Regierung will 7,7 Millionen für Lysbüchel-Schulhaus – Gewerbeverband ist sauer

Die Basler Regierung beantragt beim Grossen Rat einen Kredit für ein neues Schulhaus auf dem Lysbüchel-Areal. Und das, obwohl der Bebauungsplan noch nicht abgesegnet ist. Ein Fehler, findet der Basler Gewerbeverband.

Geht es nach der Regierung, sollen bereits im Sommer 2020 Kinder im Lysbüchel zur Schule gehen. (Bild: Hans-Jörg Walter/Montage: Nils Fisch)

Seit August werden zwölf Primarklassen in einem Provisorium auf der Voltamatte unterrichtet, weil die bestehenden Schulbauten im Quartier zu wenig Platz haben für die steigende Schülerzahl. Auf dem Areal der früheren Coop-Verteilzentrale an der Elsässerstrasse möchte die Regierung eine neue Primarschule in ein altes Lagerhaus einbauen.

Wie aus einer Regierungsmitteilung vom Dienstag hervorgeht, soll das Bauprojekt zwölf Primarklassen, einen Doppelkindergarten und ergänzende Räumlichkeiten beherbergen. Die gross geplante Schulaula soll auch für Quartiernutzungen offen stehen. Die Kosten beziffert die Regierung mit 7,7 Millionen Franken.

Planung in der Kritik

Das umzunutzende Gebäude aus den 1950er-Jahren soll aufgestockt werden und in einem Nachbargebäude sind zwei Turnhallen vorgesehen. Für eine Schulnutzung sei keine Umzonung nötig.

Der Terminplan bleibt gemäss der Mitteilung unverändert: Rückbau und Grundausbau beginnen demnach im nächsten Mai, der Schulhausbau erfolgt ab Herbst 2018 – sofern der Grosse Rat bis dann entschieden hat. Im Sommer 2020 soll das neue Schulhaus bezugsbereit sein. Würde das Schulbauprojekt abgelehnt, würde das Provisorium weiter genutzt.

Der Gewerbeverband Basel-Stadt ist mit dem Vorgehen der Regierung gar nicht zufrieden: «Es macht wenig Sinn, zuerst über die Schulhausplanung und erst später über die Quartierplanung zu entscheiden», schreibt er in einer Medienmitteilung.

Der Gewerbeverband hatte sich bereits im Vorfeld dafür starkgemacht, dass auf dem Lysbüchel-Areal keine Wohnungen gebaut werden.

Alle wollen mehr Schulraum im Quartier

Den Teil des früheren Coop-Areals Lysbüchel hatte der Kanton Basel-Stadt mitsamt der genannten Gebäude im Jahr 2013 erworben. Gemeinsam mit anderen Eigentümern wie den SBB will der Kanton das bisher reine Industrieareal unter dem Label Volta Nord für gemischte Nutzungen entwickeln.

Der Bebauungsplan für dieses Entwicklungsprojekt, das 2700 neue Arbeitsplätze und Wohnungen für bis zu 2000 Personen bringen soll, liegt seit Juli beim Grossen Rat. Einsprachen hatte die Regierung abgelehnt. Der Gewerbeverband fordert, dass alternative Standorte oder Schulhauserweiterungen geprüft würden. Dass es mehr Schulraum im Quartier benötige, sei unbestritten.

Konversation

  1. Da versucht der Regierungsrat Fakten zu schaffen und verweigert sich einer gründlichen Diskussion. Man kann dies die Arroganz der Macht nennen oder einfach nur dumm.

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