Kleine Künstlerin, grosses Fest

In 14 Tagen steigt in Basel das grosse Hafenfest. An einer Medienorientierung gaben die Organisatoren die letzten Details des Openair-Musikprogramms bekannt. Als grosser Act für die Kleinen gibt die Voice-of-Kids-Siegerin 2013 Michèle am Festsonntag ihren ersten eigenen Song zum Besten.

Der Basler Rheinhafen Kleinhüningen bevor er zum Festplatz wird (Bild: Dominique Spirgi)

In vier Wochen steigt in Basel das grosse Hafenfest. An einer Medienorientierung gaben die Organisatoren die letzten Details des Openair-Musikprogramms bekannt. Als grosser Act für die Kleinen gibt die Voice-of-Kids-Siegerin 2013 Michèle am Festsonntag ihren ersten eigenen Song zum Besten.

In den letzten Tagen sorgte die Rheinschifffahrt mit der Havarie des Kieskahns «Merlin» für eher negative Schlagzeilen. Das soll in vier Wochen ganz anders werden. Dann steigt im Basler Rheinhafen Kleinhüningen das grosse Hafenfest, zu dem an drei Tagen nicht weniger als 90’000 Besucherinnen und Besucher erwartet werden. Und bis dann soll auch das kieloben liegende Unfallschiff geborgen sein. Eigentlich fast schade, denn die Bergung des Unfallschiffes wäre sicherlich eine grosse Attraktion für ein breites Publikum gewesen.

Nur wäre das Schiff vielleicht der grossen Schiffsparade im Weg gelegen, die am Freitag (16 bis 17 Uhr) und Samstag (12 bis 13 Uhr) mit rund 30 Schiffen übers Waser gehen wird. Natürlich hat das Rheinhafenfest viel mit Schiffen und mit Wasser zu tun. Bei einer Schiffsausstellung können Schiffe besucht werden, in einem Sport-Showprogramm vollziehen Skateboarder und BMX-Biker über Rampen kunstvolle Sprünge ins Hafenbecken 2, in dem unter anderem auch eine Wakeboard-Show zu sehen sein wird.

Und nicht fehlen dürfen neben vielen weiteren Attraktionen und Infoständen, die mit dem Ort zu tun haben, Hafenrundfahrten auf den Rhytaxis.

Grosse Stimmen aus der Region

Recht wenig mit Schiffen und Hafen zu tun hat indes das Openair-Konzertprogramm beim Dreiländereck. Drei der vier Hauptacts sind schon seit längerer Zeit bekannt: Dazu gehören am Freitag die umwerfende Soulstimme von Ira May (& the Seasons) aus Sissach und am Samstag das Berliner Elektropop-Duo 2raumwohnung und der Helvetia-Brasilianer Marc Sway.

Neu bekanntgegeben wurde der Hauptact vom Sonntag: Michèle, die inzwischen 13 Jahre alte Siegerin der Sat1-Castingshow Voice of Kids vom vergangenen Jahr. Das Gesangstalent aus Lampenberg wird unter anderem seinen ersten eigenen Song zum Besten geben: «Into Your Arms» heisst er. Die Festorganisoren scheint er so sehr begeistert zu haben, dass sie ihn prompt zum «offziellen Hafenfest-Song» erklärten.

Sieger des Musikwettbewerbs als Vorgruppen

Bekanntgegeben wurden auch die Namen der Sieger des extra fürs Hafenfest ausgeschriebenen Musikwettbewerbs: Oliver Blessinger, L’Arbre Bizzare und Pierre Piccarde feat. Funky Delicous. Als Vorgruppe von Michèle werden am Sonntag Neverage auftreten.

Der Zutritt zu allen Konzerten und weiteren Programmpunkten ist übrigens gratis.

Die TagesWoche ist Medienpartnerin des Hafenfestes 2014.

Konversation

  1. lieber dachshaarspalter: ich betrachte mich als gemässigte mitte – man kann ja gerne alles mögliche feiern. möcht ja nur erfahren, was es denn zu feiern gilt – und das konnte ich jetzt nachlesen.

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  2. Man kann auch überall irgendwas kapitalistisches oder so hineininterpretieren.

    Soll doch das Hafenfest halt vielleicht eine Aktion für Rheinhattan sein, nur die konservativen Linksextremen dort haben ein Problem mit diesem Bau.

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  3. was Sie möglicherweise interessieren dürfte – wenn Sie’s nicht ohnehin schon wissen – kleinhüningen wurde von der stadt schon mal ganz zümpftig über den tisch gezogen … zumindest DIE tradition bleibt erhalten …

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  4. die initiale geschichte waren die vollmundigen (autonomie-) und landnutzungsversprechungen der stadt gegenüber den kleinhüningern bei deren eingemeindung … diesmal: wurden denn keine offiziösen klein-hü-claqueure angeheuert?

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  5. klar doch. als minimum einer inhaltlichen beteiligung sähe ich wenigstens den publikumswettbewerb zur namensgebung … «rheinhättän» ist doch schlicht
    GÄHHN!
    «tag&nachthafen» … «rheindamit» … «grosshüningen» ???
    ideen her!!

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  6. um den Informationsgehalt dieser Kommentarspalte noch etwas zu erhöhen: chröttli, kannst du uns informieren, wie Kleinhüningen DIESES mal über den Tisch gezogen wurde?
    (ist nicht als Angriff gemeint, ich weiss wirklich nicht, worum es geht)

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  7. Die TagesWoche ist Medienpartnerin des Hafenfestes 2014.

    Dieser Artikel wirft bei mir mehr Fragen auf, als er beantwortet. Warum gibt es dieses Hafenfest? Was genau wird gefeiert? Wer sind die Initianden? Welches Ziel verfolgen sie? Welche Gruppierungen sind in diese grosse Party involviert (oder sagt man: vereinnahmt worden)? Warum lese ich darüber nichts? Oder ist dies alles selbstredend und ich hab’s nicht verstanden. Auf der entsprechende Hafenfest-Website bekomme ich diese Informationen teilweise beantwortet. Warum nicht im Artikel? Reden ist Silber, Schweigen ist Gold?

    Warum ein Hafenfest? (gemäss Hafenfest-Website)
    «Das Hafenareal ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort für die Schweiz, nebst der Wertschöpfung sind viele Arbeitsstellen in zahlreichen Unternehmen angesiedelt. Das Hafengebiet blickt auch einer positiven Entwicklung entgegen und dazu gehört nebst dem steigenden Güterverkehr auf den Wasserstrassen auch das geplante Projekt Hafenbecken 3.

    All diese Fakten sind innerhalb der Transport- und Logistikbranche bekannt, jedoch ist für die Zukunft auch das Verständnis der Bevölkerung und der Gewerbetreibenden sehr wichtig. Mit dem Hafenfest Basel 2014 möchte man gezielt eine Sensibilisierung von Gewerbe und Bevölkerung erreichen, damit die zukünftige Entwicklung des Hafengebietes mit Wohlwollen begleitet wird».

    Das Hafenfest ist also primär eine PR-Kampagne der dort ansässigen Firmen. Eine Charme-Offensive für das Industrieareal. Und offensichtlich der (heimliche) Start für das Hafenbeckens 3?
    Soweit so gut.

    Aber! Ich frage etwas ketzerisch: Was hat das mit der Tageswoche zu tun? Warum muss die Tageswoche hier als Medienpartner auftreten?
    Ich unterstelle ihr jetzt nicht, dass sie hier als Handlanger der Hafenfirmen agiert.
    Der Grund muss also woanders liegen. Beim Kulturprogramm vielleicht? JA! Es muss also vorweg wegen der Voice-of-Kids-Siegerin 2013 Michèle sein, welche als 13-jährige Siegerin der Sat1-Castingshow „Voice of Kids“, hier, beim Hafenfest, ein erstes musikalisches Highlight setzt (mit anschliessender Autogrammstunden notabene. Nicht verpassen!). Gefolgt vom TV-bekannten Marc Sway und weiteren Grössen allesamt vermutlich bekannt aus Radio & Fernsehen. Mainstream vom Feinsten… Vermutlich ist auch eine Live-Reportage mit dem Schweizer Fernsehen geplant. Regierungspräsident Guy Morin und andere Grössen aus der Politik dürfen Bedeutendes sagen. Es ist vermutlich auch vorgesehen, dass die Wagen- und Uferlosleute über ihre ersten Freiraumerfahrungen etwas sagen dürfen… Müsste möglich sein: Wir sind ja so neoliberal.

    Sekundiert und aufgepimmt mit viel Halligalli u.a. auch Wakeboarding, Flyboarding, BMX und Skateboarding. Das gepflegt Sportprogramm im Hafenbecken 2 erinnert irgendwie ans RedBull-Festival, welches daselbst schon mehrmals stattgefunden hat.
    Was erleben wir sonst noch an Überraschungen: Infostände, Ausstellungen und Präsentationen, Schiffsausstellung und Schiffsparade, eine bundesrätliche Rede (gähn!) von Bundesrätin Doris Leuthard, vermutlich zur Bedeutung der Schifffahrt für die Schweiz im Allgemeinen und im Speziellen hier in Basel, nochmals eine Autogrammstunde von Beat Hefti, eine Hafenbahn-Führung und diverse Firmenbesichtigungen und viele, viele gastronomische Höhenflüge (vermutlich im Bereich zwischen Chäschüechli und Klöpfer), und, und….

    Ich habe nichts gegen Volksfester. Ich habe auch nichts gegen Mainstream. Aber warum zum Teufel muss sich die Tageswoche hier andienen? Dieses Fest ist eine PR-Kampagne der verschiedenen Transport- und Logistik-Unternehmen des Hafenareals. Das sind kommerzielle und hochrentable Firmen. Sie logieren auf einem 1.5 Quadratkilometer grossen Industrieareal, welches sie de facto zum Nulltarif okkupiert haben mit Verträgen bis in alle Unendlichkeit.

    Zum finanziellen Geschäft für die beiden Kantone, respektive für das Gemeinwesen (also WIR die Citoyens dieser Stadt und der Region): Die Schweizer Rheinhäfen erwirtschaften auf dem gesamten Areal lediglich schlappe 8’148’989.- CHF. Davon gehen 7’740’000.- als Gewinnausschüttung, respektive Baurechtszins, an die beiden Kantone. Das ist so gut wie nichts (eine Art Abfindungssumme oder Schweigegeld), wenn man bedenkt, dass wir hier von einem hochwertigen Industrieareal reden (wäre auch geeignet für eine wertschöpfende Industrie und heissbegehrt als Wohngebiet). Das gibt ein Baurechtszins im Kommabereich. Ein unschlagbarer Dumpingpreis. Andernorts beträgt ein Baurechtszins rund 40.- pro Quadratmeter und Jahr. Hier „verschenkt“ die Stadt offensichtlich Geld, sehr viel Geld. Quasi als permanente Wirtschaftsförderung für Firmen, welche ihr Geschäft global betreiben und dabei ordentlich verdienen. Das sind kein Start-up’s. Das sind gestandene, alteingesessene, gewinnorientierte und lukrative Unternehmen. Dieses „Geschenk“ wird also gefeiert. Mit einem grossen Hafenfest und im Namen der involvierten Firmen und der Hafenbetreiber gedenken wir 3 Tage lang der verpassten Chancen und der nicht-realisierten Abgaben ans Gemeinwohl (das ist die Pointe!).
    Locker nach der Devise: Wir lassen uns gerne verschaukeln, Hauptsache es macht Spass! Und die Tageswoche mit fliegender Fahne voraus……

    Zur verwaltungs-technischen Erläuterung:
    Im Auftrag der Trägerkantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft verwalten, bewirtschaften und entwickeln die Schweizerischen Rheinhäfen die Baurechts- und Mietflächen in den Hafenarealen, deren Gesamtfläche sich auf 1,5 km² beläuft.

    Die Häfen werden nach dem Landlord-Prinzip betrieben: dies bedeutet, dass das Infrastrukturmanagement einerseits und Betrieb/Umschlag andererseits nicht von derselben Organisationseinheit vorgenommen werden. Auf den Punkt gebracht: Die Schweizerischen Rheinhäfen kümmern sich um die Infrastruktur, also Strassen, Gleise, Quaianlagen, Liegestellen und Steiger, aber auch um politische und rechtliche Rahmenbedingungen. Den Umschlag und das Handling von Gütern erledigen die Baurechtsnehmer.

    Diese Rolle als „Landlord“ beinhaltet z.B. Verhandlungen und Vertragsabschluss bei Neuvergabe von Baurechtsarealen oder bei Verlängerungen von Baurechten oder die Begleitung der Baurechtnehmer bei Bauvorhaben. Dazu kommt die Weiterentwicklung der Häfen als trimodaler Logistikdrehscheibe sowie die langfristige Sicherung der Entwicklungsmöglichkeiten der Hafenstandorte in Basel, Birsfelden und Muttenz.

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    1. hmmm, lassen Sie mich zumindest eine Ihrer Fragen beantworten:
      Wer sind die Initianden?
      Die Schirmherrschaft des Festes ist der trinationale Eurodistrikt (TEB). Der hat sich eigentlich nie sonderlich um die Anliegen der Schifffahrt gekümmert, sondern empfindet den blöden Hafen bloss als Hindernis für ihr neues Zentrum einer grenzüberschreitenden Grossstadt.
      Die Schifffahrt hätte das Areal ja lieber voll beansprucht, weil es viel einfacher wäre da anzulegen und da auszubauen, als durch ein technisch noch nicht geklärtes Labyrinth ins Hafenbecken 3 einzufahren. Aber da die Rheinhäfen ja dem Kanton (oder den Kantonen… naja, es ist klar, dass die Befehle da aus dem Ratshaus in Basel kommen, und da ist es im Moment wichtiger, an die Filetstücke der Stadtentwicklung ranzukommen) gehören, getraut sich der Herr Hadorn natürlich nicht, sich für seine eigentliche Klientel einzusetzen.
      Da wird sich ein Haufen angepisster Hafenwirtschaft präsentieren, die gute Mine zum bösen Spiel machen, weil sie Angst haben, sonst beim suboptimalen neuen Standort leer auszugehen.
      Das wird doch ein lustiges Fest.
      Also nochmals, liebe Tagewoche, wie siehst aus mit der kritischen Berichterstattung?

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    2. Ich hab mich schon gefragt, wo sie denn bloss bleibt …
      (genau, tortellini: wo bleibt sie denn, die kritische würdigung in der tawo? – grosse flaute!!)
      … wo ER denn wohl bleibt … weltreise? … wegbefördert?

      Tja, ich werd also doch die gelbe pappnase montieren müssen und bewegt das flämmlein schauen:

      Fanal, fanal – avant les citoyens.

      Man kann’s nid grad von vielen behaupten:
      Sie sind ein unbestechlicher mutiger mensch, herr meury!

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