Kommandant Gerhard Lips gibt Leitung der Basler Kantonspolizei per sofort ab

Nach den Skandalen um die Kantonspolizei Basel-Stadt gibt Oberst Gerhard Lips sein Amt per sofort ab, wie das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement am Freitag meldet.

Polizeikommandant Gerhard Lips.

(Bild: Hans-Jörg Walter)

Nach den Skandalen um die Kantonspolizei Basel-Stadt gibt Oberst Gerhard Lips sein Amt per sofort ab, wie das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement am Freitag meldet.

«Oberst Gerhard Lips gibt die Leitung der Kantonspolizei Basel-Stadt ab» – das meldet das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement am Freitag. Als Grund werden «verschiedene führungskulturelle Differenzen im oberen Kader» genannt, die «trotz einer externen Unterstützung» die Leitung der Kantonspolizei Basel-Stadt erschwert hätten.

«Aus diesem Grund sind Regierungsrat Baschi Dürr, Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartements, und Oberst Gerhard Lips, bisheriger Kommandant der Kantonspolizei Basel-Stadt, gemeinsam zum Schluss gelangt, dass es einen personellen Wechsel an der Spitze der Kantonspolizei braucht. Sie entschieden, sich einvernehmlich zu trennen», heisst es weiter.

Eine «entsprechende Vereinbarung» sei vom Regierungsrat genehmigt, über deren Inhalt sei Stillschweigen vereinbart worden. «Die Trennung steht nicht im Zusammenhang mit der Untersuchung von Professor Felix Uhlmann oder anderen Personalfällen in der Kantonspolizei, über die jüngst berichtet worden ist», hält das Justiz- und Sicherheitsdepartement weiter fest.

Es gab wohl Führungsprobleme

Trotzdem lässt die Formulierung nur einen Schluss zu: Es gab Führungsprobleme in der Basler Polizei. Die TagesWoche hat zu diesem Thema in der vergangenen Woche einen entsprechenden Kommentar veröffentlicht, der die Probleme beim Namen nennt.

Lesen Sie den Kommentar: Hat Basel die schlechteste Polizei der Schweiz? Quatsch!

Das interimistische Kommando übernimmt laut Mitteilung Oberstleutnant Martin Roth. Die Stelle des Basler Polizeikommandanten werde in den kommenden Wochen ordentlich ausgeschrieben.

Am Freitag Nachmittag werden Sicherheitsdirektor Baschi Dürr, Oberst Gerhard Lips und Oberstleutnant Martin Roth an einer Pressekonferenz Auskunft über den Entscheid geben. Die TagesWoche hält Sie auf dem Laufenden.

Konversation

  1. @ Elisabeth Wahl und Roland Stucki

    Was „einvernehmlich“ kostet erfährt man leider nie. Man stelle sich nur mal die Bilanz im Präsidial-Departement während den ersten beiden Legislaturen vor. Was wohl „einvernehmlich“ im Zusammenhang mit dem ChefbeamtInnen-Schachspiel gekostet haben mag, die unzähligen präsidialen „einvernehmlich“-Verabschiedungen von ChefbeamtInnen die das Staatsbudget schlucken musste?

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  2. Die Polizei als Institution hatte schon früher Schwierigkeiten. Ich erinnere an Karl Schnyder, der vieles einfach „ausgesessen“ hat, obwohl er die politische Verantwortung übernahm. Jedenfalls ist zurzeit nicht „die Linke“ schuld! 😛

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