Rückstau auf der Tramlinie 8: Die Behörden suchen nach Lösungen

Über die Feiertage kam es zu massiven Staus auf dem deutschen Trassee der Tramlinie 8 und damit auch zu Verspätungen auf der ganzen Strecke. Die verantwortlichen Behörden überlegen sich nun, wie sie künftig auf solche Situationen reagieren möchten.

Die vielen Passagiere sorgen für ein Gedränge in den Trams, aber nicht für Staus.

(Bild: Alexander Preobrajenski)

Über die Feiertage kam es zu massiven Staus auf dem deutschen Trassee der Tramlinie 8 und damit auch zu Verspätungen auf der ganzen Strecke. Die verantwortlichen Behörden überlegen sich nun, wie sie künftig auf solche Situationen reagieren möchten.

Rückstau auf der Tramlinie 8: Die Behörden suchen nach Lösungen

Über die Feiertage kam es zu massiven Staus auf dem deutschen Trassee der Tramlinie 8 und damit auch zu Verspätungen auf der ganzen Strecke. Die verantwortlichen Behörden überlegen sich nun, wie sie künftig auf solche Situationen reagieren möchten. Mehr dazu: tageswoche.ch/+3pkh8

Posted by TagesWoche on Donnerstag, 7. Januar 2016

Die Verkürzung des Fahrplantakts auf der Tramlinie 8 ab 13. Dezember 2015 hätte eigentlich eine Entspannung der Situation bringen sollen. Doch unter dem Strich trat das Gegenteil ein. Bereits am 15. Dezember meldete die Leitstelle der BVB per Twitter: «Blockierung in Weil am Rhein, die Linie wendet in Kleinhüningen.» Am 18. Dezember folgte die Nachricht: «Es kommt zu Verspätungen. Der Grund dafür ist die Verkehrssituation» – eine Meldung, die sich bis zum Jahresende fast täglich wiederholte.

Die Staus und Verspätungen der überfüllten Trams machten nicht nur den Scharen von Einkaufstouristen das Leben schwer, auch die tramfahrende Bevölkerung in der Stadt hatte darunter zu leiden. «Mit keinem Wort werden die Bewohner vom Klybeckquartier bis Kleinhüningen erwähnt, welche sich täglich über diese überbesetzten Trams nerven», schrieb eine Frau aus Kleinhüningen der TagesWoche. Die Zuschrift hätte auch von einem Trampassagier aus dem Neubad am anderen Ende der Linie 8 stammen können.



Die vielen Passagiere sorgen für ein Gedränge in den Trams, aber nicht für Staus.

Die vielen Passagiere sorgen für ein Gedränge in den Trams, aber nicht für Staus. (Bild: Alexander Preobrajenski)

BVB-Sprecherin Jelena Dobrivojevic bestätigt, dass es um die Festtage herum zu Problemen gekommen ist. «In dieser Zeit waren Weihnachtseinkäufe aktuell, was vor allem an den Freitagnachmittagen und Samstagen aufgrund des erhöhten Individualverkehrs in Weil am Rhein zu grösseren Verspätungen auf der Linie 8 geführt hat», teilt sie per Mail mit. «Sowohl auf der Hiltalinger-Brücke in Basel als auch in der Friedlinger Hauptstrasse in Weil werden die Trams durch den Autostau aufgehalten und können nicht weiterfahren.»

Benno Jurt, der Leiter Mobilitätsplanung im Amt für Mobilität beim Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD), bestätigt: «Der Fahrplan war wegen des regen Autoverkehrs in Weil am Rhein zeitweise sehr instabil, was sich auf die gesamte Tramlinie 8 bis ins Neubad auswirkte», sagt er. Jurt und Dobrivojevic weisen aber darauf hin, dass der Fahrplan seit dem neuen Jahr wieder im gewohnten Rahmen eingehalten werden könne.

Jurt möchte die Sache damit aber nicht auf sich beruhen lassen. «Wir erwarten auch in Stosszeiten eine hohe Qualität auf dem BVB-Netz», sagt er.

Zusatztrams in Stosszeiten

Das BVD hat mit baulichen Massnahmen zur Trennung der Verkehrsspuren in der Kleinhüningeranlage und neuen Strassenmarkierungen auf der Hiltalinger-Brücke bereits versucht, die Trams von der Behinderung durch den Autoverkehr zu befreien. Und auf Weiler Seite soll unter anderem die Einführung eines Dosiersystems an den Lichtsignalanlagen für freiere Tram-Fahrt sorgen. «Wenn der Autoverkehr aber so stark zunimmt, wie es während der vergangenen Festtage der Fall war, dann können auch diese Massnahmen nicht alle Behinderungen beheben», sagt Jurt.

Deshalb will das BVD zusammen mit den BVB Massnahmen prüfen, wie zumindest der Tramverkehr in der Stadt Basel – insbesondere auch bis ins Neubad, wie Jurt betont – in solchen Stosszeiten auf akzeptable Weise aufrechterhalten werden kann. Eine der Massnahmen könnte sein, in solchen Tagen auf dem Basler Teil der Linie 8 zwischen dem Neubad und der Tramschlaufe Kleinhüningen zusätzliche Tramzüge einzusetzen.

Geprüft wird im Regierungsrat überdies eine Verlängerung der Linie 17 bis zur Haltestelle Kleinhüningen, wie dies in einem Vorstoss aus dem Grossen Rat angeregt worden ist. «Diese Massnahme würde aber den Trampassagieren aus dem Neubad nichts bringen», sagt Jurt.

Konversation

  1. Die BVB kann das Verkehrschaos in Weil nicht lösen, das müsste die Stadt Weil mit umfassenden Massnahmen tun. Bis dahin sollte halt der CH 8er getrennt werden vom D 8er, sprich in Kleinmütigen wäre Endstation der Linie und diejenigen, welche nach Weil wollen müssen halt umsteigen auf den 8a, welcher dann versucht alle 7 Minuten rüber zufahren resp. öfters mal im Stau steckt. Entspannung hätte es nur gegeben, wenn man den Zollübergang Weil komplett vom Tram getrennt hätte, denn dieses Chaos war ja vorauszusehen.

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  2. Geschieht den Einkaufstouristen ganz recht, die sollen im Stau stecken bleiben, in der Schweiz gut verdienen aber im Ausland einkaufen, jeder sollte sich mal fragen ob er das wirklich nötig hat, ihr seit die ersten die schreit wenn ich Euren Job verliert!

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  3. Diesen Schnäppchen-Faganten soll man so viele Steine in den Weg legen wie nur möglich. Dieses schäbiges Verhalten auch noch fördern, seid Ihr noch zu retten ? Elende Wirtschaftsflüchtlinge, bleibt doch am Besten drüben, Euch weint keiner auch nur eine Träne nach…

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    1. @ Hr. Langen:
      Doch, man wird weinen, sogar mehr als eine Träne.
      Es sind ja nicht nur die Ärmsten, die da rüber fahren, sondern auch andere.

      Wenn die dann drüen bleiben, ist es ein „Brain-Drain“ weg von hier.

      Den hiesigen überkommenen überteuerten Preisen könnte es aber einmal an den Kragen gehen, weil es ausser Profit dafür keine Begründung gibt.

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  4. Mit dem Rheincenter und anderen Geschäften wird Friedlingen ein Opfer seines eigenen Erfolgs. Hinzu kommen die vielen Autofahrer, welche nicht in der Lage sind einen Kreisverkehr richtig zu befahren und so frei zu halten, dass ein Rückstau nicht den gesamten Verkehr zum Erliegen bringt. Man stelle sich vor im Stücki gälten dieselben Preise wie im Rheincenter. Es würde sich wohl selbst tragen. Über die Masse würden auch die kleineren Margen abgefangen werden können.

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  5. Die BVB versprach zum Fahrplanwechsel eine Verbesserung auf der Linie 8 bis Weil am Rhein. Wie ich selber feststellen konnte, sieht die Verbesserung so aus, dass alle 7.5 Minuten ein Kurs fährt – einmal nach Kleinhüningen – einmal nach Weil am Rhein. Das heisst mit anderen Worten – alles ist beim alten geblieben, es fährt nur alle 15 Minuten eine Linie bis Weil am Rhein. Logischerweise sind dann die Trams überfüllt und das bereits ab Bahnhof SBB oder in der Rushhour ab Weil am Rhein. Als Passagier oder Kunde – wird man nicht ernst genommen und einfach an der Nase herumgeführt. Sehr sehr schade!! Dann weicht man aus auf die „Verkehrssituation“!

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  6. Wieso der 8er? Wieso nicht der 17er via St.Johann nach Weil während den Stosszeiten und dabei jeder zweite 8er nur bis KLH? Zum Beispiel.

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  7. Seit Jahren schon, lange vor der „Euro-Untergrenzen-Frage“, gibt es in Friedlingen jeweils zur Einkaufs-Rushhour einen Stau in Richtung Grenze. Und was machten die deutschen Verkehrsplaner? Sie haben die Tramgeleise in Richtung Basel ausgerechnet auf diese notorisch zugestaute Fahrspur gelegt, während das Tram in der staufreien Gegenrichtung ein eigenes Trassee erhielt. Ich hab mich schon während der Bauzeit darüber gewundert, aber damals hab ich noch darauf vertraut, dass die Planer sich wahrscheinlich etwas gedacht haben. Vermutlich haben sie schon etwas gedacht, aber ganz offensichtlich das falsche. ÖV-Planung im Autoland Deutschland halt, aber zweifellos alles streng normgerecht.

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    1. Genau das Gleiche habe ich mir auch gedacht. Wie kann man ein Tramgleis genau auf der Fahrspur verlegen, wenn man bereits jahrelangen Autostau auf dierser Strasse beobachten kann? Absoluter Schildbürgerstreich.
      Falls kein anderer Platz da war, dann müsste man die Strasse ja zumindest sperren und nur für Anlieger offen lassen.

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