Eine ausgewiesene Fachfrau soll die BVB in ruhige Bahnen lenken

Yvonne Hunkeler heisst die neue Verwaltungsratspräsidentin der BVB. Der Luzernerin steht die Aufgabe bevor, den arg durchgerüttelten ÖV-Betrieb wieder in ruhige Bahnen zu führen, damit endlich wieder das Kerngeschäft im Vordergrund steht.

Die neue BVB-Verwaltungsratspräsidentin Yvonne Hunkeler flankiert von Regierungsrat Hans-Peter Wessels und dem Interimspräsidenten Kurt Altermatt. (Bild: Dominique Spirgi)

Wer Tabula rasa erwartet hatte, wurde enttäuscht; wer befürchtet hatte, dass sich nichts bewegt, kann beruhigt sein: Die Basler Regierung hat mit der Neubesetzung des BVB-Verwaltungsrats – ihr steht die Wahl von fünf der sieben Mitglieder zu – einen Mittelweg gewählt: Drei Mitglieder wurden neu gewählt, zwei bisherige bestätigt.

Nicht wiedergewählt wurde die Vizepräsidentin Mirjam Ballmer – was Regierungsrat Hans-Peter Wessels persönlich ausdrücklich bedauert, wie er an einer Medienkonferenz sagte: «Mirjam Ballmer wurde Opfer der Wohnsitzpflicht für drei der fünf von der Regierung gewählten Verwaltungsräte.» Nicht wiedergewählt wurde auch die Basler FDP-Politikerin Nadine Gautschi, was von Wessels ohne Ausdruck des Bedauerns verkündet wurde (man habe der Fachkompetenz den Vorrang gegeben). Der dritte ergab sich durch den Rücktritt von Verwaltungsratspräsident Paul Blumenthal.

Im Verwaltungsrat verbleiben Interimspräsident Kurt Altermatt und die Basler Rechtsprofessorin und Verwaltungsrechtspezialistin Daniela Thurnherr.

Fachkompetenz in ÖV-Fragen

Nun aber zu den Neugewählten: Die neue Verwaltungsratspräsidentin Yvonne Hunkeler (50) ist eine ausgewiesene Fachfrau für den öffentlichen Verkehr. Die Luzerner CVP-Kantonsrätin und Unternehmensberaterin ist bereits Verwaltungsratspräsidentin der Verkehrsbetriebe Luzern AG und Verwaltungsrätin bei den Berner Oberland-Bahnen.

Die bei der Vorstellung am Freitag selbstbewusst auftretende neue BVB-Verwaltungsratspräsidentin möchte das arg durchgerüttelte Unternehmen wieder in ruhige Bahnen lenken, damit sich die BVB wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Als grosse Herausforderung für die Zukunft bezeichnete sie die zunehmende Digitalisierung im ÖV-Bereich und weitere Entwicklungen, welche die Branche durchschütteln werden etwa die Positionierung der BVB im Bereich zwischen einem öffentlichen und einem privaten Unternehmen.

Ein interessantes Detail ist, dass Hunkeler als Präsidentin der Aufsichts- und Kontrollkommission im Luzerner Kantonsrat amtiert. Dieses Gremium entspricht der Geschäftsprüfungskommission des Basler Grossen Rats, welche die BVB-Führung in ihrem letzten Bericht scharf kritisiert hatte.

Mit Widar von Arx wurde ein weiterer Verkehrsexperte neu in den Verwaltungsrat gewählt. Der in der Region Basel lebende Wirtschaftsprofessor leitet an der Hochschule Luzern das Kompetenzzentrum Mobilität.

Auch die Basler Juristin Sibylle Oser ist Expertin für den öffentlichen Verkehr. Sie leitet bei den SBB den Bereich Personenverkehr Italien.

Neuer Personalvertreter

Neu besetzt wurde auch der Verwaltungsratssitz der Personalvertretung: Wagenführer und VPOD-Mitglied Manfred Gloor, wurde vom Personal mit grossem Mehr gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Urs Meienhofer vom Verband «Für Euch – mit Euch» landete abgeschlagen auf Platz zwei, wie Onlinereports berichtete.

Mit Hanspeter Ryser verbleibt der bisherige Vertreter der BLT im BVB-Verwaltungsrat.

Hans-Peter Wessels machte erstmals seit langem wieder beim Thema BVB einen aufgeräumten Eindruck. Er zeigte sich erfreut darüber, dass die Regierung den Verwaltungsrat mit seiner Wahl «konsequent auf Kompetenzen im Bereich des öffentlichen Verkehrs» ausgerichtet habe.

Die neuen Verwaltungsräte wurden für die Amtsperiode 2018 bis 2021 gewählt.

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