. Gleichzeitig:

    Die prominenteste aller Postschliessungen, die alte Post, hier sollten sich SP und der Gewerbeverband zusammensetzen und einen Blick nach Deutschland tun.

    Beim Wunschkonkonzert zum neuen Verkehrskonzepts tauchte 2014 erstmals der Begriff Ökofahrzeuge auf. Inzwischen zeigt die Deutsche Post, was damit gemeint sein könnte. Die Deutsch Post baut Street-Scooter, und bedient 24/7 die sogenannte Umweltzone.

    Vom Buch bis zur Zahnprotese, vom Andreas bis zum Läckerli, nicht wenige wären auch in Basel bestens bedient, liesse sich die alte Post als Mikrodepot nutzen.

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  2. @Dinu Marsson
    Diese Postfilialen dienen nicht vorwiegend als Begegnungsstätte für Rentner.
    Viele Rentner, je älter desto mehr. können nicht via Internet einzahlen. Entweder haben sie gar keinen PC oder sie sehen zu schlecht oder ihre Hände sind nicht mehr sicher. Aber mit dem Altgewohnten geht das.
    Lasst doch genügend Postfilialen, damit die besagten Rentner das auch in Zukunft weiterhin selbständig machen können.

    Ich habe zwar ein Postkonto. Aber wenn ich Geld brauche will ich das auf der Post holen und nicht am Postomaten. Gerade wenn man älter wird isst dies viel sicherer.

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  3. Schon unglaublich, dass so eine Initiative mit 76 gegen 15 Stimmen angenommen wird. Meint fast der ganze Grosse Rat, dass man unausgelastete Postfilialen als Begegnungsstätten für Rentner*innen erhalten soll? Nichts gegen Begegnungsstätten, aber es gibt nun einfach kaum mehr Gründe, eine Postfiliale aufzusuchen. Selbst Pakete kann man heute bequem an einem Paketautomaten aufgeben.

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